Sonntag, 3. November 2019

Ein Coaching beauftragen ist wie eine Fahrkarte für eine Bahnfahrt buchen.

Guten Tag

Nehmen wir an, Sie möchten / wollen / müssen wohin.

Dort wo Sie hin möchten / wollen / müssen, das ist das Ziel.

Sie wählen nun zuerst die Mittel für den Weg dahin:
- zu Fuss
- mit einer Rolltreppe oder einem Lift
- mit dem Fahrrad
- mit dem Töff, eMobil, Auto
- mit der Bahn oder dem Flugzeug, einem Schiff

Das wären für eine persönliche Entwicklung
- sich selber schlau machen, lesen, erkunden, versuchen
- eine Beratung (direktiv beratende Hilfe / Rezepte)
- Bildung bzw. Schulung
- eine Therapie angehen
- Anwendungen praktizieren, wie zB Massagen oder Kuren
- Reflexion betreiben (nicht-direktive Beratung), also Coaching

Sie entscheiden sich für einen SELBSTAKTIVEN Prozess, also für Coaching.

Sie möchten in unserem Beispiel hier in zwei Wochen von Frankfurt nach Hamburg um dort den gewonnenen "Preis, dotiert im Wert von 70'000.--" abzuholen. Sie wählen hierfür die Bahn.

Wenn Sie eine Fahrkarte oder ein Flugticket buchen, stellen Sie ganz von alleine eine Zahl an Überlegungen an:
- Reiseziel, Reisemittel
- Datum, Uhrzeit, Rückreise
- Sie prüfen, ob Sie über genug Geld, also ein Reisebudget verfügen
- Sie checken, ob Sie genug Zeit oder sogar Überzeit haben bzw. hätten
- Dann kommen Fragen nach möglichen Zügen und Verbindungen
- Erste oder zweite Klasse?
- Alleine oder zu zweit bzw. als Gruppe?
- Gepäck?
- WiFi?
- Sitzrichtung rückwärts oder in Fahrtrichtung?
- Am Fenster oder zum Gang?
- Im Grossraumwagenabteil oder in den 6er-Kabinen, allenfalls Speisewagen?
- Wie viel Zeit möchten Sie früher ankommen?
- Benötigen Sie Anschlüsse? Ein Taxi vom Bahnhof? Ein Hotel?
- Möchten Sie im ICE am Tisch sitzen und arbeiten?
- Haben Sie eine Bahn-Card?
- Gibt es Vergünstigungen?
- Möchten Sie eine Sitzplatzreservierung?
- u.a.m.

Insgesamt schauen Sie sehr prüfend, ob Sie das Richtige tun und ob Sie dabei gut für sich sorgen. Sie möchten das Ziel erreichen, sie möchten Sicherheit haben, Sie möchten den gewählten Komfort haben - Sie haben schließlich einen "Preis-über-70'000.--" gewonnen, da wünschen Sie sich, dass alles gut läuft und Sie gut dastehen oder auch gut aussehen. Alles menschlich, und läuft in den meisten Fällen sehr bestimmt und bewusst ab, sie kennen alle Fahrzeiten, Zug- und Wagenummer und die Nummer Ihres reservierten Sitzplatzes. SIE CHECKEN EINFACH ALLES - ganz normal.



Das ist beim Gedanken an ein  Coaching bzw. die Erteilung eines Auftrag an ein/e Coach GENAUSO anzustellen. Sie wollen ja nicht einzig Hamburg pünktlich erreichen - SIE WOLLEN DORT DEN PREIS VON 70'000.-- Euro kriegen (siehe oben).

Sie haben sich - wie bei Coaching - für ein Wegmittel entschieden, bei dem Sie in hohem Maß selber beteiligt sind, ob Sie für das Erreichen des Ziels die richtige Fahrkarte und Reservation haben, ob alles für Sie definiert, gebucht und bereitgestellt wird. Ob Sie ankommen, liegt in Ihrer Verantwortung. 

Erfolgreiches Ankommen (hier: den Preis mit nach Hause bringen) ist im höchsten Maß vom eigenen Geschick und der eigenen Aufmerksamkeit bestimmt, was man da für sich selber tut. Wenn Sie für die Erreichung Ihres Zieles - den Preis abholen - ein verläßlicheres Mittel als die Bahn brauchen, dann müssen Sie vielleicht das Auto nehmen, viel mehr Geld dabei haben (Taxi und so), am Tag zuvor anreisen, whatever ... Sicherstellung ist das Stichwort.

Und daher sind für ein Coaching ähnliche Fragen für sich selbst zu beantworten:
- Was ist das vordergründige Reiseziel (Hamburg)?
- Was ist das tieferliegende, relevante Reiseziel (dort den Preis abholen)?
- Welches Mittel zur Zielerreichung eignet sich?
- Welches ist meine Verantwortung? Was davon ist mein Anteil (Glück schmieden)?
- Welche Angebote gibt es? (Verbindungen)
- Wo soll es stattfinden?
- Wann sollte man zumindest (in Hamburg) sein? Readyness?
- Wie sollte man für den festlichen Preisanlass bereit sein?
- Was kommt da an Kosten alles auf einen zu?
- Habe ich das Geld? Kenne ich die Honorare? Kenne ich die Zahlungskonditionen?
- Kenne ich die Kosten für ausgefallene Termine?
- Habe ich ein souveränes Budget als Mittel der Selbstbestimmung?
- Kann ich im Coaching in meiner Selbstbestimmungskompetenz bleiben?
- Verfälschen "Kräfte" meine Selbstbestimmung?: Medikamente, Psyche, Drogen,
- Verstehe ich Geldnot als eine Not?
- Verstehe ich Not allgemein als etwas, das meine Selbstbestimmung einschränkt?
- Kann ich noch frei atmen (fürs Coaching) - oder brauche ich direktive Hilfe?
- Ist mein Ziel ein optimiertes Tun (besser leisten)?
- Oder ist mein Ziel ein entwickelndes (ich erkenne danach selbstbestimmter)?
- Was für ein/e Coach meine ich, hierfür zu brauchen?
- Was für Anliegen, Gefühle, Bedürfnisse, Bitten und Ziele habe ich?
- Was ist mir wichtig? Was ist mir dringend? Was kann ich selber angehen?
- Was sind meine Gedanken zur "Hürde"?  Was sind gemachte Erfahrungen?
- Bin ich Spielball meiner Umstände oder habe ich Anteile an der Bestimmung?
- Wie viel Zeit, Geld und Reflexionsaufwand ist mir das Ziel wert?
- Wie viel Geld ist das Ziel an sich wert - ohne es auf mich zu beziehen?
- Wie viel Geld ist das Ziel innerhalb von 48 Arbeitsmonaten wert (Betrag)?
- Wo liegt mein Return-on-Invest in der Sache? Gibt es ein Stop or Go?
- Haben Sie sich für Ihre Wahl entschieden - oder geben Sie hier Ihre Führung ab?
- Finden Sie es wirksamer und bestimmender, selber zu bezahlen (Selbstzahler/in)?
- Oder überlassen Sie das Zahlen des Coachings einer anderen Instanz?
- Haben Sie bedacht, was wirksamer bezüglich des Zielerreichungsertrages ist?
- Was genau ist nochmal Ihr Ziel? Vordergründig? Und darunter/tiefer liegend?
- Und was hat das Ziel für einen Wert an sich?
- Können Sie Ihren Coachingauftrag formulieren?
- Können Sie nun ein mögliches Coaching beauftragen / briefen?
- Mögen Sie nun fühlen, dass SIE das alles zu bestimmen haben und bestimmen?
- Fühlen Sie Souveränität und haben Sie Luft, um frei zu atmen?
- Können Sie ein Gefühl dafür haben, was genau Sie tun und wollen?
- Geht es in Ihnen bereits los?
- Möchten Sie eine Frau oder einen Mann als Coach? Oder gar ein Paar?
- Können Sie beim Coachingauftrag erkennen, dass SIE - wie beim Bahnticket - entscheidend sind, was SIE erreichen?

Der Witz vom 'Ankommen' ist nie, das Ziel zu erreichen! Was zählt ist, was man vom erreichten Ziel aus weitergehend haben möchte.

Weder nimmt man eine Stufe, um nicht  die nächste noch anzusteigen, noch geht man nach Hamburg, ohne in die Stadt kommen zu wollen. Man fährt nicht nach Italien, um keinen Urlaub oder Geschäfte zu machen, und man spart kein Geld ohne hierfür einen Zweck zu wissen, niemand im Krieg nimmt einen gegenüberliegenden Brückenkopf ein, um dann nicht weiteres Terrain zu sichern.

Es ist bestimmt wichtig, das WARUM für eine Wahl eines Coaches zu fokussieren (den Blick auf die Güte des Coaches zu richten). Aber egal, welche/n Coach SIE dann beauftragen - entscheidend für Ihre Reise ist das WOFÜR? ... und WIE SIE SICH HIERFÜR ANSTRENGEN. Vom ersten Gedanken daran. 

Gute Reise - Bon voyage - Buon viaggio.

Jona Jakob
www.humanness-coaching.de

Freitag, 18. Oktober 2019

Freitag, 9. August 2019

Der Anteil Ja im Nein

Das Nein als Verbot


Ob elterlich, durch Lehrer und Erzieherinnen, Nonnenschwestern, Kirchenobrige, militärisch Vorgesetzte oder Polizisten u.a.m. ... ein "Nein" verbinden wir erwachsenen Menschen schier Zeit unseres Leben lang mit "Mässigung / Stopp / Halt / Verbot / Schuld / Strafe / Pein". Ein Nein erzeugt in den allermeisten Fällen eine persönlich genommene Betroffenheit, das Gefühl, ertappt worden zu sein, Anflüge von Peinlichkeit begleiten einem und Erklärungsnöte bzw. Rechtfertigungen.

Das krasse am Nein: Es lässt keinen Spielraum. Nein ist unmittelbar, jetzt, sofort. Als würde man bei hohem Tempo auf Null gestoppt. Nach Maslow könnte man sagen:

... ein Nein entreißt einem der Selbstverwirklichung
... ein Nein aberkennt den Status
... ein Nein lehnt einen ab / nimmt wen nicht an
... ein Nein destabilisiert zuvor gewonnene Sicherheit
... ein Nein kann das Grundbedürftige in Frage stellen oder es einem verwehren

"... ohne Wasser und Brot ..." - würde es dann lauten. Ein Elend.

Als Mensch, der als Coach tätig ist, erlebe ich dabei nicht zu selten ein Dilemma:

Es ist noch keine wirkliche Schwierigkeit, als "Coach" mich nur als solcher zu verstehen, wenn mit mir ein Auftrag vereinbart wurde und ein vereinbarter Termin besteht. Manchmal muss ich mich mit diesem Argument wehren, wenn wer meint, mich meines Coach-Daseins ermahnen und einfordern zu wollen: Dann kommt von mir die Antwort: Mach mal Halt, ich bin Coach, wenn ich hierfür beauftragt wurde. Alles andere wäre unsauber. Mich hier nun als Coach einzufordern (vielleicht in einem Konflikt), ist nicht nur eine Fehlinterpretation, es ist auch eine strategische Option." Damit bin ich raus aus dem "miesen Trick".


Wer aber bin ich für andere, wenn ich als Coach eben nicht Coach bin?


