Donnerstag, 14. Juni 2018

Was wäre der Auftrag ans Ich?

Verschiedene Philosophen haben zu ganz unterschiedlichen Zeiten und zu massiv unterschiedlichen Bedingungen Gedanken verfasst, während des eigenen Lebens so weit als möglich sich selber zu werden. Das versuchen wir heute noch.

Heute, 2020, sind es zwei Strömungen, die am stärksten Einfluss auf unsere Lebensweise nehmen:

a) der Ruf nach dem Prinzip der Selbstverantwortung, und

b) die Optimierung unter dem Deckel einer neoliberalen Entwicklung jeder Ökonomisierung.

Der Songtitel der Band 'Wir sind Helden' lautet: Wir müssen nur wollen.

Diese bittere Zusammenfassung des meist verbreiteten Daseins von Menschen stößt einem erneut auf die philosophische Haltung von tausenden Jahren: Werde dich. Denn damit einher geht: Werde frei.



Viele würden an dieser Stelle wohl äußern, sie täten das bereits. Und gerade die, die vielleicht gar nichts sagen würden, meinen, es sei bei Ihnen alles so, wie es ihnen gefalle. Das Gefühl für die eigene Lage sei gut und daher nicht zu hinterfragen. Positivisten würden dem Auftrag, das alles anzuzweifeln gleich kritisch gegenüber stehen und sagen: Problembetrachtungen schaffen Probleme und Lösungsbetrachtungen nur schaffen Lösungen. Aber "frei zu sein" - also sich selber sein, bedeutet nicht, Problem oder kein Problem. Es bedeutet, von beiden Möglichkeiten UNABHÄNGIG zu sein, so als wäre man eine dritte und damit ganz eigene Position.

Erstens könnte man dann frei wählen, zweitens wäre es einem möglich, alle Positionen in einem selbst anzunehmen und zu vereinbaren. Wenn man als Positivist also nur noch das Gute ins Auge fassen mag, macht einem das nicht wirklich freier ... so als Beispiel.

Freier werden, oder anders vermittelt: sich von Dingen frei machen, das kann
  • die eigene Herkunft betreffen, Ort, Kultur, Umfeld, Usanzen, Moralitäten, etc
  • die eigenen Eltern und die Erziehung sind eine enorm bindende Stelle in der eigenen Person
  • Schule, Lehre, Studium, Anstellungen, Lern- und Berufserfahrungen
  • Glaubensbemühungen, Religionen, Kirchen, Führer, Leiter, Vorgesetzte prägen Korsetts
  • Die aktuelle Lebenssituation, Ehen, Familie, Arbeit, Vermögen, Gesundheit, Zeit
  • Schlechte Erfahrungen, Traumata, Unfälle, Verluste, Krankheit und Tod ... 

Sich von all dem UNABHÄNGIG zu machen, meint nicht, diese Lebenselemente abzulehnen oder sich von ihnen zu distanzieren. Es bedeutet einzig, durch Bewusstmachung den ganz eigenen Standpunkt zu finden. Selber gedanklich und gefühlt zu erarbeiten, wie man zu all dem steht und wie man damit leben mag. Mag man dann das Elterliche oder den kirchlichen Glauben, dann hat man das für sich frei entschieden oder sich bewusst hingezogen gefühlt. So ist dann diese persönliche Erkenntnis eine Erkenntnis und ok. Wenn ich aber unhinterfragt beidem verpflichtet folge, halten mich diese Lebensanteile gefangen und unmündig. 

Daher: Gerade wenn Sie sich eine bequeme Komfortzone geschaffen haben, in der sich aktuell noch so gerne verweilen, möglichst ohne dabei Umtriebe zu schaffen, dann kann es sein, dass sie sich mit allen Verstrickungen und Bindungen so eingerichtet haben, dass es sich "nicht schlecht" anfühlt, wenigstens so weit, dass man keinen Änderungsbedarf sieht oder wahrnimmt. Man verteidigt sich sogar darin, in dem man deutlich macht, dass man "seine Ruhe" haben will. 

Wer sich jedoch leichter und leichter, da erkannt, gelernt und geübt verinnerlicht, seiner Komfortzone entledigt, lebt wesentlich freier, agiler, selbstbestimmter und meist damit einhergehen unabhängiger von Pfründen und Vermögen. Der neue Reichtum kann werden: Mehr Liebe zu haben, mehr Zeit für andere, mehr die Kunst des Zuhörens und Mitfühlens / Empathie vermögen, Musse für Kreatives und Aufziehendes, fürs Geben anbieten zu können. Allenfalls hat man mehr Kraft fürs Demokratische und Humanistische. Und man hat eine Eindeutigkeit, was und worin man sich selber verantwortet. 




www.jonajakob.com



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Sonntag, 3. Juni 2018

Warum Veränderungsprozesse nicht einfach sind, weder für Klienten noch für den Coach

Menschen beauftragen ein Coaching, um etwas an ihrer aktuellen Situation zu ändern. Irgendwas passt nicht oder geht nicht gut genug. Im Coaching selber tun sich aber viele schwer, der Veränderung zu vertrauen und ihr intensiv nachzugehen (sag ich hier mal so, um das Posting skizzieren zu können).

Warum hadern wir zwischen dem Wunsch, es möge sich etwas bessern und dem Zustand, in dem wir gerade bestehen?


Der Zustand, in dem wir gerade bestehen kann eine ausgewachsene Komfortzone sein. Ein etablierter Zustand all der Anteile, Macken, Marotten, Stärken und Schwächen, und last but not least Strategien, mit denen wir meinen, "am besten fahren zu können" - sprich: am erfolgreichsten leben zu können. Das ist manchmal gar nicht so glorreich, aber es ist gefühlt "immer noch besser", meist mit dem Zusatz verbunden "als früher". Das Eingericht der Komfortzone ist aus Erfahrungen der Vergangenheit gebildet, angefangen in der Kindheit und entwickelt bis zum heutigen Tag, egal ob Sie bereits 50+ sind.

In ein Coaching geht man, wenn Bücher, Kurse oder Fortbildungen nicht weiterhelfen. Wenn das Kopflastige bei allem Wissen keine Erkenntnis bewirkt. Die Therapie lasse ich an dieser Stelle für einmal weg. Man sucht also nach einer persönlichen Veränderung (Coachingziel), die in keinem Fachbuch "so" ausgelegt ist, wie man es fürs Eigene bräuchte. Man sitzt mit dem Coach (es sind fortgesetzt alle Geschlechter gemeint) und hofft auf Veränderung.

Es mag an dieser Stelle gleich schon mal dahin falsch laufen, als dass der (zahlende) Klient [alle Geschlechter] vor lauter Aufregung und Ängsten seiner Gewohnheiten in die Rolle des Konsumenten, der Konsumentin verfällt. Man geht in die subordinierende Rolle als Schüler vor dem Meister - dem Coach. Ist der dämlich genug, übernimmt er seine Rolle als Meister und kurz gesagt: Sie hätten sich noch einen Ratgeber als Buch kaufen können. Dann ist es auch kein Coaching mehr, sondern eine direktive Beratung. Alles läuft falsch und Ihr Erfolg mag dahin gestellt sein, ausser Sie neigen zu Hörigkeit. Bloss weil Sie nicht genug Biss hatten, an sich zu arbeiten, von der ersten Sekunde an - und weil Sie sich in der Komfortzone gewohnt sind, wenn Sie bezahlen, bedient zu werden. Nicht zuletzt auch, weil Sie als Baby froh waren, dass andere Sie genährt, gepflegt, warm gehalten, beschützt und geliebt - sprich gestreichelt - haben. Man kann sich auch mit 50+ mehr als dem halben Leben unterwerfen. Man hat sich dann nie wirklich emanzipiert.

Warum dann ist der Veränderungsprozeß am Eigenen so schwer? 


a) Da mögen die "Autobahnen persönlichster Prägungen" der Vergangenheit eine bremsende Wirkung haben, schliesslich ist man damit irgendwie "nicht schlecht gefahren". Vor allem: Man kennt es, es ist einem vertraut, gewohnt - es ist abschätzbar und bekannt. Sonst wäre es keine Komfortzone.

b) Wesentlicher sind aber die eigenen, vergangenheitsorientierten Befürchtungen aufs NEUE, Fremde. Die Veränderung würde bedeuten, neue, unbekannte Anteile würden ins Eigene gefügt - und die kennt man schlicht nicht. Man läuft mit verbundenen Augen aufs gefrorene Wasser.

Die Unkenntnis am Neuen ist sowohl als Unerfahrenheit, als Nichtwissen, als Fremd befürchtet, wie auch als Unsicherheit, Scheu, Hemmung und Schämen - kurz: man getraut sich nicht oder wenn doch, ist es alles andere als komfortabel. Es ist einem vielmehr unangenehm.

Die echte Veränderung [wörtlich im Sinn der 'echten Alternative'] ist in den meisten Fällen

c) eine aus Fremdsicht erkannte Sache (siehe Johari-Fenster: Fremdsicht), die also meinem blinden Flecken zum Beispiel als Aussage, gerne auch gleich Konflikt, gegenüber steht - oder:

d) eine Sache, die aus dem Unbewussten ins mein eigenes Bewusstsein geploppt ist. Es ist einem irgendwie 'erschienen', ob für sich alleine, im Schlaf, bei Autofahrten, Spaziergängen, oder im Gespräch mit jemandem, einem Feedback, oder der Reflexion mit dem Coach. Man spürt, an der Stelle etwas tun zu sollen, weiss aber kaum noch, was das sein könnte und was zu tun wäre. Und manchmal weiss man auch sehr genau, an was es liegt und was zu tun ist.

Persönliche Erkenntnis ist eher selten ein stiller, fast kontemplativer Prozess, den man sich per Klosterurlaub zu finden hofft. Persönliche Erkenntnis ist vielmehr geprägt durch Konflikte, Misserfolge, Ablehnung und bittere Feedbacks des persönlichen und besonders beruflichen Umfeldes. Jedes Jahresgespräch kann einem "mit'teilen", woran man für andere schwächelt oder unangenehm auffällt. Das ist der Moment, wo man andere wörtlich "stresst". Die Ablehnung folgt auf den Schritt.


Wegen dieser unangenehmen Erfahrungen und Reaktionen der anderen kommt man also ins Coaching. Man möchte die Not nicht. Und macht dann allenfalls, was nicht viel hilft: Man übernimmt zu wenig reflektiert, was das Gespräch ergab. Man legt alles auf das Zeitfenster, welches man mit dem Coach verbringt. Geht man, ist vielleicht schon auf dem Heimweg vieles weg. Ob man dann mit dem Coaching zufrieden ist oder weniger, zeigt sich noch.


Das alles ist und bleibt aber voll und ganz im Verantwortungsbereich als Klientin oder Klient. Ein Coaching ist Hilfe zur Selbsthilfe. Die Selbsthilfe ist es, welche verdeutlicht, wie sehr man sich als Klient darum zu bemühen hat, seinen eigenen Erfolg zu bewerkstelligen. 


Es ist also an Ihnen, diese Neue in Ihrem Leben zu integrieren und Ihr Leben von 'Nord' um 15Grad nach 'Nord-Nord-Ost' umzulegen. Das macht kein Coach, Trainer, Lehrer oder Buch für Sie.

  • Sie müssen beim Ziel des Gewichtsverlustes hungern, sich bewegen oder beides. 
  • Sie müssen beim Ziel der Ordnung aufräumen und wegwerfen.
  • Sie müssen beim Ziel der Integration sich anpassen lernen.
  • Sie müssen beim Ziel des Stellenerhaltes den Gegebenheiten Achtung schenken.
  • Sie müssen beim Ziel des Ehegelübdnisses der Beziehung Achtung schenken.
  • Sie müssen beim Ziel des Doktorates Ihre Arbeit regelkonform und zeitgerecht abgeben.
  • tbc.
Man kann im Coaching viel Erkenntnis gewinnen und verdeutlichen. Man hat schnell für alles Worte und mit leerem Kopf nickt es sich auch leicht. Das sind aber nur Lippenbekenntnisse, wenn Sie sich nicht spätestens auf dem Heimweg Gedanken machen, WIE Sie die Veränderung angehen.

Für Ihren Gewichtsverlust: laufen Sie zwei Tramstationen / für Ihre Ordnung: machen Sie an der Tramhaltestelle Ihre Taschen leer, weg mit alle dem Gerümpel / für Ihre Integration: Halten Sie einfach den Mund und hören  Sie lieber zu / für den Stellenerhalt: Streichen Sie alles aus Ihren Gedanken, was nichts mit Ihrer Stellenbeschreibung zu tun hat; ziehen Sie sich auf Ihr Feld zurück / für Ihre Ehe: was 'sehen' Sie am Partner nicht mehr? Wo sind Sie blind und daher bezugslos? Fragen  Sie den anderen / ... und für die Doktorarbeit: kriegen Sie es geregelt - oder überborden Sie nicht. 

Etwas nicht geregelt zu kriegen, ist in den allermeisten Fällen Umstand des eigens zugebilligten Komforts. Nur selten verhindern einem echte äussere Umstände. "Man müsste halt nur früher aufstehen ..." - Ja, stehen Sie früher auf. Das ist die Veränderung. Ist neu für Sie (und allenfalls Ihre PartnerIn) 

Dass einem Fremdes / Unbekanntes / Neues Unwohlsein verursacht, ist so alt wie die Menschheit selber. Der Schritt in Richtung 'Terra incognita'. Doch erste Erfahrungen, Sicherheit, neues Gewohnen kann und wird nur entstehen, wenn Sie nach dem Coaching das Eine tun, was notwendig ist: 

Man nennt es 'Handeln'. - Danke.





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Sonntag, 8. April 2018

Komposition mit Hund ...

... über das vordergründig Imposante; Aber: die wahre Grösse im lebendigen Wesen.

Bild: (c) bei Jona Jakob, privat.
Bild: (c) bei Jona Jakob, privat


Bild: (c) bei Jona Jakob, privat

Bild: (c) bei Jona Jakob, privat

Während alle Güter und der Raum selbst nur das Statische in ihrem Zusammenspiel zeigen, verkörpert der Hund ohne Ausnahme das Dynamische. So hat das Statische in seiner übermacht nur das Quantitative von Haben, der stattlichen Langeweile eines vollen Sparbuches gleich, während in seiner Dynamik das Wesen, Wandelbarkeit, also das Qualitative von Sein wörtlich 'lebendig verkörpert'. Das eine ist eben nur gestellte Komposition, während das andere unberechenbar die Veränderung darstellt.

Oder kurz gesagt: Die Sessel und das ganze Gedöns tun gar nichts - ohne (immerhin) für alles was Leben sein könnte, in der Nichtigkeit ein Gegenteil darstellen, damit das andere hervortreten kann.
Jona Jakob, 2018


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Sonntag, 1. April 2018

Herzliche Ostergrüsse - oder worin täglich Hoffnung liegt

Ich bin ein Kind von 68er-Eltern. Existentialisten. Kein Gott. Bloss keine Kirche. Mit 33 heiratete ich in in der reformierten Bühlkirche Wiedikon, Zürich, Kreis 3. Und später organisierte ich dort jeweils das Frühstück zum Osterfeuer. Durch die Liturgie führten ,in stockdunkler Kirche, die Kirchenmitglieder. 