Ich würde heute hier schreiben: Ich bin für andere dennoch bestimm eine Person, von der man "Dinge" erwartet, wie z.B. Besonnenheit, Fähigkeit der Annahme, des Zuhörens, zum Menschsein. Da könnte ich nun viel aufzählen, was Ihnen ebenso in den Sinn kommt.

Business oder Privat?


Auch diese Unterscheidung kann ich - auf die Coachees bezogen - kaum trennen. Bisher kamen sozusagen 100% Berufsleute, die als Arbeitende in ihrer Situation steckten. Ob diese dann geschäftlich oder menschlich mäanderte, lässt sich mE nicht wirklich trennen.

So lässt sich umgekehrt sagen: Wann immer ich den Menschen "treffe", ob mit einer Frage, einem Impuls oder als Privatmann mit einem "Nein, lass das", berühre ich Mensch und Form, Mensch und Rolle, Mensch und Identität.

  • Zum "Stopp / Nein / Hör auf damit", zum Imperativ in der Stimme und Wortwahl kommt meine Haltung in einer Sache hervor. 
  • Im Nein steckt viel Selbst: Selbstwertschätzung, Selbsterhalt, Selbstschutz, mein eigenes OK-Sein, etc. 
  • Im Nein, welches sich nicht erklärt, bin und bleibe ich ok - umfänglich. 
  • Im Nein bin auch ich plötzlich Part des Prozesses, z.B. der Kundenbeziehung.


Nicht zu selten erlebe ich dann erwachsene Menschen brüskiert. Sie sind betroffen oder fallen schier vom Pferd, dass sich jemand erlaubt, sein Nein zu platzieren. Man will kein Nein erleben. Als wäre es ein Privileg, eine irgendwie ausgemachte Freiheit, als Obrigkeit, als Person oder Erwachsener, Doktor, Chef oder Vorgesetzter kein Nein mehr erfahren zu müssen. Als wäre man raus aus der Sache ... wie so eine schmerzfreie, fette Komfortzone, im Selbst definiert und fern jeder Rücksicht, auf die andere in ihrem Ok-Sein, die auch ein Recht hätten und haben.




Mein Anteil Ja in meinem Nein


Was auch immer mich berief, Coach zu werden, dieses Format von Mensch- und Mitmensch sein, diese jahrelange Arbeit am Selbst, der fortwährende Zweifel und die verbleibende Restblindheit in der Selbstbetrachtung und -beurteilung, es hat mich Leben gelernt:

a) Leben, was all jene Anteile beinhaltet, die mein Dasein ausmachen und bilden, und dass ich diese auch zu schützen, zu pflegen, zu bewahren und zu lieben weiß;

und

b) Leben, was all jene Anteile beinhaltet, die dein Dasein ausmachen, in seinem Gedeihen, Ok-Sein und Geliebtwerden.

Und soweit man mich kennt ... soweit mich jemand über die Jahre erleben und erfahren konnte, sind meine Nein kaum auf einer Aberkennung basierend, sondern vielmehr auf einem Ja zu Dir. Gerade die barschen, konsequenten Nein, sind vielleicht die zugewandtesten. Und auch die klaren Neins, die überhaupt geäußerten und vermittelten Neins, sind Zusprüche, man sollte die Komfortzone der Schwäche verlassen und sich um das Bemühen, was am zugesprochenen Guten an und in einem ist. Man möge sich vielleicht bemühen ... - noch immer bin ich jetzt nicht Coach, sondern die als Coach lebende Persönlichkeit, die keinen Auftrag hat, dir aber begegnet. Mein Nein ist nicht zu selten ein Erhalten, ein Wiederherstellen von Richtigkeit, ein Wecken und Hinweisen auf vielleicht jenen blinden Flecken, den auch Du und Du und Du auf dich selber nicht sehen kannst. 

Zuletzt wird es wohl eine Frage meiner Verantwortung, ob ich dich darauf hinweise, mit etwas aufzuhören, es zu lassen, es mit mir nicht zu machen. Es konfrontiert, es ist unliebsam, es vermittelt das Gefühl, abgelehnt oder zurückgestoßen zu werden. Doch mein "Nein" soll klären oder regeln - wenn man sein Werden dem Prozess gerecht selber verantwortet und versteht - dass ein eingehendes "Nein" etwas ist, was a) (ich) bzw. der andere nicht möchte und b) was ich/Du/er/sie/es aus guten Gründen lassen könnte.

Wenn ich also aus einer ersten Phase des meist kindlich bedingten Erschrockenseins heraus bin, bleibt der werdende Mensch (Individuation), der das Nein zu sehen vermag ... und was inhärent dem Rigel für ein meist fürsorglicher Nutzen inne ist.

Es gibt, so meine Meinung, ein Ja im Nein. Sonst habe ich keinen Anlass, Ihnen ein Nein auszusprechen.

Durchaus.

Mit herzlichen Grüßen
Jona Jakob


Nachtrag:
Als ich mit 20 Jahren Mitarbeiter im Inselspital Bern war, einem vorbildlichen Arbeitsgeber, sagte meine damals ältere, badensische Vorgesetzte zu mir: "Herr Jakob, Sie müsse schon Fortbildungen anmelde. Es kann sei, dass i donn Nei sog. Aber nochm dritten Mal Nei muss i dann au wieder mal Ja sage." :-) ... ich höre sie heute noch.

Nachtrag 2: 
Wenn mich jemand fragen würde, welche Momente im Leben haben dich nach vorne gebracht, dann würde ich eindeutig sagen: "All jene Male, in denen mir jemand sei Nein deutlich machte und konsequent bliebt, so dass ich danach auf den Knien ging. Es war für mich meist fürchterlich, aber es formte mich dahin, wo ich ob des Nein doch meinen Weg fand."

Samstag, 26. Januar 2019

Des Coachees Prozess: vorher - während - nachher

Mir geht es mit dem Begriff 'Coachingprozess' nie ganz gut. Ok, er stimmt, ist trefflich, wenn man weiß, wovon man redet. Aber nicht-direktives Coaching zu verstehen, ist ohnehin schon schwierig genug, und um bewusst zu machen, wovon ich rede, nämlich vom Coachee, nenne ich es lieber:

Des Coachees Prozess. 


Es ist der Prozess derjenigen, die sich auf eine Veränderung ihrer Lage einlassen. Was es mE nicht ist: Die Wirkung oder Kunst oder das Werk des Coaches. Zuletzt müssen Klientinnen und Klienten mit dem Erreichten selber leben. Daher ist es ihr Prozess.

Wovon ich schreibe, schreibt man im Management der Kontrolle zu. Management besteht - da ebenso Prozesse - aus:

  • P lanung
  • E ntscheidung
  • A nordung bzw. A usführung und eben
  • K ontrolle (Evaluation): vorher - während - nachher
Man ist also eine Weile mit etwas unterwegs, mit einer Lösungssuche, mit einer Lösung, mit einem Bedürfnis, einem Wunsch, einem Ziel oder sogar einer Notwendigkeit. Wie bei einem 'Projekt' gibt es 
  • einen Auftrag
  • eine Zielsetzung
  • Projektleitung (liegt immer bei den Coachees = Aspekt der Verantwortung)
  • ein Budget
  • einen Zeitrahmen
  • möglicherweise eine Strategie
  • vermutlich Maßnahmen
  • und Kontrolle  
Bild: Fotolia, #194473920
Worauf ich hinaus will: Ich glaube, die zentrale Aufgabe eines Coaches liegt darin, Klientel WÄHREND des Prozesses zu begleiten - und nicht, Menschen zu Start und Ziel zu leiten: 
  • Während der Klärung
  • Während der Orientierungsfindung
  • Während der Klärung von Gefühlen und Bedürfnissen
  • Während der Auftragsdefinition
  • Während der Zielformulierung
  • Während dem Überschreiten des Rubikon, dem Auftakt, dem Start
  • Während dem Prozess mit seinen Unterprozessen und Meta-Veränderungen
  • Während dem Wandel
  • Während den Krisen und Rückschlägen, Umwegen und der Müdigkeit
  • Während dem Erreichen des Gewünschten
  • Während dem Sichern des Errungenen
  • Während dem Etablieren des Neuen
  • Während den Spätfolgen der Veränderung
Diesen Gedanken möchte ich zeigen, Es ist mein Empfinden, dass mir zu viele Coachingangebote mit dem Start (Appell, etwas für sich zu tun) oder dem Ziel: Glück, Erfolg, Wohlsein, etc. ... also mit dem Anfang (vorher) und dem Ende (nachher) angeboten werden. 

Wenn Sie sich bewusst einstellen und sich achten, Menschen während ihren Dingen wahrzunehmen, zu sehen, zu beachten, zu fragen, dann werden Sie mit großer Wahrscheinlichkeit feststellen, dass Sie damit mehr bewirken, als wenn Sie vom Start bzw. vom (noch nicht geschafften) Ziel reden. 

In meinem Inneren (JJ) bin ich nicht-direktiv: Ich mag niemandem etwas sagen, weder etwas von Coaching noch etwas vom Glück. Wenn der Weg eine Art Ziel ist, wenn Leben 'Leben' ist und nicht 'Ziele erreichen', dann ist das Unterwegssein mE das Maßgebliche. 

Die wahre Entwicklung, des Pudels Kern, das Mystische wie Mirakulöse liegt mE im Werden.


Das wirkt auf den ersten Blick weniger attraktiv, wie wenn man sagen kann: "Nächste Woche fange ich dies oder das an" - und "Letzte Woche habe ich den Volkslauf über 20 Km geschafft". Die wahre Entwicklung, des Pudels Kern, das Mystische wie Mirakulöse liegt mE im Werden. Mag die Geburt noch so gefeiert sein, so auch der Erfolg, was aber dem Menschsein in seiner Haut das Größte, das Tiefste - und wichtig: das Eigenste - sein und bleiben mag, ist sein Wandern, sein Unterwegssein, sein Er'fahren - sein Werden. 

Als Coach, so wäre mir das lieber gesehen und verstanden, ist das "hierzu-dasein-WÄHREND" die zentrale Aufgabe (insofern dafür beauftragt :-)

Ein Trainer des Personzentrierten Ansatzes erzählte aus dem Nähkästchen und zitierte eine persönliche Erfahrung mit einem weiteren Trainer, der zu ihm sprach: "Therefore I'm here with you."


Ich danke für Ihr Interesse.


Jona Jakob, Aschaffenburg
humanness-coaching.de | .ch

Sonntag, 30. Dezember 2018

Würdigung der Altjahreswoche



Mit dieser persönlichen Beobachtung möchte ich kurz vor dem Jahresende die Altjahreswoche würdigen. Jene Woche, dich ich stets mit Besinnung, Rückschau, Vorschau und dem eigenen Ich verbinde. Man könnte die Quo-Vadis-Frage stellen Wohin gehst du? Wohin des Weges? Und bestimmt, man geht immer einen Weg, sogar einen letzten. Als Lebender bleibt die Frage, ob der Weg, den man geht, jener Weg von allen oder vielen Wegen ist, bei dem man sich am wohlsten fühlt. Das Leben ist mE nicht gut oder schlecht. Und noch viel weniger ist jeder von euch oder uns allen gut oder schlecht. Vielmehr ist es mir wichtig, SICH STIMMIG zu fühlen, ein Gefühl, bei dem mir selber wohl ist, und mir niemand daran heran gelangt, es mir von außen zu bewerten, als wäre etwas nicht recht. Dann wäre ich ja schon wieder in der Fremdbewertung verfangen. Nein, sich selber stimmig fühlen - das ist eine Sache, die man ganz edel mit sich selber ausmacht und wenn es gut läuft, möglichst bewahrt.