Damit lernte ich das Sinnbild, das der Tod Jesus mit der Dunkelheit und Verlorenheit der tiefen Nacht verbunden wurde. Und dass man während des Osterfeuers, in welches Wunschzettel geworfen werden konnten, ... dass man während der Auferstehungsfeier in verdunkelter Kirche das Erwachen des Tages, also das langsam aufkommende Tageslicht, als Sinnbild für ewig währende Hoffnung und ein Besserwerden der Lage vermittelte. Ein sehr eindrückliches Erlebnis, wenn durch die Kirchenfenster die Helligkeit drang, kräftespendend gegen die eigene Müdigkeit und erleichternd allein schon für die Augen. Es war stets eine Wohltat, dieses Tagwerden. Und darin die Hoffnung der Auferstehung, ob man es nun glauben mag oder weniger.

Bild: Privat von JJ / Glasvase aus Aschaffenburg


Ich bin der Kirche jedenfalls dankbar, dass sie mich damals mitmachen ließ und ich etwas lernen konnte: Täglich geht die Sonne auf. Für jede und jeden. Und immer wieder. Das müsste auch jene erreichen, die Midsummer oder Sonnenwende feiern. Es wird ein neuer Tag und wir haben neue Chancen ... - heute wohnen meine Liebste und ich gegenüber den Toren der St. Agatha Kirche in Aschaffenburg und vor diesen brennt, während ich in meinem Arbeitszimmer hier schreibe, das Osterfeuer ...

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen frohe Ostern und viel guten Grund zur Hoffnung

Jona Jakob

Dienstag, 26. Dezember 2017

Ihnen alles Gute zum neuen Jahr 2018.

Bild: Shutterstock, für 2018 lizenziert / Text: JJ

Der Sänger Falco verfasste einst eine Textzeile, die lautet: 'Wo wir sind, ist vorn. Sind wir hinten, dann ist hinten vorn - schonungslos.' - Ganz unrecht hatte er mit dem Bild nicht. Für ihn war vermutlich eher die New Economy mit ihrem Wettbewerb der 90er-Jahre gemeint. Doch heute, wo das Prinzip der Selbstverantwortung zählt, ist eben dort 'vorn', wo man selber steht - steht man hinten, ist das die eigene Position.

Herausfordernd ist es, in seiner Sache an erster Stelle zu liegen. Kein anderes Boot vorneweg, an dem man sich orientieren könnte. Man darf selber keine Fehler machen. Man muss verstehen, wie die Gegebenheiten zu interpretieren sind. Man sollte für seine Entscheide eigenen Ermessungsspielraum, sogenannte Souveränität, haben, um so frei als möglich entscheiden zu können. Und um zu bestimmen, wovon man sich fernhalten will. Was ist einem wichtig? Wie will man das erlangen? Wozu oder wofür?

Es ist eine Kunst sein Schiff zu führen. Ob alleine oder mit einer Crew. Und es ist ein Alleinsein. Das kann einem niemand abnehmen. Was Sie hingegen haben: Mittel. Mittel wie Sextant, Kompass, Sonne, Mond und Sterne. Sie haben Karten, Pläne, Messeinheiten - und allenfalls eine Positionsbestimmung mit einem Menschen vom Festland.

Wie immer Sie Ihr Schiff führen, ich wünsche Ihnen in 2018 alles Gute, viel Erfolg und möglichst grosse Zufriedenheit.

Jona Jakob, Senior Coach


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Mittwoch, 6. Dezember 2017

Wenn sich Klienten selber belügen ...

Ich nehme an, Sie wären Klientin bzw. Klient. Sie haben Ihr Coaching in angeblicher Selbstverantwortung an mich beauftragt. Sie haben die Selbstvereinbarung bezüglich

  • Selbstverantwortung
  • Coachbarkeit
  • Gesundheit
  • Honorar und Zahlungsbedingungen 

.. unterschrieben und nicken mit dem Kopf, wenn ich frage: "Konnten Sie alles verstehen? Ist für Sie alles klar?" - "Ja, ja - alles gut, ich bin froh, wenn es losgeht."


Jona Jakob - alle Rechte bei JJ

Natürlich ist eines Menschen Situation je nach Problem, Aufgabe, Krise oder Lage instabil, angeschlagen, verletzt oder sonst wie nicht sehr stark, was einem verunsichern kann und man Halt sucht. Das ist im gegebenen Fall ganz normal. Und davon schreibe ich hier nicht. Wovon ich schreibe sind Menschen, die sich über das Coaching hinaus selber belügen und selber betrügen.

Dieser Typ Kundin und Kunde laviert, nicht selten seit vielen Jahren. Es gibt bereits eine vielfältige "Historie" des erfolglosen Geschichtenerzählens. Daher auch eine Art "etablierter Zustand", vor sich selber nicht sauber zu handeln. Solche Menschen

  • machen sich etwas vor
  • bluffen und geben etwas vor, was nicht wirklich ist
  • verstecken / verschweigen / übergehen ihre Schwächen 
  • cachieren Fehlendes, Ungelöstes, Unberichtetes, Aktuelles, etc.
  • übergehen Fakten, Informationen, Ehrlichkeiten, Angaben, etc.
  • umgehen korrekte Vereinbarungen, Abmachungen, Zeit, Geld, Zahlungen, etc.
  • beschönigen Medikamente, Arztzeugnisse, Diagnosen, Therapien, etc.
  • etc. etc. 

Irgendwie haben die Jahre der meist multiplen Krisensituation dazu geführt, Erleichterung darin zu schaffen, als dass man beschönigt - und damit sich und andere betrügt. Aber da niemand so richtig  Einhalt gebietet / anmahnt / zurückweist / klärt, was Not tun würde, scheint diese Strategie den Eindruck zu machen, zu funktionieren. "Läuft." - Die Betroffenen kommen mit ihren luschen Tricks durch, sehen sich bestätigt und hinterlassen nicht zu selten eine lange und breitete Spur unerfüllter Versprechen, Tricksereien, Verklemmungen und Bauchweh zurück. 

Ich kann dafür Verständnis zeigen. Vermutlich verkrafte ich es auch, wenn ich selber mal Opfer oder zumindest Leidender solcher unentdeckter Schummeleien werde. Opfer, wenn ich zum Beispiel gar kein Geld mehr sehe. Leidender, wenn die Zahlungen vereinbart, aber nicht pünktlich eingehalten werden, das Geld verzögert eintrifft, was bedeutet, ich muss für die Restbeträge meine Aufmerksamkeit noch Wochen- oder gar Monatelang aufrecht halten, mahnen, betreiben, etc. 

Aber nicht nur Geld und seine Vereinbarung spielen eine Rolle. Ein Feld für Selbstbetrug von Klienten ist die Krankengeschichte. Es werden Therapien verschwiegen, Resultatlosigkeit, Krisen, Süchte, soziale Missstände, Karriereabbrüche, Rauswürfe, Scheitern, Verluste etc. "Ich arbeite als XY (Funktion)", - dass aber nur 40% gearbeitet werden, wird verschwiegen (Beispiel). 

Die Menschen wollen wo neu beginnen und das Alte hinter sich lassen. Das kann ich verstehen. Aber mit einer Lüge, einem Verschweigen, einem Verdrängen ist für die Betroffenen kein guter Anfang gemacht. Mit Schonen und Selbstverwöhnung ist der Boden für einen gesunden Baum vergiftet, es wächst darauf nichts. 

Worum geht es - bei aller Menschlichkeit, die in solchem Verhalten steckt?


Es geht nicht zuerst um Disziplin, es geht zuerst um Hygiene. 

Wenn diese fehlt oder verloren geht, weicht und sich innerlich verdrängen lässt, wird es in der Folge auch an Disziplin fehlen. Ihr Coaching flopt. 