Liebe Grüsse
Jona Jakob

Montag, 26. November 2018

Coaching. Heititeiti oder den zeit- und geldmäßigen Aufwand wert?

Mich beschäftigt seit einiger Zeit, es mögen Jahre sein, die Interpretationen des Positiven. Es ist bald zum Diktat geworden, alles und jedes per Einstellung (Mindset) positiv sehen zu sollen, um nicht gleich 'müssen' zu notieren.

Wenn ich irgendwo im Urlaub ohne große Gedanken mich erholen kann, ja, da kann ich getrost den ganzen Tage ein Lächeln im Gesicht haben und unbesorgt sein.

Meine persönliche Sicht auf die Sache ist jedoch, dass kein Mensch es schafft, in allen Lebenslagen "positiv" eingestellt zu sein. Vermutlich kehren jetzt schon Leserinnen und Leser ab, zu verlockend, jemandem zu folgen, der doch alles in warmen Farben anmalt. Bitte.

Ich streite auch nicht ab, dass man sich nach etwas Besinnung seinem Weg zuwenden kann und das positiv. Man kann seine Angst, Beklemmungen, Blockaden, Sorgen, Schmerzen, etc. vermutlich viel leichter anpacken, wenn positiv. Doch erst sind es einmal menschliche Verhinderungen, schmerzlich und befürchtet. von Scham, Versagen, Scheitern, Verlieren, Trennen, Absagen, etc. etc. etc.

Und mir zu sagen, an schlechten Tagen könne man wenigstens davon lernen, ... ich habe echt keine Ahnung, wozu man es auf diese schier aussichtslose Spitze treiben muss. Liest sich schon wie latenter Psychoterror.

Viel mehr plädiere ich dafür, die schweren Seiten des Alltags und des Lebens zu integrieren. Sie annehmen, betrachten, klären, einordnen und dann sehr gerne, positive Weg und Lösungen finden, wie man mit seiner Situation umgeht. Es hat nicht nur positive Anteile und das Schwere, es ist nicht der Teufel und es ist noch lange nicht das Negative. Es ist vielmehr jener Anteil, der dem Positiven ein Profil und eine andere Empfindung verschafft, weil es eben auch den Schmerz als sein Gegenteil gibt.

Ich plädiere nun nicht fürs Negative. Aber worauf ich hinweisen möchte: Coaching ist viel mehr, als wenn es bloß für ein 'Tünchen ins Erträgliche und Positive' bleibt. Das wäre Heititeiti und das Geld wie die Zeit nicht wert. Ich könnte provozieren und der Sache bisweilen 'Verblendung' unterstellen. Hierzu gibt es keinen Anlass, doch zu Ende gedacht, könnte "Coaching" zum Zauber werden - und das haben Menschen als Klientinnen und Klienten nicht verdient. Auch keine in Unternehmen. Es ist von ganz und gar keiner Würde, alleine dem Umstand des Wohlfühlens verschrieben, eine sachliche Klärung und Entwicklung zu übergehen. Wir sind hier nicht in einer "Show".


Bild (c) Jona Jakob - Raum für Gespräche 


Ich plädiere dafür, die ernsthafte, engagierte und teils belastende Arbeit sichtbar zu machen, ob als Selbstarbeit (bei den Klienten) oder als Begleitarbeit (seitens der Coaches).


Coaching ist für einem da, ...
wenn es Angst macht, Beklemmungen einem beschleichen, Scham- und Hemmungen sich zeigen.


Coaching ist für einem da, ...
wenn es hart wird, aggressiv, machtbesessen, fintenreich und verschlagen. Wenn Teams, Leitungen, Partner, Verträge, Konstellationen, Vorgänge, Verfahren etc. erkannt und abgewogen werden müssen, vom zu tragenden Risiko bis hin zur Verantwortung, begleitet von Diskretion und Alleinsein.


Coaching ist für einem da, ...
wenn es schmerzlich ist. Die Liebe ist gebrochen, die Arbeitsstelle wurde gekündigt, man wurde abgelehnt, der Mietvertrag ist wieder nicht eingegangen. Verluste, Scheitern, Versagen, Verlieren ... man möchte es nicht wissen - aber Coaching ist gerade dann da, um im Handeln und Lösen bleiben zu können, nochmals und nochmals neue Kraft in sich findend, weiterzumachen.


Coaching ist für einem da, ...
wenn die Traurigkeit einem zu Boden schlägt und man angezählt ist. Tod, Krankheit, Verlust, Wegzug, und Liebe, Liebe, Liebe. Oder auch: Einsamkeit, Alleinsein, Krankheit, Handicap, Unangenommensein, Schwäche. Es gibt so viele Schicksalswendungen, auf die man nicht vorbereitet ist, und dann sitzt man da und weint.


Coaching ist für einem da, ...
wenn man selber nicht weiter weiß. Verzweiflung, Stress, Überforderung, Dussligkeit, Aggression ... Man fühlt nur noch die eigene Ohnmacht, die Hilflosigkeit, man verliert die Übersicht, ist zu sehr gefordert und könnte am liebsten mit Dingen um sich schmeißen. Wut.


Coaching ist für einem da, ...
wenn man sein Korsett von Erziehung, Rollenverhalten, Auferlegtem, Erwartungen, Eltern, Dorf, Gesellschaft, Stand, Arbeit, Position, Verein, etc. nicht mehr abzustreifen mag und nur noch für andere lebt, ohne noch zu wissen, was davon wirklich die eigenen Anteile wären, das Lebenswerte.


Coaching ist für einem da, ...
wenn Brüche und Wendungen das Leben einen kleinen Tod sterben lassen um es einem gleichzeitig in eine neue Lebensphase 'gebiert'. Man wird in etwas neues 'geworfen', eine neue Arbeit, eine neue Beziehung, an einen neuen Ort. Wie gestaltet man sich? Wie wird man angenommen? Wie wird man, wer man darin gerne sein möchte?


Coaching ist für einem da, ...
wenn es Konsequenzen hat. Fehlentscheidungen, Verpasstes, Wichtiges, Vertragliches, Vereinbarendes, Zukünftiges, Entscheidendes. Man darf nun möglichst keinen Fehler machen. Der Verlust ist zu verhindern, der Gewinn ist einzutüten. Die Jahre und Lebenszeit sind nicht zu verschwenden.

Coaching ist für einem da, das Schwere gangbar, leichter, möglich zu machen.
Jona Jakob, 2018


Und jetzt wird es sichtbar, die mir wichtige 'Zweiteiligkeit' in der Sache:

Coaching ist für einem da, das Schwere gangbar, leichter, möglich zu machen. Das hat etwas Positives und ist die Zeit und die Ausgaben wert. Aber niemand sagt dabei, es wäre leicht, schmerzfrei, nicht beladen oder ohne tiefe Ernsthaftigkeit, von Dauer und daher von hohem Wert.


Der Wert von Coaching ist, wenn er an die richtige Stelle fällt, schier unbezahlbar - schlicht: Enorm viel wert. Dazu braucht es Klientel, welches sich sich selber stellen mag, und es braucht Coaches, die dieser Bereitschaft von Klienten - bei all den Tricks und möglicher Schönfärberei - doch ernsthaft mit gebührender Würde begegnen: Wir sind nicht gleich im 'Positiven'.


Zu klären ist auch: Weil es gefühlt unangenehm ist, sind wir niemals gleich im 'Negativen'. Im Negativen sind wir, wenn wir aufgeben - aber: Aufgeben wäre das Gegenteil von Coaching, auch wenn wir noch so ängstigen, trauern, leiden oder uns nicht für fähig halten, während wir es neu und immer wieder versuchen, es doch zu schaffen. Coaching ist daher weiter einfach dazu 'da' - eine recht positive Haltung, meine ich.


"Dem Traum folgen. Und nochmals dem Traum folgen. Und so bis zum Ende."
Joseph Conard im Buch 'Lord Jim'



Herzlich

Jona Jakob, Aschaffenburg
raumfuergespraeche.de

Montag, 10. September 2018

Der Zeitpunkt einer Herausforderung und der Gedanke an ein Coaching

Warum besser zuvor ins Coaching?

Eigentlich liegt es auf der Hand, aber im Moment, wo einem bei der Arbeit oder im Leben sich "alles" aufdrängt, verdrängt dies auch den Gedanken an ein Coaching.

Nicht selten sieht es nach dem Spruch aus: "Ich habe keine Zeit mit Ihnen über Zäune zu reden, ich bin gerade darum besorgt, die Hühner einzufangen."

Menschen, die schon etwas Coachingerfahrung haben, verändern ihr Verhalten. Sie erkennen den grossen Vorteil, so dass sie VOR ihren Konfrontationen, Gesprächen, Herausforderungen und Lösungsfindung ins Coaching kommen.

Das hat mehrere Vorteile:
  • Sie sehen im Coaching die eigene Lage besser.
  • Sie erkennen Stärken und Schwächen, Chancen und Gefahren.
  • Sie bilden dabei automatisch eine eigene Willensbildung.
  • Dann entstehen automatisch erste Strategien. 
  • Und eindeutig: die Ziele werden klar und spürbar, 
  • der Wille und die Haltung auch.


Dann schreiten Menschen über ihren "Rubikon".

Danach kann das Gespräch, das Problem, die Herausforderung oder was auch immer auf einem zukommen. Diese Menschen, die das Coaching FÜR SICH NUTZEN, sind dann vorbereitet.

Schier unnötig dabei zu erwähnen, dass der Coachingaufwand von Auftrag zu Auftrag kleiner, geringer wird. Ob zeitlich oder finanziell. Denn mit jedem Gespräch steigt die Selbstkompetenz, die Fähigkeit, sich selber zu kennen und einzuschätzen. Und es steigt dabei die Erkenntnis, dass man bei den eigenen Schwächen nachgelassen und bei den persönlichen Stärken zugewonnen hat.

Fragen Sie lieber nach, ob der Coach für Sie auch Mal morgens um 05:00 Uhr oder sonntags Zeit hat, als dass Sie ungeklärt früh am Morgen in den Wirren des Tages stehen, vom Stau, dem Bahnausfall, dem Meetingdruck oder falschen Erwartungen bedrängt. Mit klaren Gedanken prallt das alles von Ihnen ab - der Lead in der Sache bleibt Ihrer.

Das Beauftragen Ihres Coachings wirkt meist schon wie Leitplanken. Ideal, wenn Sie hierfür Ihren Coach haben.

Jona Jakob
Senior Coach

Aschaffenburg
humanness-coaching.de

Montag, 3. September 2018

Die Freiheit, das ist mein eigenes Ich. Wo aber kann ich mich festmachen, wenn der Boden der Gesellschaft einbricht?

Die Jahre, Monate und eskalierend die letzten Tage sind für jemanden, der sich Gedanken macht, im höchsten Mass Unruhe stiftend und schier übergriffig darin, dass man sich mit diesen Zeiten beschäftigen muss. Heute fasst man das kurz zusammen und schreibt als Status: Es ist kompliziert.