Mit einer verfaulten Hygiene seiner eigenen Haltung anzutreten, ist bereits einsichtslos. Sie buchen ein Coaching und pfeiffen gleichzeitig auf alles, was hierfür notwendig wäre. Sie betreiben in einem solchen Moment Selbstbefriedigung und damit Selbstverwöhnung. Sie wollen gar nicht an Ihren Themen arbeiten, weil Sie Tricks fanden - statt einen lebenswerten eigenen Weg der Selbstbestimmung. Lavieren, ungreifbar werden, entwischen und flüchtig sein sind Ihre Macht-Werkzeuge, mit denen Sie meinen, leben zu können. Kann man tun und funktioniert vielleicht irgendwie. 

Nur bleiben Sie eine schlechte Partnerin und mieser Partner. Ob für Mietverträge, Konsumkredite, Arbeitsanstellungen, Geldsachen, Pünktlichkeit, Abmachungen und privaten Kontakt, ob als Freund oder Beziehungspartner, etc. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Sie für nichts mehr zu gebrauchen sind. Dann spätestens fängt man an, den Behörden und Ämtern einen Scheiss zu erzählen, da die nun nicht nur für einem bezahlen, die übernehmen plötzlich auch Ihre Bestimmung, machen sich zum Vormund - und Sie, Sie geben sich in deren Hände. 

Auch hierfür kann ich Verständnis haben - selbst wenn ich damit nicht einverstanden bin. Ok. 

Doch ich schreibe hier für eine Berufsaufgabe und honorierbare Dienstleistung, eine Branche und Fachleute - für die Sache 'Coaching'. Wir Coaches sind nicht günstig, aber was gerade als Coaches unsere grösste Schwäche ist: Wir sind käuflich. Man kann uns einfach beauftragen und buchen. Und man kann uns als "Weltmeister in der eigenen Sache" unverfrohren Ihre Lebenslüge auftischen, so dass wir meinen, mit jemandem im guten Kontakt zu stehen und einem entwicklungsorientierten Coaching entgegenzusehen. Damit meine ich: NICHT SO, wenn Sie als Auftraggeberin bzw. Auftraggeber jetzt schon Halbwahrheiten von sich als Angaben machen. 

Dass ich als Coach "kaufbar" bin, also nicht wie bei einem Arzt oder Psychologen getestet und analysiert wird, dass wir Coaches wie ein Maler oder Buchhalter "buchbar" sind, verführt Sie, sich "den Zauber mal so zu leisten", womöglich mit Geld, welches Sie nicht haben, aber mit einer Status-Attitüde von wegen "mein Coach". Wie sehr mögen Sie sich selber bzw. "Ihr Coaching" verarschen? 

Wenn in Ihnen keine Haltung mehr besteht, Ihre persönliche Hygiene in Haltungs- und Verantwortungsfragen korrekt transparent zu machen, wenn Sie nicht aufhören wollen, zu spekulieren und Sie lieber "mal einfach zu schauen, was wird", dann sind Sie alles, nur keine Klientin oder ein Klient. Sie sind kein Coachee und auch sonst niemand, der auch nur einen Schritt weiter käme, ob in seiner Entwicklung noch in seinem Lebensglück. Sie stehen dann auf falschem Gleis, keine Ahnung, wohin Ihre Reise geht. Schlaumeier. 

Sich per Selbstbetrügerei ein Coaching zu beauftragen ist ein endloser Verlust! Ihr endloser Verlust! Denn als Coach mag ich das Geld verlieren oder auch Zeit und Energie. Aber ich werde  daraus lernen und immer deutlicher all das zuvor abklären, bis hin zu Forderungen von Vorauszahlungen oder Bargeld mitbringen - egal, meine Verträge werden härter. 

Aber was Ihre Situation betrifft: Sie ist so sehr besorgniserregend, wie wenn Sie in einem Schlammloch oder in Treibsand stecken würden. Mit jeder Bewegung sinken Sie weiter in der Bodenlosigkeit Ihrer verklärten Konstruktionen ein und gehen auf die eine oder andere Weise unter. Hierfür gib es keine schönen Worte. Hierfür gibt es nur den die unbeschönigte Klarheit, eine ganz eigene Form von Hygiene. Wenigstens von meiner Seite. 

Dass der Mensch sich vorteilhafter präsentieren möchte, als dass es um ihn bestellt ist, angefangen vom Profilfoto, Zeugnissen, sexueller Attraktivität, bis hin zu Markenprodukten, Titel oder zum Auto - Ja. Ist so. Doch für einen Coachingprozess müssen Sie das in der Weise ablegen, als dass Sie im Gespräch und im Vereinbarungsprozess mit mir mehr als ehrlich sind und mir offen legen, wo genau Sie mehr vorgeben, als Sie allenfalls einhalten können bzw. vermögen. 

Sie fangen also noch vor dem ersten Telefonat oder Kontakt an,
ins Coaching zu gehen.


Schaffen Sie es, mir einen Bluff vorzumachen, den ich nicht oder zu spät bemerke, schneiden Sie sich ins eigene Fleisch. Ich habe mit der ersten Silbe eine Schweigepflicht und auch als Coach genau diese Professionalität, bei der man seine grössten Schwächen zeigen / offenlegen / ansprechen darf. Genau hier können Sie Ihr Haus aufmachen und zeigen, wie es aktuell in der Situation um Sie steht. Möchten Sie aber Ihren Hausschwamm, den schwarzen Schimmelpilz und die brüchigen Stellen "dank dem Coaching" nur mit weisser Farbe übermalen, vergiften Sie sich in Ihrer Ruine selber. Es ist dann Ihr Geld, Ihre Zeit und Ihre Energie, die noch vor der Kontaktaufnahme zwischen Ihren Fingern zerrinnt, es ist Ihr Verlust. 

Es geht zuerst um die Hygiene, mit Selbstbetrug aufhören zu wollen. Hier muss in Ihnen und vor Ihnen eine klare Antwort liegen. An dieser Stelle muss das 'Neue' beginnen. Hier wendet sich für Sie das Blatt. Haben Sie hierfür vor sich (und mir) den Mut und die Grösse, fängt es für Sie an, damit zu leben, mit dieser Hygiene. Dann wird daraus Disziplin, Haltung und eigener Anspruch. Das wächst gesund.

Und egal welches Thema Sie im Coaching angehen wollten - sie spüren lesend jetzt schon, was sich ändert, wenn Sie sich in der Sache korrekt stellen und es lassen, tricksend um die Zusammenarbeit zu fragen. Kommen Sie und sagen Sie: "DAS ist meine Not. Wenn ich diese nicht aussprechen darf, muss ich Sie belügen. Und das möchte ich nicht. Ich möchte weder Ihnen noch besonders mir selbst gleich schon etwas Falsches auftischen." - Fühlt sich gut an - und ist massgeblich wirksam. Ist Ihr Coaching, nicht meines. 


Mit aller Achtung vor Menschen und ihren Nöten oder Strategien. 

Mit aller Achtung aber auch vor dem Coaching, dem Aufwand, dem Honorar und mir als Coach. 


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Samstag, 25. November 2017

Das Problem und/oder die Beklemmung. Das sind zwei ...

Oft erklären mir Menschen in Coachings oder bei der Auftragsklärung (Vorgespräch), sie wären gestresst / müde / ratlos / ohnmächtig / bis hin zu physischen Symptomen wie Schlaflosigkeit, Kopfkarussell, Ängste, Unwohlsein, Konzentrationsmangel, Abschweifen, Aufschieben, etc. etc.