Der ganze Wust an Gutmeinen, Aufstehen, Ankämpfen, Fahne zeigen, etc. verbleibt mE ziemlich wirkungslos. Warum? Weil die Aktion oder deren Appell sich gegen andere richtet (fachlich: fremdverantwortend ist) - und damit nicht unähnlich richtet, wie die Abgelehnten, die uns ablehnen.

Wenn also Links gegen Rechts demonstriert, ergibt das nur eine geringe Wirkung. Was soll denn am Schluss geschehen, wäre einer der Flügel übermächtig? Soll er alle "Andersartigen" an die Wand stellen? Die Linken tun den Rechten was genau? Und umgekehrt?

Und dazwischen wabbert eine unendlich viel grössere Masse an Menschen, die sich nicht hervortun, egal welcher Richtung sie sich innerlich zugehörig fühlen, anteilsweise deren Argumente für gut und richtig findet und die, jeder für sich, einfach keine Lösung wissen.

Jotter by JJ / Sony Ericcson P800


Einfach keine Lösung wissen, ist vielleicht der Gleichung gemeinsame Nenner.

In altbekannter Manier, einem Handlungsmuster anerzogener Schule, Wettkampf und Matches greift man den "Feind" an.  Soll ich also nun einen wirklich schwer zu ertragenden Nazi in mir "wegrasieren" wollen? Soll der wegen seiner Nazitümmelei und seiner Aggression von mir ausgelöscht werden, weggesperrt, mundtot gemacht sein? Der Gedanke geht so nicht und ist auf keine Weise so klärbar, selbst bei einem Bürgerkrieg nicht. Im Krieg gibt es keine Sieger. Schon gar nicht, wenn am Schluss ein Friede abgezeichnet werden müsste. Friedenverträge sind die gröbsten Win-Lose-Dokumente, die es demütigend gibt.

Nein, ich möchte keinen Nazi erschlagen. Ich möchte viel mehr, dass jene, die wie ich keine Lösung finden - und dann vielleicht erst einmal Nazi werden, früher waren es rote Brigaden oder irgendwer, der einfach dagegen war - ich möchte, dass die in demokratischen Verhältnissen gut und mitwirkend leben können, den Nazi wieder abgestreift, da man ins Leben involviert ist. Ich möchte, dass aus dem Nazi wieder ein Mensch, ein Nachbar, ein Mitglied unserer Gesellschaft geworden ist.

Das möchte ich alleine schon, um auch für mich wieder eine Lösung zu haben, jedenfalls eine, die mich nicht dazu aufruft, zum Kampf anzutreten, wo Sieg oder Niederlage das Faustrecht und die Macht des Stärkeren regelt.

Wenn ich das funktionierende Miteinander haben möchte, macht es null Sinn, gegen Nazis anzuschreien. Das widerspricht jedem Kommunikationsfortschritt, jeder Gewaltfreiheit, jeder Heilung oder jedem Frieden. Es entspräche in keiner Weise unserem Entwicklungsstand und stellt nur einen eher hilflos wirkenden Rückschritt dar, den in die Barbarei.


Was kann ich tun?

Ich kann mich vielleicht aktuell etwas vergessener Schulen zuwenden, die wie trockene Felsen in der Landschaft stehen. Nicht, um gleich schon wen bekehren zu wollen. Nein, im ersten Schritt kann ich mich diesen alten Schulen zuwenden, um nicht in eigene Unwürdigkeit zu verfallen und ähnlich zu werden, wie die krakeelenden Stimmen, die uns erschütternd entgegenschlagen und sich rotten.

Auch in diesem Konflikt bleibt der selbstverantwortende Ansatz das Mass der Dinge - WAS KANN ICH BEI MIR TUN? Konflikte sind wie Umweltverschmutzung, wie Plastik und Müll. Wo fängt das bei mir an? Was kann ich tun? Wo kann ich etwas bewirken?

Was man für sich selber tun kann, ist

  • sich seiner christlichen Werte bewusst werden
  • sich seiner Erziehung und Tugenden bewusst werden
  • die Philosophie nicht vergessen
  • den Humanismus neu nachlesen
  • die Geschichte der Aufklärung rekapitulieren
  • die Chancen der Demokratie vorm inneren Auge tragen
  • in allem den Aspekt der persönlichen Freiheit spüren lernen
  • die Art und Weise menschlichen Umgangs in Erinnerung rufen
  • das Grundgesetz reflektieren
  • sich über Begriffe wie Ehre vs. Würde Gedanken machen
  • sich mit dem Ich und dem Wir beschäftigen
  • sich mit Schulen des Zen, des Taos, des Katholischen und Protestantischen
  • sich auf unsere Europäischen Werte besinnen
  • sich als einflussnehmende Eltern sehen
  • sich als Partner, Mitmensch, Gesellschaft und Gesprächspartner verstehen

Das sind Dinge, die man selbst still und leise für sich tun kann. Dort kriegt man Raum dafür, was man vertreten und argumentieren kann: Für unser Sein in Würde und Freiheit. Dann sind da alle dabei. Alles andere schließt schlicht nur aus, egal von welcher Seite. Und ehrlich gesagt, das kann nicht mein Ziel sein. Sonst bin ich jetzt schon, wie diese "Anderen".

Die Klarheit und ein begehbarer Weg liegt in meinem Bewusstsein und in der dann selbst'bewussten Pflege und dem Hochhalten um unsere freiheitlichen Errungenschaften. Nicht in Zucht und Ordnung, die immer irgend wen knechtet.

Die durch uns geschaffene Freiheit der letzten 300 Jahre ist eine europäische. Es ist unsere Geschichte. Wir sind darin die Expertinnen und Experten, Europa. Was lassen wir uns da gleich vom Tisch wegreden? Warum vermögen wir es nicht viel mehr, zuzuhören und zu fragen: Was brauchst du, damit du wieder anders sein magst? Ab welcher Veränderung würdest du wieder mit uns, statt gegen uns sein?

Wir werden diese alten Schulen und Lehren benötigen. Benötigen, sie bewusst zu halten, vertretbar und verargumentierbar. Weil sie alle eine würdevolle Idee tragen, die alle Wesen bestehen lässt. Ehre tut das nicht, Ehre klagt immer nur ein.
Würde ist die Tür zum Miteinander. Und nebenbei gesagt: Unsere Feinde für den Verlust unserer Freiheit, sind weit sublimer und so richtig lautlos, als jeder rechtsradikale Kern.

Zum Ende von zwei Tagen Fokus-Ethik-Forum in Thun (Schweiz) sprachen die ExpertInnen der Digitalisierung. Und spätestens dann entstand die Wende, ob es nicht vielmehr so ausschaut, dass anstelle des "Hauptsache-Ich" die Frage zu stellen ist: "Haben wir auf diese Weise dann noch ein Ich?"

Diese Freiheit, für die Sie viel lesen und denken  und argumentieren müssen (um nicht zuschlagen zu müssen), ist nicht weniger als Ihr eigenes Ich, so wie das ihrer Partner, Kinder, Familien usw.

Tun Sie was dafür, jetzt schon. Lernen Sie nochmals, wie es damit auf sich hält, frei sein zu dürfen. Ob sonntags in der Kirche, im Lesestoff, in Foren der Philosophie und der Ethik - lernen Sie nochmals, selber zu denken, bevor der Algorithmus es für Sie tut. Und dem ist egal, ob Sie Links oder Rechts sind.

Jona Jakob
Senior Coach, Aschaffenburg

humanness-coaching.de
humanness-coaching.ch


Mittwoch, 25. Juli 2018

"Ich bin schon gespannt, was auf mich zukommt / abwarten / das Universum wird sich erweisen / ..." - Klares Nein.

Man kann an die Widerfahrnis von Schicksal oder einer Bestimmung glauben. Klar. Und ich kann gemäss dem Gesetz der Anziehung und mit anderen Techniken versuchen, Einfluss darauf auszuüben - zumindest kann man getrost einen Wunsch ans Universum senden. No problem, wenn man das als "unterstützende Maßnahmen" einordnet.


Doch zwei Dinge sollte man mir als Coach nicht zu erklären versuchen, einer muss schließlich nüchtern bleiben: Erzählen Sie nicht, dass Sie die Vorsehung steuern könnten!

Nehmen wir einen Prozess aus einem Coaching an:
*****************************************

Ausgangslage (meist Komfortzone)                                         Coachingziel: Neue Situation B

A______>______(hier sollte die Veränderung stattfinden = Prozess)______>________B


Sie können für die Veränderung:
a) etwas aktiv tun / handeln / ändern / machen
b) so lala etwas dafür tun, weil es nicht leicht fällt, aber doch, es wird anteilweise
c) sie können nichts tun und die Entwicklung den Umständen zuschreiben, z.B. dem "schlechten/bösen" Coach ;-)

und was Sie noch tun können:

d) Sie können in einer Endlosschlaufe alles für die anvisierte Veränderung "analysieren / besprechen / klären / zeigen / bedenken / reflektieren / durchkauen / etc etc" - aber in Wirklichkeit tun Sie nichts - außer:

SIE FESTIGEN SICH IHRE SEHR KOMFORTABLE KOMFORTZONE A, da Sie von dort nicht wirklich weg wollen. Sie führen also einen ziemlichen Tanz auf, um zu verschleiern, dass Sie keinen Ansatz haben, sich von A zu lösen und fortzukommen. Solche Gespräche fallen mir auf, wenn diese mich besonders beschwören, mich tiefer ins Esoterische ziehen, ich noch mehr Verständnis haben soll, über bekannte Schwächen hinwegsehen möchte, etc, etc.

Es ist so: Ob Sie etwas selbstbestimmt tun (handeln) oder es schicksalüberlassen nicht tun - die Widerfahrnis macht mit Ihnen, was sie will. Man kann also das Schicksal nicht seine eigenen Aufgaben machen lassen - an der Stelle ist Schluss mit Schönreden und Esoterik. An der Stelle ist auch keine Fehlinterpretation zulässig - sie ist dann nur eine strategische Option (P. Sloterdijk) - um "entschuldigt" zurück ins Körbchen zu gelangen.

Auf Veränderung zu hoffen,
ohne etwas dafür zu tun,
ist wie am Bahnhof zu stehen
und auf ein Schiff zu warten.

Quelle: Internet

Ich muss Sie da wachrütteln, denn solches Verhalten ist purer Blödsinn, da für Sie wie für mich ein riesen Beschiss entsteht und unangenehmer Klärungsbedarf. Es gibt kaum einen grösseren Selbstbetrug, um es mal so zu sagen. Man könnte nun erwarten, dass ich das als Coach rücksichtsvoller ausdrücke, aber die gemachten Erfahrungen zeigen, dass dieser Selbstverwöhnungsmodus Cocoons schafft, die kaum noch zu durchbrechen sind.