Dann erklären Sie mir oft, es läge an zwischenmenschlichen Situation/en (oft eine Vielzahl und lange angestaut). In den meisten Fällen geht es um etwas, was man nicht gerne bespricht, aufdeckt, klärt und regelt: Altelterliche Übergriffe bis ins eigene, reife Erwachsenenalter, Schamthemen, Partnerschaftliches, Wünsche, Hygienisches, - aber auch Teamsachen, Führungsdinge, Kollegenzeug, Geschlechter-Dingsda. - Heikles -

Bild skizziert von JJ - Jotter by SonyEricsson P800
 

Was sich dann im Gespräch zu gerne zeigt: Das WAS, das Problem / Umstand / Konflikt ist gar nicht so schwerwiegend / schlimm / unlösbar. Was auf den Magen schlägt, ist, dass man wegen Konventionen, Anerzogenem, Konditionierungen etc. keinen Weg sieht, die Sache zu lösen. Man kennt das Was, weiss aber nicht WIE.

Es ist nicht das Problem, welches einem krümmt und krank macht, es ist die empfundene "Ausichts'losigkeit", wo man erst einmal meint, man werde aus der Sache nicht rauskommen und müsse sie weiter ertragen. Dieses "Drin-stecken".

Notfalls fängt man an, Ersatzstrategien zu entwickeln. Wenn nicht bewusst, dann eben schon mal vom Körper ausgehend. Der wehrt sich mit Unwohlsein.

GesprächspartnerInnen hellen in solchen Momenten bereits bei dem Vorgespräch auf. Spricht man die ungelöste Situation an, kommt ein ausgestossener Atemzug, wie so ein gepresstes "Hau... - genau dort hakt es." Trenne ich das Gefühl der 'Gefangenheit' vom Problem, hört man eher einen Schnaufer wie wenn jemand durch die Nase einatmet, was den Brustkasten öffnet und füllt. Die Stimme wird sicherer und gehaltvoller. Ich sehe vor dem inneren Auge, wie sich dieser Mensch gleich etwas aufrichtet, der Rücken streckt sich, der Kopf mit Nacken und Hals gehen hoch ...(beschreibe ich mal so).


Warum entsteht bereits Erleichterung?


Auf den ersten Blick würde man vielleicht antworten: Weil die Situation nun klarer vorliegt und man spürt, dass es machbar werden könnte. Ja. Auch.

Ich sage, wichtiger ist, dass sich der Mensch im Gespräch ehrlich, transparent, unbewertet und authentisch geben konnte: einfach mal OFFEN sein, ohne Bedenken oder Befürchtungen. Die Person durfte sich selber sein - und musste sich nicht krümmen / schämen / zweifeln / sorgen.

Das ist für jeden von uns ein sagenhaftes Glück und eine klare Wahrnehmung von echtem und damit stimmig eigenem Leben.

Wer wünsch sich das nicht?


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Freitag, 22. September 2017

Feedback an den Coach - Wie nun genau?

Wenn man ein Feedback für andere sichtbar macht, zum Beispiel veröffentlicht, wird daraus eine Bewertung.

Die Bewertung an sich vollzieht sich so lange nicht, als die FeedbackgeberInnen ihr Feedback an den Feedbackgeber kommunizieren. Erstens sollte Feedback (FB) nicht ungefragt erteilt werden, und wenn doch, dann gelten weiter zwei Regeln, welche eine Bewertung nicht wirklich bewirken:
  • Die FB-Geber sollten sich in Ich-Botschaften ausdrücken, so dass keine Verurteilung kommuniziert wird (4-Ohren); und
  • Es gilt durchwegs die FB-Regel, dass die oder der FB-Empfänger mit dem FB machen kann, was man mag: nichts, gar nichts, vielleicht etwas davon - allenfalls sagen: "Danke fürs FB."
So auf jeden Fall bleibt die Bewertung von Coachees an den Coach geregelt und bewertungsfrei. Wird das Feedback - mit Einwilligung der AutorInnen - nun aber veröffentlicht, wird aus den meist originären Worten ein Werten und Bewerten. Es sagt die Kundschaft, was sie von der Dienstleistung hält im Rahmen einer Beurteilung von Leistung.

Dabei nehmen Leserinnen und Leser diese Botschaften meist 'wie üblich' über, als würde ein Essen, ein Produkt oder zwei Wochen Urlaub bewertet. Und das ist nun mal falsch. Daher sind auch Bewertungsportale, Sterne, etc. fragwürdig, weil wir gewohnt sind, erst einmal auf den Bewertungsgegenstand zu schauen - aber wie ist das in einem Coaching denn wirklich?

Bleiben wir dabei, dass ein Coaching Hilfe zur Selbsthilfe ist und auch, dass die selbststeuerungskompetente Klientschaft den Coachingprozess eigens verantwortet, gäbe es sozusagen keine Situation, wo Klienten den Coach bewerten. Und doch ... :-)

Bei sich bleiben als Königsweg / Bild: (c) bei Jona Jakob, privat
Man kann dem Coach ein Feedback ausstellen, wie ideal und wie wirksam dessen Erstellung des Klienten-Coach-Systems war und seine Begleitung den des Klienten eigenen Prozess gefördert hat. Dazu lässt sich etwas zurückgeben.

Aber sonst müsste ein Feedback viel mehr aussagen, was genau der bzw. die KlientIn für sich selber schaffte - das Feedback müsste an sich selbst gerichtet sein, so dass wenn man es liest, man lesen kann, wie mehr oder weniger der/die KlientIn sich ordnete, klärte, verstand, fühlte, erkannte, löste und entwickelte. DAS wäre eine adäquate und dem Coaching-Prozess gerechte Mitteilung, was man damit gewann, was man gut für sich erlebte, was man optimieren möchte und worin der Dank gerichtet ist.

Denn auch nur so würden Worte für die Wirksamkeit im Coaching gerecht, was das Setting, den Vertrag, die Präsenz des Coaches und dessen Interventionen betrifft. Und bitte, kein Feedback an Methoden oder sonstige Mittel. Dass Sicherheitsleinen und Steigleitern, Brücken und Beiträge super sind, na ja, dafür hat man sie gewählt. Aber die haben weder etwas mit dem Coach noch mit der Klientel zu tun. Das ist niemandes Leistung.

Wenn Sie also Kundin oder Kunde in einem Coaching sind oder waren, schreiben Sie nicht zu sehr, was alles auf Seiten des Coachings oder Coaches so wunderbar war, bis hin zu netten Räumen und gutem Kaffee - das ist aussagelos.

Schreiben Sie, ob Sie sich

  • darlegen vermochten
  • öffnen konnten
  • verstanden gefühlt haben
  • was Sie empfanden, von schwer ertragbar bis wunderschön
  • was Sie in sich finden konnten
  • worin Sie sich erkannt haben
  •  was Sie neu oder wiederfanden
  • was Sie abgestossen, hinter sich gelassen haben
  • was Sie als Ziele angehen mögen
  • was Sie erreicht haben und es jetzt für sich implementieren
  • etc.
Schreiben Sie von Ihrem Gewinn, Ihrem Wandel, Ihren Werten und neuen Ausrichtungen. Schreiben Sie von Ihrer Veränderung. Was konkret ging? Was wurde? Was ist heute?

Und danken Sie sich selber. Ja. Danke Sie sich selber, dass Sie ein Coaching begonnen haben. Danken Sie sich, dass Sie den Aufwand an Geld, Zeit und Kräften aufgebracht haben. Dass Sie sich mit sich auseinandergesetzt haben. Finden Sie sich gut, besser, grossartig - oder auf dem Weg. 


All solches wird dann zu einer Aussage, ob der Coach, der diese Zeilen veröffentlichen darf, für Sie wirksam war und Menschen zu sich zu bringen vermag. Ob ich ein Netter, ein Lieber oder sonstwas bin, sagt, mit spezieller Hinsicht auf die persönliche Entwicklung, nicht viel. Denn es ist nicht wichtig, ob ich lieb oder nicht so lieb bin - wichtig ist, ob Sie Ihren Shift, Ihre Veränderung machen konnten. Ob Sie nun einen Weg haben oder bereits Ziele erreichen konnten. Und wie es sich damit lebt und anfühlt. 