Ich klage nicht. Ich zeige an dieser Stelle trotzdem auf, was das mit meiner Funktion als Coach macht:

  • Sie belügen sich / ich sollte verständnisvoll sein / ich sollte Sie wachrütteln
  • Ich sollte authentisch bleiben / ich sollte mich transparent machen / das konfrontiert Sie
  • Ich sollte Ihnen nicht das Geld aus der Tasche zaubern / Ich sollte für Sie da sein
  • Ich sollte mich von Ihnen distanzieren / Ich sollte Ihre Vertrauensperson sein
  • Ich sollte ethische Grundsätze wahren / Ich sollte ein Lieber sein
  • Ich selber möchte mich und meine Grundsätze nicht verraten / Ich möchte Sie nicht plagen
  • etc. 
Denn wenn ich Sie nun bestärke, fangen Sie noch an zu glauben, Ihr Kakao schmecke prima, durch den Sie sich selber ziehen. Und mich möchten Sie zur falschen Bestätigung kumpelhaft und als Dienstleister mit reinziehen. Ich würde bei meinem falschen Ja dazu in Ihren Cocoon miteingesponnen. Nein. 

Ich muss das nicht bewerten, aber ich habe mich zu klären und Stellung zu beziehen, sonst bin ich kein gefasster Coach: 
  • Ich habe Ihnen das so weit transparent zu machen, dass Sie kein Missverständnis haben, was ich Ihnen zeigen will. Warum? Damit Sie sich selber ins Gericht nehmen können. 
  • Ich habe Sie zu entlarven, als würde ich Sie aus dem gemachten Nest werfen, damit Sie von dort aus dann entscheiden, ob Sie wieder ins Nest zurückkriechen oder sich doch in Richtung Veränderung zusammenreissen - kein Schleck, aber da mag ich gerne bei Ihnen sein.
  • Ich habe, wenn Sie ins Nest kriechen, mich gänzlich von Ihnen zu distanzieren. Das ist dann mein bester Beitrag, den ich Ihnen auf Ihrem Weg leisten kann: Mich gibt es für Ihren Selbstbetrug nicht als Kompagnon. Nur in der kritischen Distanz bin ich für Sie noch verwendbar.  
  • Wenn Sie nun ankommen, Sie würden Ihr Fortgehen vom Punkt A nicht schaffen, dann kann es an der Stelle sehr wohl sein, dass dies auch nicht mehr in ein Coaching gehört, sondern in eine Therapie. Und Coachings sind nun mal kein Therapieersatz. 
Denn es sei gesagt: Wer einen Coachingprozess vollzieht, ist meist bei guter innerer Orientierung und schafft sein Fortkommen von Punkt A nach Punkt B durch erkanntes Handel. Da braucht es nicht viel Einsicht und Verständnis, da reagiert jemand aus gesundem Menschenverstand und hat wegen der Einsicht schier Lust darauf, es zu packen und zu verändern. 

Es ist menschlich, eine Veränderung nicht zu schaffen (z.B. bei hartnäckigen Abhängigkeiten). Doch der Wille, FORTZUKOMMEN ist selbst für einen stark Süchtigen immer noch dem sein ganz eigener Antrieb. Auf uns Menschen "kommt nichts zu", auch wenn noch so esoterisch oder gläubig hoffen. 

Von A nach B zu gelangen ist ein FORT-gehen, ein FORT-kommen, ein FORT-schritt. Fort bedeutet sowohl aufs Neue zugehen. Was es aber noch viel mehr bedeutet ist, DAS ALTE ZU VERLASSEN. 

Fürs Mitschreiben: A verlassen! / Basta / Weg dort / fort!

Und mit A vielleicht Job, Freunde, Partner, Ungeklärtes, sogar die eigenen Eltern ... es kann radikal alles Betreffen, was man (ver)lässt. Verlassen ist einer der schmerzlichsten Prozesse, den Menschen durchschreiten: raus aus der Lehrstelle / raus aus dem Zuhause / raus vom Geburtsort / raus aus einer Beziehung / raus aus einem sicheren Hafen / etc. 

Alles ok, wenn das nicht wird. Aber dann stehen Sie dazu. Beschäftigen Sie aber keinen Coach und coachen Sie auch niemanden (wegen der "ich-bin-so-verständnisvoll-Illusion", wenn es doch nichts wird mit Ihrem Absprung. Denn ein Coach kann und darf Sie, wenn ein solches Ersatzverhalten erkennbar wird und sich als Hypothese in den Raum stellt, zwar noch darauf ansprechen, aber wenn dann nichts passiert, ist das Coach-Klient*in-System nicht wirklich mehr aufrecht zu halten. Und zwar relativ brüsk, jedenfalls für Menschen, die schiere Profis darin sind, sich komfortable Situationen einzurichten, um nicht an sich selber ran zu müssen. 

Das ist kein schönes Thema, weder für Klient'Innen noch für die Coaches. Aber eine Seite muss klar und nüchtern bleiben. Es ist die Seite, die zu verantworten hat, dass ein Coachingprozess stattfindet. Das ist die Seite der Coaches. 

Proforma-Getue ist also von der Seite des Coaches geklärt zu beenden. Daher nicht zu selten der Satz von Coaches, dass sie Menschen suchen, die sich verändern wollen. Das ist keine leere Phrase. Hoffende sind im Coaching nicht wirklich aufgehoben - Ändernde sind jene, die von dem Prozess profitieren. 

Zudem sind generell Erfolgreiche solche, die nicht nur Handeln, sondern die ganz besonders wo weg gehen / fort-fahren / fort-schreiten. Sie verlassen den alten Status sofort oder eine Zusammenarbeit, die sich nicht anzupassen vermag. Sie wissen, warum das (A)lte tot ist und Neues im (B)eginn liegt. 

Und um auf den Esoterik-Trick nochmals zurückzukommen: Ein Prüfung, ob sich das Schicksal günstig erwiesen hat, zeigt sich zwar meist, aber doch nur unter der Bedingung, dass was geändert wurde. Ich muss bei B sein, um B auf Schicksal hin prüfen zu können. Dann werde ich vermutlich auch Anteile finden, die meine Illusion positiv beeinflussen, auf dass ich glücklich bin. Gerne. :-)


Jona Jakob
Senior Coach, Aschaffenburg






Freitag, 13. Juli 2018

InhaberInnen / UnternehmerInnen - haben i.d.R. keine Möglichkeit feierlich zu feiern ...

Ich beobachte weibliche und männliche Gründer / Inhaber / Unternehmer. 

Die Beobachtung ist: GründerInnen, InhaberInnen, UnternehmerInnen und leitende Personen haben kaum eine / keine passende Möglichkeit, sich über ihre Erfolge feierlich bzw. emotional zu freuen. Es ist eher verklemmt, wenn überhaupt etwas davon sichtbar wird. 

Das ist keine schöne Erfahrung am Unternehmertum, das ist mit den Jahren im unschönen Fall tendenziell verbitternd und zermürbend. Die Seele, die wegen der Sache kein 'Inneres Kind' haben darf, verhärtet sich. Zu Weihnachten schauen wir dann als Ersatzhandlung den ewig gleichen kleinen blonden Jungen im Fernsehen, der seinen verbiesterten Großvater herzerfrischend zu mehr Menschlichkeit bewegt. Das finden fast alle toll.

Bild (r) Jona Jakob / Raum für Gespräche, Aschaffenburg

InhaberInnen und UnternehmerInnen sind Menschen wie du und ich. Sie haben dieselbe seelische Konstruktion in sich. Sie hätten auch gerne mal Freude und würden noch so gerne, wie beim Fußball, aufspringen und die Arme hochreißen. Aber das tun sie nicht. Sie verabschieden sich ins Wochenende, wünschen alles Gute und sonst lassen sie sich in der Regel nichts anmerken. 

Dass sie sich so auch verhalten, wenn es umgekehrt um Herausforderungen, Probleme, Krisen und Konflikte geht - das erwartet man, das gehört zum Geschäft. Aber dass die gar nicht feiern dürfen, haben Sie als AG wie AN vielleicht noch nie bedacht. 

Ein paar Beispiele: 

> UnternehmerInnen dürfen kein Wort verlieren, wenn Sie für einen Mitarbeiter etwas mit den Sozialleistungen regeln konnten: Wiedereingliederung bei Krankenkassen, einrichten einer Altersvorsorge, jemandem frei geben, damit der privat seine Not regeln kann, von Kindern, Frauen bis Eltern oder sonst Familie. All die guten Taten unterliegen der Schweigepflicht. Etwas Anerkennung wäre aber schön.

> UnternehmerInnen dürfen aus strategischen Gründen sich nichts anmerken lassen, wenn ihnen ein Unternehmen zum Kauf angeboten wurde / wenn eine Finanzierung bewilligt wurde / wenn ein Ziel erreicht wurde / ein Deal zustande kam oder ein juristischer Streit siegreich beendet werden konnte. Dinge, die einem im Vorfeld so sehr anspannen, stressen, beängstigen und über Wochen, manchmal Monate schlaflose Nächte und angespannte Wochenenden aufnötigen. Einmal erfolgreich abgewickelt, ist der Mund zu halten. 

> UnternehmerInnen werden kaum wo transparent werden, wenn Sie ein gutes Jahr hatten. Vielleicht gibt es ein anderes Auto, aber Gewinne können so mächtig sein, dass man sie mit 10 Autos nicht ausgleichen könnte. Man macht dann mit der eigenen Partnerin abends still eine gute Flasche Wein auf oder geht zwar mit (aber eher für) die Mitarbeitenden zu einem schöneren Weihnachtsessen. Man ist etwas spendabler. Aber mal Jauchzen? Mal umarmt werden? Es sei einem gegönnt oder man hätte es verdient? - Nö. 

> UnternehmerInnen, gerade in Gründungszeiten, haben endlos Hürden zu bewältigen: Verträge kriegen, Kapital kriegen, Personal finden, Abschlüsse machen, Aufträge erhalten, Steuer und Sozialabgaben stemmen ... es ist eine never ending story ... aber, bitte niemandem was davon erzählen, in strengen Fällen nicht einmal den privaten Partnern, ob ganz persönlich oder auch mal Eltern, Onkel, Freund und Buddy. 

Das Ventil darf nicht auf. 

Für die Seele ist  das eine Katastrophe. 

Jedes einzelne Mal. 

Und nur, weil Sie sich das gewohnt sind, das Sie und alle das "immer schon" so machen, ist es keinesfalls gesund oder lebenswert, not at all!

Auch wenn Sie sich bei Erfolg dennoch glücklich fühlen, gedeckelte Glücksgefühle sind nicht gering intoxinierend - vergiftend. Das mag man vielleicht erst in einigen Jahren von sich feststellen, aber man stumpft ab, erlaubt es sich nicht, damit es nicht wieder weh tut, man kauft sich Haus und Boot und Golfclub, aber das wirkt weder spontan noch eben kindlich, wie es das Innere Kind benötigen würde: Ok zu sein, alle zum Eis und auf ein Glas Champagner einzuladen und laut zu rufen CHAKKAH! Das macht man dann höchstens mal für sich alleine, im Cocoon der Edelkarosse, hinterm Steuerrad. 

KennerInnen werden mir beipflichten: Dieses gesuchte Gefühl von Komfort einer grossen Limousine oder einer Edelkarosse ist selten als Glück und Selbstverwirklichung empfunden. Viel öfter sitzt man seelenalleien in dem Ding, sagt leise: "Bring mich einfach nur noch nach Hause", und meint damit viel mehr, ich bin dir so dankbar, dass du, Auto, jetzt für mich da bist und mich halten tust und mich trägst. Viel lieber würde man sich vom Team tragen lassen oder noch lieber von seinen Gegnern und Feinden, denen jedenfalls, denen man zuvorgekommen ist. Denn die gibt es doch immer wieder, auch wenn wir uns innerlich ändern mögen. 

Alleine es einmal dem Vater oder der Mutter beweisen können - geht nicht. Auch diesmal nicht. Heutzutage gibt es 40-Jährige Managerinnen, welche im Jahr 200.000.-- oder mehr verdienen. Die sitzen bei mir im Coaching und sagen dann: 

> "Das kann ich meiner Mutter nicht mitteilen, die würde das gar nicht begreifen." 

Wer dann im Millionenbereich jährlich vergütet wird, den versteht überhaupt niemand mehr, ausser Seinesgleichen. Lässt man dort mal die Sau raus und organisiert man die ganz grosse Sause ... dann eher mit Fremden, bis hin zu den Gespielinnen, als mit den nahestehenden Vertrauten zu feiern. 

Genug veranschaulicht. 

Seinen Erfolg zu feiern, nehmen wir als Beispiel die Zusage einer Finanzierung von 150.000.-- für Ihr Unternehmen. Dahinter steckt ja meist ein noch geheimes Projekt, der Erfolgsdruck, mit dem Geld auch die gefühlte "Hypothek" als Belastung und Verantwortung ... dann könnten Sie das mit einem Coach feiern. Sagen sie ihm: Kann ich heute vorbeikommen? Ich habe etwas zu feiern, darf aber nicht wirklich darüber reden.

Und dann erzählen Sie von Ihren schweren Nächten davor, von den Strategien, den Dingen, die Sie zuvor eingefädelt haben. Erzählen Sie von sich - als Conductor. Erzählen Sie, dass es einfach "geil" ist, dass die Bank jetzt mitmacht und die Investition unterstützt, was so viel persönliche Anerkennung bedeuten kann, dass man danach auch mal auf den Friedhof könnte, um (auch in meiner Begleitung) dann zu sagen: "He Mutter, ich bin durchaus ok und angenommen, ob als Mensch oder UnternehmerIn. Cheers, bei allem ständigen Gemäkel, ich würde es zu Nichts bringen." 

Danach kann man bei mir in Aschaffenburg bei Florian 'Zum Goldenen Ochsen´ oder bei Katharina in die 'Weinstube Kitz'. 

> Feiern Sie zumindest per Aussprache - Sie werden für Ihren geliebten Partner(in), wie für das Team sofort eine sehr goldene Aura versprühen. Sonst bleiben Sie eher wie in einem Panzer - dafür lohnt sich aber das eigen Unternommene nicht. Das macht für den gleich nächst folgenden Erfolg einen entscheidenden Unterschied. Erfolg kann ja - bitte bedenken - positiv wie negativ angezeigt sein. 

Sag ich mal. 

Ich wünsche viel Erfolg und eine Möglichkeit, den Spass mit jemandem zu teilen, der einem liebt oder von Herzen gerne mag. Jemand, der einem annehmen kann, wenn man schlicht SiegerIn und GewinnerIn ist. 

Jona Jakob, Senior Coach


Donnerstag, 14. Juni 2018

Was wäre der Auftrag ans Ich?

Verschiedene Philosophen haben zu ganz unterschiedlichen Zeiten und zu massiv unterschiedlichen Bedingungen Gedanken verfasst, während des eigenen Lebens so weit als möglich sich selber zu werden. Das versuchen wir heute noch.

Heute, 2020, sind es zwei Strömungen, die am stärksten Einfluss auf unsere Lebensweise nehmen:

a) der Ruf nach dem Prinzip der Selbstverantwortung, und

b) die Optimierung unter dem Deckel einer neoliberalen Entwicklung jeder Ökonomisierung.

Der Songtitel der Band 'Wir sind Helden' lautet: Wir müssen nur wollen.

Diese bittere Zusammenfassung des meist verbreiteten Daseins von Menschen stößt einem erneut auf die philosophische Haltung von tausenden Jahren: Werde dich. Denn damit einher geht: Werde frei.



Viele würden an dieser Stelle wohl äußern, sie täten das bereits. Und gerade die, die vielleicht gar nichts sagen würden, meinen, es sei bei Ihnen alles so, wie es ihnen gefalle. Das Gefühl für die eigene Lage sei gut und daher nicht zu hinterfragen. Positivisten würden dem Auftrag, das alles anzuzweifeln gleich kritisch gegenüber stehen und sagen: Problembetrachtungen schaffen Probleme und Lösungsbetrachtungen nur schaffen Lösungen. Aber "frei zu sein" - also sich selber sein, bedeutet nicht, Problem oder kein Problem. Es bedeutet, von beiden Möglichkeiten UNABHÄNGIG zu sein, so als wäre man eine dritte und damit ganz eigene Position.

Erstens könnte man dann frei wählen, zweitens wäre es einem möglich, alle Positionen in einem selbst anzunehmen und zu vereinbaren. Wenn man als Positivist also nur noch das Gute ins Auge fassen mag, macht einem das nicht wirklich freier ... so als Beispiel.

Freier werden, oder anders vermittelt: sich von Dingen frei machen, das kann
  • die eigene Herkunft betreffen, Ort, Kultur, Umfeld, Usanzen, Moralitäten, etc
  • die eigenen Eltern und die Erziehung sind eine enorm bindende Stelle in der eigenen Person
  • Schule, Lehre, Studium, Anstellungen, Lern- und Berufserfahrungen
  • Glaubensbemühungen, Religionen, Kirchen, Führer, Leiter, Vorgesetzte prägen Korsetts
  • Die aktuelle Lebenssituation, Ehen, Familie, Arbeit, Vermögen, Gesundheit, Zeit
  • Schlechte Erfahrungen, Traumata, Unfälle, Verluste, Krankheit und Tod ... 

Sich von all dem UNABHÄNGIG zu machen, meint nicht, diese Lebenselemente abzulehnen oder sich von ihnen zu distanzieren. Es bedeutet einzig, durch Bewusstmachung den ganz eigenen Standpunkt zu finden. Selber gedanklich und gefühlt zu erarbeiten, wie man zu all dem steht und wie man damit leben mag. Mag man dann das Elterliche oder den kirchlichen Glauben, dann hat man das für sich frei entschieden oder sich bewusst hingezogen gefühlt. So ist dann diese persönliche Erkenntnis eine Erkenntnis und ok. Wenn ich aber unhinterfragt beidem verpflichtet folge, halten mich diese Lebensanteile gefangen und unmündig. 

Daher: Gerade wenn Sie sich eine bequeme Komfortzone geschaffen haben, in der sich aktuell noch so gerne verweilen, möglichst ohne dabei Umtriebe zu schaffen, dann kann es sein, dass sie sich mit allen Verstrickungen und Bindungen so eingerichtet haben, dass es sich "nicht schlecht" anfühlt, wenigstens so weit, dass man keinen Änderungsbedarf sieht oder wahrnimmt. Man verteidigt sich sogar darin, in dem man deutlich macht, dass man "seine Ruhe" haben will. 

Wer sich jedoch leichter und leichter, da erkannt, gelernt und geübt verinnerlicht, seiner Komfortzone entledigt, lebt wesentlich freier, agiler, selbstbestimmter und meist damit einhergehen unabhängiger von Pfründen und Vermögen. Der neue Reichtum kann werden: Mehr Liebe zu haben, mehr Zeit für andere, mehr die Kunst des Zuhörens und Mitfühlens / Empathie vermögen, Musse für Kreatives und Aufziehendes, fürs Geben anbieten zu können. Allenfalls hat man mehr Kraft fürs Demokratische und Humanistische. Und man hat eine Eindeutigkeit, was und worin man sich selber verantwortet. 




www.jonajakob.com



Sie dürfen diesen Beitrag gerne weiterempfehlen. Wenn Sie nur diesen einen Beitrag finden, klicken Sie bitte auf den Tabreiter 'Startseite', dann zeigen sich alle anderen Beiträge ebenso an. 


Sonntag, 3. Juni 2018

Warum Veränderungsprozesse nicht einfach sind, weder für Klienten noch für den Coach

Menschen beauftragen ein Coaching, um etwas an ihrer aktuellen Situation zu ändern. Irgendwas passt nicht oder geht nicht gut genug. Im Coaching selber tun sich aber viele schwer, der Veränderung zu vertrauen und ihr intensiv nachzugehen (sag ich hier mal so, um das Posting skizzieren zu können).

Warum hadern wir zwischen dem Wunsch, es möge sich etwas bessern und dem Zustand, in dem wir gerade bestehen?


Der Zustand, in dem wir gerade bestehen kann eine ausgewachsene Komfortzone sein. Ein etablierter Zustand all der Anteile, Macken, Marotten, Stärken und Schwächen, und last but not least Strategien, mit denen wir meinen, "am besten fahren zu können" - sprich: am erfolgreichsten leben zu können. Das ist manchmal gar nicht so glorreich, aber es ist gefühlt "immer noch besser", meist mit dem Zusatz verbunden "als früher". Das Eingericht der Komfortzone ist aus Erfahrungen der Vergangenheit gebildet, angefangen in der Kindheit und entwickelt bis zum heutigen Tag, egal ob Sie bereits 50+ sind.

In ein Coaching geht man, wenn Bücher, Kurse oder Fortbildungen nicht weiterhelfen. Wenn das Kopflastige bei allem Wissen keine Erkenntnis bewirkt. Die Therapie lasse ich an dieser Stelle für einmal weg. Man sucht also nach einer persönlichen Veränderung (Coachingziel), die in keinem Fachbuch "so" ausgelegt ist, wie man es fürs Eigene bräuchte. Man sitzt mit dem Coach (es sind fortgesetzt alle Geschlechter gemeint) und hofft auf Veränderung.

Es mag an dieser Stelle gleich schon mal dahin falsch laufen, als dass der (zahlende) Klient [alle Geschlechter] vor lauter Aufregung und Ängsten seiner Gewohnheiten in die Rolle des Konsumenten, der Konsumentin verfällt. Man geht in die subordinierende Rolle als Schüler vor dem Meister - dem Coach. Ist der dämlich genug, übernimmt er seine Rolle als Meister und kurz gesagt: Sie hätten sich noch einen Ratgeber als Buch kaufen können. Dann ist es auch kein Coaching mehr, sondern eine direktive Beratung. Alles läuft falsch und Ihr Erfolg mag dahin gestellt sein, ausser Sie neigen zu Hörigkeit. Bloss weil Sie nicht genug Biss hatten, an sich zu arbeiten, von der ersten Sekunde an - und weil Sie sich in der Komfortzone gewohnt sind, wenn Sie bezahlen, bedient zu werden. Nicht zuletzt auch, weil Sie als Baby froh waren, dass andere Sie genährt, gepflegt, warm gehalten, beschützt und geliebt - sprich gestreichelt - haben. Man kann sich auch mit 50+ mehr als dem halben Leben unterwerfen. Man hat sich dann nie wirklich emanzipiert.

Warum dann ist der Veränderungsprozeß am Eigenen so schwer? 


a) Da mögen die "Autobahnen persönlichster Prägungen" der Vergangenheit eine bremsende Wirkung haben, schliesslich ist man damit irgendwie "nicht schlecht gefahren". Vor allem: Man kennt es, es ist einem vertraut, gewohnt - es ist abschätzbar und bekannt. Sonst wäre es keine Komfortzone.

b) Wesentlicher sind aber die eigenen, vergangenheitsorientierten Befürchtungen aufs NEUE, Fremde. Die Veränderung würde bedeuten, neue, unbekannte Anteile würden ins Eigene gefügt - und die kennt man schlicht nicht. Man läuft mit verbundenen Augen aufs gefrorene Wasser.