Da gibt es aus meinem Nähkästchen die Erfahrung dazu, dass ich gleichzeitig eine Abend- und eine Samstagsklasse mit jeweils ca. 16 Teilnehmenden im 'Leadership-Zertifikaten' unterrichtete bzw. entwickelte. Die Abendklasse hatte am Institut einen sehr negativen Beginn, alles lief falsch. Die Samstagsklasse hingegen startete optimal. Und so wurden es intensive sechs Monate, denn die Abendklasse war bis zuletzt kaum noch zufriedenzustellen, es war abends richtig mühsam, ärgerlich, ein Kampf und beständiges Ringen, Thema für Thema durch. Nicht so samstags: da flutschte es in Empathie, Zuhören, Verstehen - ein Genuss immer. Beim Abschluss hingegen zeigte sich, dass in beiden Klassen die Erfolgsquote bei über 90% lag, auch bei denen, die ständig quängelten und die mich oft nicht sympathisch oder angenehm fanden. Aber so, wie die positiv Eingestellten motiviert mitmachten, rangen sich die Widerspenstigen den Stoff mit viel Reibung ab. Sie hatten sich nicht weniger auseinandergesetzt, sich wütend reingeschmissen, kritisiert und in Frage gestellt. Sie waren anstrengend - ja. Ich für die ja auch. Aber was dennoch erfolgte: wir prozessierten die nötige Entwicklung hin. 

Ich muss also gar nicht immer so ein Feiner sein, das sagt nichts aus. Was zählt ist Ihr Schub, den Sie anfänglich signierend (Coaching-Vertrag) zum Punkt Selbstverantwortung gezeichnet haben - Sie also, ganz besonder SIE sind daher auszuzeichnen. Daher. 

Alles andere ist entweder Schmus oder Folgen. Ich bin kein Fan von 'Folgen', weder mir noch der Konvention, wenn Sie das nicht aus freier Position formuliert haben, sondern bloss, weil Sie erneut nett sein möchten. Mir ist lieber, Sie zeigen sich frank und in Fragen zu sich selber firm. 


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Donnerstag, 29. Juni 2017

Vom Vater

Mein Vater floh 1960/61 bei Thüringen aus dem Osten, als dort nur ein Zaun stand und die innerdeutsche Grenze sonst bewacht wurde. Es gab zwar noch keine 'Mauer' oder die üble Grenzanlage, aber geschossen wurde schon.  Das muss er zwei Monate vor seinem Abitur gemacht haben und so verblieb er den Rest seines Lebens ohne jeden Berufsausweis. Er wurde Angestellter in einem Vermessungsbüro, setzte im Sommer Marksteine, vermass das ganze Napfgebiet (Emmental, Schweiz) und zeichnete im Winter präzise Pläne von Hand. Er konnte rechnen, denken, liebte es, draussen zu arbeiten. Und er zog jeden in wenigen Sätzen Schachmatt, ob im Spiel, in meiner Erziehung oder der Frage, nach dem Sein und dem ganzen Unsinn. Das Einzige, was ihn vereinnahmte, war seine Vorstellung von einer Freiheit, die ihn bis in seinen gewählten Tod antrieb, ordentlich, bewusst, aufrecht - und in weissem Hemd und heller Hose. Er stand wie eine Eins, eisblau sein Blick, wachsam sein Schweigen. Er konnte mich fertig machen. Dann lachte er mit uns am liebsten, wenn ihm was schief ging.

Im Buch 'Fokus Self Leadership', (Wallner & Völkl) würde man ihn heute als 'naszierend' beschreiben, eine ideale Mischung von Gelassenheit und Wachheit wie Achtsamkeit. Falls Ihnen sowas auf den Wecker geht, dann halt bildlich: Er bewegte sich langsam, bedacht, sorgfältig, leise, einfühlend. Er war mein Yul Brinner, mein Lee Van Cleef, mein Clint Eastwood, mein Charles Bronson, mein Steve McQueen. Er war niemals Eli Wallach.

Sie können sich auch fragen, wie oft Sie schon den Atlantik mit einem Segelboot gequert haben, wie oft sie mit einer Segelyacht in der Antarktis überschlugen? Wie oft haben Sie es darauf ankommen lassen? Er hat. Und ganz ohne jeden Ausweis. Keinen Segelschein, keinen Kletterschein, keinen Navigationsschein, kein Funkschein. Ich hab hier seine Bücher zur Antarktis, zum Schwerwetter Segeln, zum Überleben.

Hans Willi Klaus 'Chlöisu' Jakob / Bild: (c) bei Jona Jakob, privat
Nun ist er seit ein paar Jahren tot und ich bin unterdessen bald 55. Ich glaube, er mochte mich die letzten 15 Jahre, weil er es irgendwie kommen sah, dass ich scheiterte. Das fand er besser, als all die Fürze, von denen ich hungrig erzählte. Ich aber wurde über die Jahre Koch, Diätkoch, Marketingplaner, Marketingleiter, Gesprächsberater und Coach. So viel zu meinen Ausweisen. Ich machte den Schnupperlehrling, den Lehrling, den Jungkoch, den Koch, den Diätkoch, den Junior Product Manager, den Product Manager, den Exportleiter, den Area Sales Manager Middle East und wurde ad interim CEO in Kopenhagen sowie Chief of the Board. Dann Selbständigkeit, Scheitern, Sterben. Danach aufstehen und Krone richten. Das dauerte nun 40 Jahre.

Ich bin re'etabliert. Alles seit einigen Jahren wieder da. Und ich sollte noch 10 - 20 Jahre arbeiten. Wer sein? oder was darstellen? Lehrcoaches fragen blind, ob ich nicht in die Ausbildung kommen möchte. Andere absolvieren Nachdiplome. Selber beschäftigen mich Fragen, was gebe ich für eine Antwort, wenn ich gefragt werde, wer ich sei oder was ich mache. Mein Vater antwortete er auf diese Frage mit, 'Mein Vater war der Erfinder des Würfelzuckers'. Das wars.

Last but not least lassen neueste Erkenntnisse das Verstehen der eigenen Rolle von der Fremdverantwortung zur Selbstverantwortung wechseln, von der Abhängigkeit zur eigenen Konstruktion. Vom Top-Down aus erzieherischem Zuckerbrot und Peitsche zum Ich ok und Du ok, von der Du-Botschaft zur Ich-Botschaft und zu den Fragen nach meinen Gefühlen und meinen Bedürfnissen. Und wenn dem so ist, was ich für mich übernommen habe, dann bedeutet das, dass kein Wisch mich noch ausmachen kann, egal wie 'Top' der auch sein mag. Ich bin im Reigen meines Zenits, auf dem Lebenszyklus in der Reife-Phase, nicht mehr durch einen Beleg zu anerkennen.

Das Einzige, was mich - auch mit Blick auf Diffusionen, Digitalisierung, Umwälzungen - auszumachen vermag, ist meine täglich Haltung. Der gelassene, achtsame aufrechte Gang. Ich bin bestenfalls mein eigener David Carradine - um nochmals zu den Bildern zurück ... Ich bin dann Pfadfinder, Kollege, Kapitän, Mitmacher, Denker, Brückenbauer, Troubleshooter, Zampano, Schreiber, Massstab, Querulant und Fragensteller. Ich bin Experte, Löli, Liebhaber und Leidenschaftler, wie Hundehalter. Ich kann Zelte bauen, Feuer machen, Schuhe trocknen, Wunden verbinden. Ich kann schauspielern und zuhören. Andere lassen .. gerade noch, aber da bin ich mir noch nicht sicher. Und ich weiss, wie man untergeht oder besser nicht. Wach wie ich bin, frage ich mich seit einiger Zeit, wie und womit ich wieder Koch würde, wenn viele nicht mehr zur Arbeit fahren.

Damit stelle ich mich nächstens. Die Haltung. Die bewusste Haltung macht jemanden. Da kann auch einer ohne Zettel kommen. Und bestimmt, ich möchte einen Arzt mit Zettel, aber lieber einer mit einer Arzt-Haltung als einen ohne. Einen CEO mit CEO-Haltung als einen ohne. Einen Coach mit einer humanistischen Haltung als einen ohne. Einen Coach, der die Finger davon lässt, als einen, der schon mit seinem Ausweis fingert. Lieber jemanden, der das Format hat zu sagen: "Ach, lass mal, wir sind da und schauen recht."

In seiner Ausweislosigkeit steckt eine Menge, wo nicht dran ran gelassen worden zu sein. Das hat seine Fähigkeit und Kompetenz, ohne den Zugang zu erhalten jemand zu sein, voll genährt. Man konnte Vater nichts vormachen. Und staunter er, staunte er wirklich, da war er dann gerührt. Aber Eiern - nö.

Langsam begreife ich meinen Vater: Fast alles was man sein möchte, ist keine Frage der Funktion, des Titels oder Diploms - es ist eine Frage der Haltung. 

Jona Jakob - 2017




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Samstag, 3. Juni 2017

... for he stands ahead ...

If you don't follow "herd" consciousness, but rather your own destiny, you will be able to unlock your true potential and discover, at last, a sense of personal wholeness. - Only the outcast can lead, for he stands ahead and above the rest... and from that place can contribute back to the group 
and lead.

 - Dr. Gail Gross.


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Sonntag, 30. April 2017

Verwechseln Sie 'Netzwerken' nicht mit einer Mitgliedschaft in einem Automobil-Club

Guten Tag

Man sollte Netzwerken nicht mit einer Mitgliedschaft in einem Automobil-Club verwechseln, hoffend, es zöge einem wer wo raus.

Pflegen Sie lieber nur 3-5 Leute, so dass Ihnen jener Anteil realistisch "gross / aufwendig" bleibt, den Sie für ihre NetzwerkpartnerInnen einbringen. Leisten Sie eine Art Vorschuss, Gartenpflege, Verdichtung, Mitarbeit oder Beitrag und Nachhaltigkeit.

Denken Sie an Ihre nächsten Partner, z.B. die persönlichen Beziehungspartner. Aber auch Freunde, Familie, Mentor'innen, lebensbegleitende Berater. Geldgeber. Taxis.
Umzugskollegen. Reparierer. Grippepflegerinnen.

Entscheidend am Netzwerken ist, dass man selber was zu geben hat. Man kann mit blanken Tüchern nicht netzwerken. Viel erfolgreicher sind Sie, wenn Sie auf ganz unterschiedlichen Konten was drauf haben. Das macht Sie attraktiver:

  • ein offenes Ohr
  • Bereitschaft und eine Tasse Tee oder Kaffee
  • ein offenes Haus
  • etwas Geld, so dass Sie hinfahren, mitmachen, Obulus zahlen, Getränke übernehmen, ...
  • von etwas Ahnung und Kenntnisse haben
  • Erfahrungen zählen und Geschichten - Erzählungen eben
  • einen kühlen Kopf haben
  • eine starke Hand
  • ein warmes Herz
  • zuhörendes Fragen, was nach Verstehen sucht ist schwer beliebt ...
  • Ideen anbieten
  • Machertum, aber nur wenn gefragt
  • ... und etwas dann auch tun, wenn es getan werden muss


Und tun Sie das auch viral - lesen Sie nicht nur, sondern tragen Sie etwas bei. Sie könnten eine Frage stellen. Oder auf eine feine Sache hinweisen, auf ein Buch, neue Musik, ein Lokal oder sonst etwas, was andere kennen lernen könnten.

Erzählen Sie mir nicht, es gäbe bei Ihnen nix zu erzählen.

Denn es zählt nicht wirklich, was Sie liefern und anbieten - was zählt ist Ihr Bemühen, fürs Miteinander ein vor'sichtiges bzw. achtsames Bewusstsein, eine Art Bereitschaft oder Wachsein zu leben. Vergessen Sie, es perfekt zu machen.

Auch in einer XING-Gruppe ist man Mitglied. Man ist da nicht Konsument oder Schnorrer. Sie könnten mir lange argumentieren: Wenn Sie Mitglied sind, lass ich mir darin nichts erklären oder rechtfertigen oder sonst wie verklamüsern. Sie haben jede Chance, was beizutragen.

Das gilt auch für die Jungen, die Studierenden. Nicht zum Abschluss hier antreten und um meine Meinung fragen, per Umfrage oder sonst einer Arbeit, welche Ihre Kompetenzen darstellen soll. Schreiben Sie vorher zu dem Thema, eröffnen Sie einen Thread, thematisieren Sie das Thema, regen Sie an, werden Sie Gastgeber, Zampano und eben - werden Sie überhaupt wer. Dann mag ich auch Ihren Fragebogen ausfüllen oder die Arbeit abschliessend lesen.

Netzwerken bedeutet, für den anderen einstehen. Man ist der Bezugsperson aktiv zugewandt. Man empfiehlt so jemanden, weil man weiss, was man an der empfohlendne Person hat. Man ruft diese Person an, auch wenn es ein erstes Mal ist. Man scheut den Kontakt nicht, zeigt sich, wagt sich, stellt sich vor.

Auch als stille Mitleserin und Mitleser gebe ich mal ein Zeichen. Man kann nur 1 Punkt setzen (.), als Antwort auf einen Beitrag. Oder hinschreiben: 'Gelesen - danke'.

Jetzt denken Sie vielleicht, was beklagt der gute Mensch da?
Nö. Ich nicht, ich pflege meine Netzwerke, von Wien bis Regensburg, von Frankfurt bis Zürich, von Aschaffenburg bis nach Nantes. Ich kenne mich da als a) umtriebig und b) ausdauernd.

Worauf ich hinweise: 
Ihr angebliches "Netzwerk" ist keines. Es gibt darin keine Seilschaften und keine Rolltreppe. Ganz und gar haben Sie keine Partner, kein echtes Netz, welches Sie auffängt. Wenn Sie nichts verlauten lassen, hört Ihnen auch niemand zu. An Ihnen ist wörtlich nichts festzumachen.

Warum? 
Weil es Sie nicht gibt. Bleiben Sie unerkennbar, wird nicht ein Deut Ihrer Handschrift, Ihres Wesens oder Handlungsweise erkennbar. Und in der Not dann anzukommen, ist kein idealer Ansatz, Sie aufzugreifen. In der Geschäfts- und Arbeitswelt sind wir keine Hilfsorganisation wie so ein Automobil-Club oder das THW. Wir arbeiten. Miteinander. Es ist also grundlegend an Ihnen, Bezüge zu bilden und wachsen zu lassen, auf dass diese Geflechte dann tragen, wenn Sie Farbe bekennen müssen. Ohne sich zuvor gezeigt zu haben, funzt das in den wenigsten Fällen.

Geben Sie vor - tragen Sie bei - werden Sie an Ihrer Handschrift erkennbar.

Es hilft dabei ungemein, erst einmal sich selber bewusst zu werden. Wer man ist, sein möchte, was zählt und was bewegt. Werte, Orientierungen, das Mass an Ablösung vom "Sozialisierenden", dem was als 'Erziehung' weitum für "genügend" gehalten wird. Hat man schon oder noch ein Profil? Oder hat man nur das Substitut irgendwelcher Ausweise, die noch nie einen Menschen ausgemacht haben, jedenfalls nicht dann, wenn man trotz der Papiere in Schieflagen des Lebens gerät.