Die Unkenntnis am Neuen ist sowohl als Unerfahrenheit, als Nichtwissen, als Fremd befürchtet, wie auch als Unsicherheit, Scheu, Hemmung und Schämen - kurz: man getraut sich nicht oder wenn doch, ist es alles andere als komfortabel. Es ist einem vielmehr unangenehm.

Die echte Veränderung [wörtlich im Sinn der 'echten Alternative'] ist in den meisten Fällen

c) eine aus Fremdsicht erkannte Sache (siehe Johari-Fenster: Fremdsicht), die also meinem blinden Flecken zum Beispiel als Aussage, gerne auch gleich Konflikt, gegenüber steht - oder:

d) eine Sache, die aus dem Unbewussten ins mein eigenes Bewusstsein geploppt ist. Es ist einem irgendwie 'erschienen', ob für sich alleine, im Schlaf, bei Autofahrten, Spaziergängen, oder im Gespräch mit jemandem, einem Feedback, oder der Reflexion mit dem Coach. Man spürt, an der Stelle etwas tun zu sollen, weiss aber kaum noch, was das sein könnte und was zu tun wäre. Und manchmal weiss man auch sehr genau, an was es liegt und was zu tun ist.

Persönliche Erkenntnis ist eher selten ein stiller, fast kontemplativer Prozess, den man sich per Klosterurlaub zu finden hofft. Persönliche Erkenntnis ist vielmehr geprägt durch Konflikte, Misserfolge, Ablehnung und bittere Feedbacks des persönlichen und besonders beruflichen Umfeldes. Jedes Jahresgespräch kann einem "mit'teilen", woran man für andere schwächelt oder unangenehm auffällt. Das ist der Moment, wo man andere wörtlich "stresst". Die Ablehnung folgt auf den Schritt.


Wegen dieser unangenehmen Erfahrungen und Reaktionen der anderen kommt man also ins Coaching. Man möchte die Not nicht. Und macht dann allenfalls, was nicht viel hilft: Man übernimmt zu wenig reflektiert, was das Gespräch ergab. Man legt alles auf das Zeitfenster, welches man mit dem Coach verbringt. Geht man, ist vielleicht schon auf dem Heimweg vieles weg. Ob man dann mit dem Coaching zufrieden ist oder weniger, zeigt sich noch.


Das alles ist und bleibt aber voll und ganz im Verantwortungsbereich als Klientin oder Klient. Ein Coaching ist Hilfe zur Selbsthilfe. Die Selbsthilfe ist es, welche verdeutlicht, wie sehr man sich als Klient darum zu bemühen hat, seinen eigenen Erfolg zu bewerkstelligen. 


Es ist also an Ihnen, diese Neue in Ihrem Leben zu integrieren und Ihr Leben von 'Nord' um 15Grad nach 'Nord-Nord-Ost' umzulegen. Das macht kein Coach, Trainer, Lehrer oder Buch für Sie.

  • Sie müssen beim Ziel des Gewichtsverlustes hungern, sich bewegen oder beides. 
  • Sie müssen beim Ziel der Ordnung aufräumen und wegwerfen.
  • Sie müssen beim Ziel der Integration sich anpassen lernen.
  • Sie müssen beim Ziel des Stellenerhaltes den Gegebenheiten Achtung schenken.
  • Sie müssen beim Ziel des Ehegelübdnisses der Beziehung Achtung schenken.
  • Sie müssen beim Ziel des Doktorates Ihre Arbeit regelkonform und zeitgerecht abgeben.
  • tbc.
Man kann im Coaching viel Erkenntnis gewinnen und verdeutlichen. Man hat schnell für alles Worte und mit leerem Kopf nickt es sich auch leicht. Das sind aber nur Lippenbekenntnisse, wenn Sie sich nicht spätestens auf dem Heimweg Gedanken machen, WIE Sie die Veränderung angehen.

Für Ihren Gewichtsverlust: laufen Sie zwei Tramstationen / für Ihre Ordnung: machen Sie an der Tramhaltestelle Ihre Taschen leer, weg mit alle dem Gerümpel / für Ihre Integration: Halten Sie einfach den Mund und hören  Sie lieber zu / für den Stellenerhalt: Streichen Sie alles aus Ihren Gedanken, was nichts mit Ihrer Stellenbeschreibung zu tun hat; ziehen Sie sich auf Ihr Feld zurück / für Ihre Ehe: was 'sehen' Sie am Partner nicht mehr? Wo sind Sie blind und daher bezugslos? Fragen  Sie den anderen / ... und für die Doktorarbeit: kriegen Sie es geregelt - oder überborden Sie nicht. 

Etwas nicht geregelt zu kriegen, ist in den allermeisten Fällen Umstand des eigens zugebilligten Komforts. Nur selten verhindern einem echte äussere Umstände. "Man müsste halt nur früher aufstehen ..." - Ja, stehen Sie früher auf. Das ist die Veränderung. Ist neu für Sie (und allenfalls Ihre PartnerIn) 

Dass einem Fremdes / Unbekanntes / Neues Unwohlsein verursacht, ist so alt wie die Menschheit selber. Der Schritt in Richtung 'Terra incognita'. Doch erste Erfahrungen, Sicherheit, neues Gewohnen kann und wird nur entstehen, wenn Sie nach dem Coaching das Eine tun, was notwendig ist: 

Man nennt es 'Handeln'. - Danke.





Wenn Sie nur diesen einen Beitrag vorfinden, klicken Sie auf die Rubrik 'Startseite', dann finden Sie weitere Postings für Coachees. - Viel Vergnügen, danke für Ihr Interesse. Jona Jakob

Sonntag, 8. April 2018

Komposition mit Hund ...

... über das vordergründig Imposante; Aber: die wahre Grösse im lebendigen Wesen.

Bild: (c) bei Jona Jakob, privat.
Bild: (c) bei Jona Jakob, privat


Bild: (c) bei Jona Jakob, privat

Bild: (c) bei Jona Jakob, privat

Während alle Güter und der Raum selbst nur das Statische in ihrem Zusammenspiel zeigen, verkörpert der Hund ohne Ausnahme das Dynamische. So hat das Statische in seiner übermacht nur das Quantitative von Haben, der stattlichen Langeweile eines vollen Sparbuches gleich, während in seiner Dynamik das Wesen, Wandelbarkeit, also das Qualitative von Sein wörtlich 'lebendig verkörpert'. Das eine ist eben nur gestellte Komposition, während das andere unberechenbar die Veränderung darstellt.

Oder kurz gesagt: Die Sessel und das ganze Gedöns tun gar nichts - ohne (immerhin) für alles was Leben sein könnte, in der Nichtigkeit ein Gegenteil darstellen, damit das andere hervortreten kann.
Jona Jakob, 2018


humanness-coaching.de

humanness-coaching.ch


Aschaffenburg | Frankfurt | Zürich | Bern


Sonntag, 1. April 2018

Herzliche Ostergrüsse - oder worin täglich Hoffnung liegt

Ich bin ein Kind von 68er-Eltern. Existentialisten. Kein Gott. Bloss keine Kirche. Mit 33 heiratete ich in in der reformierten Bühlkirche Wiedikon, Zürich, Kreis 3. Und später organisierte ich dort jeweils das Frühstück zum Osterfeuer. Durch die Liturgie führten ,in stockdunkler Kirche, die Kirchenmitglieder. 

Damit lernte ich das Sinnbild, das der Tod Jesus mit der Dunkelheit und Verlorenheit der tiefen Nacht verbunden wurde. Und dass man während des Osterfeuers, in welches Wunschzettel geworfen werden konnten, ... dass man während der Auferstehungsfeier in verdunkelter Kirche das Erwachen des Tages, also das langsam aufkommende Tageslicht, als Sinnbild für ewig währende Hoffnung und ein Besserwerden der Lage vermittelte. Ein sehr eindrückliches Erlebnis, wenn durch die Kirchenfenster die Helligkeit drang, kräftespendend gegen die eigene Müdigkeit und erleichternd allein schon für die Augen. Es war stets eine Wohltat, dieses Tagwerden. Und darin die Hoffnung der Auferstehung, ob man es nun glauben mag oder weniger.

Bild: Privat von JJ / Glasvase aus Aschaffenburg


Ich bin der Kirche jedenfalls dankbar, dass sie mich damals mitmachen ließ und ich etwas lernen konnte: Täglich geht die Sonne auf. Für jede und jeden. Und immer wieder. Das müsste auch jene erreichen, die Midsummer oder Sonnenwende feiern. Es wird ein neuer Tag und wir haben neue Chancen ... - heute wohnen meine Liebste und ich gegenüber den Toren der St. Agatha Kirche in Aschaffenburg und vor diesen brennt, während ich in meinem Arbeitszimmer hier schreibe, das Osterfeuer ...

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen frohe Ostern und viel guten Grund zur Hoffnung

Jona Jakob

Dienstag, 26. Dezember 2017

Ihnen alles Gute zum neuen Jahr 2018.

Bild: Shutterstock, für 2018 lizenziert / Text: JJ

Der Sänger Falco verfasste einst eine Textzeile, die lautet: 'Wo wir sind, ist vorn. Sind wir hinten, dann ist hinten vorn - schonungslos.' - Ganz unrecht hatte er mit dem Bild nicht. Für ihn war vermutlich eher die New Economy mit ihrem Wettbewerb der 90er-Jahre gemeint. Doch heute, wo das Prinzip der Selbstverantwortung zählt, ist eben dort 'vorn', wo man selber steht - steht man hinten, ist das die eigene Position.

Herausfordernd ist es, in seiner Sache an erster Stelle zu liegen. Kein anderes Boot vorneweg, an dem man sich orientieren könnte. Man darf selber keine Fehler machen. Man muss verstehen, wie die Gegebenheiten zu interpretieren sind. Man sollte für seine Entscheide eigenen Ermessungsspielraum, sogenannte Souveränität, haben, um so frei als möglich entscheiden zu können. Und um zu bestimmen, wovon man sich fernhalten will. Was ist einem wichtig? Wie will man das erlangen? Wozu oder wofür?

Es ist eine Kunst sein Schiff zu führen. Ob alleine oder mit einer Crew. Und es ist ein Alleinsein. Das kann einem niemand abnehmen. Was Sie hingegen haben: Mittel. Mittel wie Sextant, Kompass, Sonne, Mond und Sterne. Sie haben Karten, Pläne, Messeinheiten - und allenfalls eine Positionsbestimmung mit einem Menschen vom Festland.

Wie immer Sie Ihr Schiff führen, ich wünsche Ihnen in 2018 alles Gute, viel Erfolg und möglichst grosse Zufriedenheit.

Jona Jakob, Senior Coach


humanness-coaching.de

humanness-coaching.ch


Aschaffenburg | Frankfurt | Zürich | Bern




Mittwoch, 6. Dezember 2017

Wenn sich Klienten selber belügen ...

Ich nehme an, Sie wären Klientin bzw. Klient. Sie haben Ihr Coaching in angeblicher Selbstverantwortung an mich beauftragt. Sie haben die Selbstvereinbarung bezüglich

  • Selbstverantwortung
  • Coachbarkeit
  • Gesundheit
  • Honorar und Zahlungsbedingungen 

.. unterschrieben und nicken mit dem Kopf, wenn ich frage: "Konnten Sie alles verstehen? Ist für Sie alles klar?" - "Ja, ja - alles gut, ich bin froh, wenn es losgeht."


Jona Jakob - alle Rechte bei JJ

Natürlich ist eines Menschen Situation je nach Problem, Aufgabe, Krise oder Lage instabil, angeschlagen, verletzt oder sonst wie nicht sehr stark, was einem verunsichern kann und man Halt sucht. Das ist im gegebenen Fall ganz normal. Und davon schreibe ich hier nicht. Wovon ich schreibe sind Menschen, die sich über das Coaching hinaus selber belügen und selber betrügen.

Dieser Typ Kundin und Kunde laviert, nicht selten seit vielen Jahren. Es gibt bereits eine vielfältige "Historie" des erfolglosen Geschichtenerzählens. Daher auch eine Art "etablierter Zustand", vor sich selber nicht sauber zu handeln. Solche Menschen

  • machen sich etwas vor
  • bluffen und geben etwas vor, was nicht wirklich ist
  • verstecken / verschweigen / übergehen ihre Schwächen 
  • cachieren Fehlendes, Ungelöstes, Unberichtetes, Aktuelles, etc.
  • übergehen Fakten, Informationen, Ehrlichkeiten, Angaben, etc.
  • umgehen korrekte Vereinbarungen, Abmachungen, Zeit, Geld, Zahlungen, etc.
  • beschönigen Medikamente, Arztzeugnisse, Diagnosen, Therapien, etc.
  • etc. etc. 

Irgendwie haben die Jahre der meist multiplen Krisensituation dazu geführt, Erleichterung darin zu schaffen, als dass man beschönigt - und damit sich und andere betrügt. Aber da niemand so richtig  Einhalt gebietet / anmahnt / zurückweist / klärt, was Not tun würde, scheint diese Strategie den Eindruck zu machen, zu funktionieren. "Läuft." - Die Betroffenen kommen mit ihren luschen Tricks durch, sehen sich bestätigt und hinterlassen nicht zu selten eine lange und breitete Spur unerfüllter Versprechen, Tricksereien, Verklemmungen und Bauchweh zurück. 

Ich kann dafür Verständnis zeigen. Vermutlich verkrafte ich es auch, wenn ich selber mal Opfer oder zumindest Leidender solcher unentdeckter Schummeleien werde. Opfer, wenn ich zum Beispiel gar kein Geld mehr sehe. Leidender, wenn die Zahlungen vereinbart, aber nicht pünktlich eingehalten werden, das Geld verzögert eintrifft, was bedeutet, ich muss für die Restbeträge meine Aufmerksamkeit noch Wochen- oder gar Monatelang aufrecht halten, mahnen, betreiben, etc. 

Aber nicht nur Geld und seine Vereinbarung spielen eine Rolle. Ein Feld für Selbstbetrug von Klienten ist die Krankengeschichte. Es werden Therapien verschwiegen, Resultatlosigkeit, Krisen, Süchte, soziale Missstände, Karriereabbrüche, Rauswürfe, Scheitern, Verluste etc. "Ich arbeite als XY (Funktion)", - dass aber nur 40% gearbeitet werden, wird verschwiegen (Beispiel). 

Die Menschen wollen wo neu beginnen und das Alte hinter sich lassen. Das kann ich verstehen. Aber mit einer Lüge, einem Verschweigen, einem Verdrängen ist für die Betroffenen kein guter Anfang gemacht. Mit Schonen und Selbstverwöhnung ist der Boden für einen gesunden Baum vergiftet, es wächst darauf nichts. 

Worum geht es - bei aller Menschlichkeit, die in solchem Verhalten steckt?


Es geht nicht zuerst um Disziplin, es geht zuerst um Hygiene. 

Wenn diese fehlt oder verloren geht, weicht und sich innerlich verdrängen lässt, wird es in der Folge auch an Disziplin fehlen. Ihr Coaching flopt. 



Mit einer verfaulten Hygiene seiner eigenen Haltung anzutreten, ist bereits einsichtslos. Sie buchen ein Coaching und pfeiffen gleichzeitig auf alles, was hierfür notwendig wäre. Sie betreiben in einem solchen Moment Selbstbefriedigung und damit Selbstverwöhnung. Sie wollen gar nicht an Ihren Themen arbeiten, weil Sie Tricks fanden - statt einen lebenswerten eigenen Weg der Selbstbestimmung. Lavieren, ungreifbar werden, entwischen und flüchtig sein sind Ihre Macht-Werkzeuge, mit denen Sie meinen, leben zu können. Kann man tun und funktioniert vielleicht irgendwie. 

Nur bleiben Sie eine schlechte Partnerin und mieser Partner. Ob für Mietverträge, Konsumkredite, Arbeitsanstellungen, Geldsachen, Pünktlichkeit, Abmachungen und privaten Kontakt, ob als Freund oder Beziehungspartner, etc. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Sie für nichts mehr zu gebrauchen sind. Dann spätestens fängt man an, den Behörden und Ämtern einen Scheiss zu erzählen, da die nun nicht nur für einem bezahlen, die übernehmen plötzlich auch Ihre Bestimmung, machen sich zum Vormund - und Sie, Sie geben sich in deren Hände. 

Auch hierfür kann ich Verständnis haben - selbst wenn ich damit nicht einverstanden bin. Ok. 

Doch ich schreibe hier für eine Berufsaufgabe und honorierbare Dienstleistung, eine Branche und Fachleute - für die Sache 'Coaching'. Wir Coaches sind nicht günstig, aber was gerade als Coaches unsere grösste Schwäche ist: Wir sind käuflich. Man kann uns einfach beauftragen und buchen. Und man kann uns als "Weltmeister in der eigenen Sache" unverfrohren Ihre Lebenslüge auftischen, so dass wir meinen, mit jemandem im guten Kontakt zu stehen und einem entwicklungsorientierten Coaching entgegenzusehen. Damit meine ich: NICHT SO, wenn Sie als Auftraggeberin bzw. Auftraggeber jetzt schon Halbwahrheiten von sich als Angaben machen. 

Dass ich als Coach "kaufbar" bin, also nicht wie bei einem Arzt oder Psychologen getestet und analysiert wird, dass wir Coaches wie ein Maler oder Buchhalter "buchbar" sind, verführt Sie, sich "den Zauber mal so zu leisten", womöglich mit Geld, welches Sie nicht haben, aber mit einer Status-Attitüde von wegen "mein Coach". Wie sehr mögen Sie sich selber bzw. "Ihr Coaching" verarschen? 

Wenn in Ihnen keine Haltung mehr besteht, Ihre persönliche Hygiene in Haltungs- und Verantwortungsfragen korrekt transparent zu machen, wenn Sie nicht aufhören wollen, zu spekulieren und Sie lieber "mal einfach zu schauen, was wird", dann sind Sie alles, nur keine Klientin oder ein Klient. Sie sind kein Coachee und auch sonst niemand, der auch nur einen Schritt weiter käme, ob in seiner Entwicklung noch in seinem Lebensglück. Sie stehen dann auf falschem Gleis, keine Ahnung, wohin Ihre Reise geht. Schlaumeier. 

Sich per Selbstbetrügerei ein Coaching zu beauftragen ist ein endloser Verlust! Ihr endloser Verlust! Denn als Coach mag ich das Geld verlieren oder auch Zeit und Energie. Aber ich werde  daraus lernen und immer deutlicher all das zuvor abklären, bis hin zu Forderungen von Vorauszahlungen oder Bargeld mitbringen - egal, meine Verträge werden härter. 

Aber was Ihre Situation betrifft: Sie ist so sehr besorgniserregend, wie wenn Sie in einem Schlammloch oder in Treibsand stecken würden. Mit jeder Bewegung sinken Sie weiter in der Bodenlosigkeit Ihrer verklärten Konstruktionen ein und gehen auf die eine oder andere Weise unter. Hierfür gib es keine schönen Worte. Hierfür gibt es nur den die unbeschönigte Klarheit, eine ganz eigene Form von Hygiene. Wenigstens von meiner Seite. 

Dass der Mensch sich vorteilhafter präsentieren möchte, als dass es um ihn bestellt ist, angefangen vom Profilfoto, Zeugnissen, sexueller Attraktivität, bis hin zu Markenprodukten, Titel oder zum Auto - Ja. Ist so. Doch für einen Coachingprozess müssen Sie das in der Weise ablegen, als dass Sie im Gespräch und im Vereinbarungsprozess mit mir mehr als ehrlich sind und mir offen legen, wo genau Sie mehr vorgeben, als Sie allenfalls einhalten können bzw. vermögen. 

Sie fangen also noch vor dem ersten Telefonat oder Kontakt an,
ins Coaching zu gehen.


Schaffen Sie es, mir einen Bluff vorzumachen, den ich nicht oder zu spät bemerke, schneiden Sie sich ins eigene Fleisch. Ich habe mit der ersten Silbe eine Schweigepflicht und auch als Coach genau diese Professionalität, bei der man seine grössten Schwächen zeigen / offenlegen / ansprechen darf. Genau hier können Sie Ihr Haus aufmachen und zeigen, wie es aktuell in der Situation um Sie steht. Möchten Sie aber Ihren Hausschwamm, den schwarzen Schimmelpilz und die brüchigen Stellen "dank dem Coaching" nur mit weisser Farbe übermalen, vergiften Sie sich in Ihrer Ruine selber. Es ist dann Ihr Geld, Ihre Zeit und Ihre Energie, die noch vor der Kontaktaufnahme zwischen Ihren Fingern zerrinnt, es ist Ihr Verlust. 

Es geht zuerst um die Hygiene, mit Selbstbetrug aufhören zu wollen. Hier muss in Ihnen und vor Ihnen eine klare Antwort liegen. An dieser Stelle muss das 'Neue' beginnen. Hier wendet sich für Sie das Blatt. Haben Sie hierfür vor sich (und mir) den Mut und die Grösse, fängt es für Sie an, damit zu leben, mit dieser Hygiene. Dann wird daraus Disziplin, Haltung und eigener Anspruch. Das wächst gesund.

Und egal welches Thema Sie im Coaching angehen wollten - sie spüren lesend jetzt schon, was sich ändert, wenn Sie sich in der Sache korrekt stellen und es lassen, tricksend um die Zusammenarbeit zu fragen. Kommen Sie und sagen Sie: "DAS ist meine Not. Wenn ich diese nicht aussprechen darf, muss ich Sie belügen. Und das möchte ich nicht. Ich möchte weder Ihnen noch besonders mir selbst gleich schon etwas Falsches auftischen." - Fühlt sich gut an - und ist massgeblich wirksam. Ist Ihr Coaching, nicht meines. 


Mit aller Achtung vor Menschen und ihren Nöten oder Strategien. 

Mit aller Achtung aber auch vor dem Coaching, dem Aufwand, dem Honorar und mir als Coach. 


humanness-coaching.de

humanness-coaching.ch

Aschaffenburg | Frankfurt | Zürich | Bern