Was zählt:
Es sagt mir jeder, der zwei Jagdhunde gelassen über den Markt führt, mehr von sich. Oder wer sein Boot am Steg ordentlich vertäut. Da kenne ich noch nicht einmal seinen Namen, weiss aber, was ich von der Person habe. Und also: Ihr grauer Anzug reicht da nicht.

Sich da bewusst werden. Sich.



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Mittwoch, 5. April 2017

'Gut und Schlecht' als Bewertungen - Wie kann ich meine eigene Haltung finden?

Willkommen

Wir werden mit 'gut + schlecht' erzogen, ob elterlich, kirchlich, schulisch. Wir sind es durch und durch gewöhnt, Signale zu empfangen, die uns

a) ausdrücken, ob man für gut oder schlecht, richtig oder falsch empfunden / gesehen / bewertet wird

oder

b) ob wir uns gleich selber bewerten und uns selbst gut oder schlecht, richtig oder falsch finden.

Das Thema 'Gut + Schlecht' ist unerschöpflich. Worauf ich heute hinaus will ist Wie kann man dem entweichen? Wir komme ich aus der Falle raus?

Wenn ich bewertet werde, wenn das "so" tatsächlich stattfindet (jemand findet mich gut / schlecht), dann unterliege ich einer Bewertung. Meist bestimmen Bewertungen mein Selbst'Wert'Gefühl.

Selbst wenn keine fremde Bewertung vollzogen wurde, so kann es sein, dass ich mich im selben Sinn gleich selber bewerte, mich selber tadle oder lobe, mich gut oder schlecht finde. Zu gerne empfinde ich mich eher negativ, stelle mich zurück oder stelle mir kein tolles Zeugnis aus - aus welchen Gründen auch immer.

Und je nach Selbst'Vertrauen oder Vertrauenserfahrungen an sich, je nach Liebe und Zuwendung, Stärkung und Annahme, die ich in meinem Leben bis hin ins späte Erwachsensein erfahren habe, kann es sein, dass ich auf diese Pole des Dualismus 'Gut / Schlecht' oder 'Richtig / Falsch' schon schier fixiert bin - ich kenne nichts anderes. Ich meine in einer Art Unbewusstheit oder Blindheit, es gäbe nichts anderes. Eigentlich flippe ich zwischen diesen beiden Bewertungen ununterbrochen hin und her (zwischen grüner und roter Zone) und bediene allenfalls ein ganzes Orchester an Instrumenten, für lieb, gut und gefällig befunden zu werden (3. Bedürfnisebene Maslow: Soziale Anerkennung / Annahme / Akzeptanz / Liebe).
Skizze von Jona Jakob, 2017 - alle Rechte vorbehalten

Ein Ausweg ist es, sich bewusst OK zu sehen. Okay-Sein ist ohne jede Bewertung. Es ist einfache und vorbehaltlose, bewertungsfreie Annahme. Wenn ich diesen Gedanken und das damit verbundene Gefühl für mich aufbauen und erhalten kann, entziehe ich mich möglichen Bewertungen und bleibe im Gedanken: Ich bin ok und bei mir. Dieser gefühlte Zustand nenne ich 'Selbstgefühl'.

Das "Verrückte" an der Sache ist, dass es eine Art Hype geben mag, "gut sein zu wollen". Wir stellen uns dar, machen uns hübsch, fotografieren uns, fragen andere Menschen direkt, was sie von uns halten, etc. Aber spätestens von dem Moment an, wo uns das wirklich keine Ruhe mehr lässt, für gut befunden zu werden - oder auch nicht für gut befunden zu werden - sollte die Frage gestellt werden: Wie gesund ist das seelisch noch? Es ist nicht "krank" - so schnell geht das nicht. Aber es könnte tendenziell sowas wie "süchtig / minderwertig / Komplimente haschend / nervend / etc" wirken - genau das Gegenteil von dem, was wir uns als Bewertung wünschen. Eine Art unendliches Spiel, Zwang, Fixierung und Ohnmacht irgendwie. In seiner jeweils neu auslösenden Art könnte das Bild eines Wirbelsturms dargestellt werden, ob durch uns selbst künstlich konstruiert und aufrecht erhalten oder ob durch systemische Zusammenhänge plötzlich entstanden. Wer sehr oft damit befasst ist, sich nach seinem Gut-Schlecht-Befund zu fragen, kann sich achten, ob das nicht auch ein Stück weit 'Thrill' darstellt, 'Drama', 'Thema', 'Ach-Huch-Ich-so', 'Aufmerksamkeit', 'Anerkennung' etc.?

Ringelnatz schrieb in einer Verszeile:

"Aber wer sich darauf versteht, hört in der Schlägerei Herzen schlagen."

Wer sich also "darauf versteht", wer sich selber gut betrachten und sich selbst einfühlen kann (Selbst-Empathie), hat die Chance, sich einfach ok zu finden. Da ist kein Hype mehr. Da ist Ruhe und Stille. Wenn ich mich nicht frage, ob ich gut oder schlecht bin, weil ich ok bin, schiele ich nicht länger nach dem, was Fremde von mir halten. Ich fühle nach, was mein Selbstgefühl im Moment ist, was ich allenfalls für Bedürfnisse habe, sorge für mich und bleibe. Ich bin. Basta. Kein Tanz, kein Verdrehen, kein 'fishing for compliments'.

Und es geht hier im Blog-Post nicht darum, was ich lassen soll, weil das irgendwie kontaminiert und andere fordert (Wäre anderes Thema). Es geht darum, was ich ohne jede Zuwendung in Selbstverantwortung für mich selber tun (auch: ändern) kann, auf dass ich meine Erfüllung mir selber erstelle, gebe und lebe. Ich bin mit mir rund, mittig, stimmig, geerdet, befriedet, ruhig. (Blaue Zone).

Es ist nicht zu selten richtig schwer, sich selber ok zu finden. Oft muss man das lange erringen und immer wieder üben. Viel leichter scheint uns, andere ok zu finden - das ist eine Erziehungsidee, andere erst einmal positiv zu sehen und ihnen wohlgesonnen zu begegnen, alleine des "lieben" Friedens willen, der sogenannten "Harmonie" wegen (ist aber eigentlich verklärt // ist dafür sozial konform: gefällig / lieb sein eben).

Wenn man sich also dabei ertappt, sich wieder einen Kopf oder auch einen verkrampften Bauch zu machen, ob man gut oder schlecht, richtig oder falsch sei, kann es helfen, sich mit dem Gedanken zu erden, dass man vorbehaltlos ok ist und alles Gute in sich trägt (humanistische Grund'Haltung).

Was vielleicht auch nicht so einfach ist - da ungewohnt: Plötzlich ist dann alles still. Man ist nicht mehr der Mittelpunkt, man ist nicht mehr der Schmusebär, der Sonyboy, Liebkind oder Everybody's Darling, man ist dann sich. Kein Wirbelsturm, keine Abhängigkeit, kein Hoch-und-Runter zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Man ist raus aus dem Spiel - das kann verunsichernd langweilig wirken. Bitte dann nicht wieder mit dem +/--Spiel anfangen.

Denn sich nicht wieder in dieses fremdverantwortende Spiel fremder Bewertungen zu begeben, sondern bewusst im Selbstgefühl des eigenen Ok-Seins zu verbleiben, ist

a) der Entzug von fremden Bewertungen als Abhängige/r und spielball der Umstände

und

b) eben dann eine eigene Haltung - ein klarer Gewinn an Persönlichkeit. 

Herzlich
Jona Jakob
Bern Zürich Frankfurt Aschaffenburg






Donnerstag, 30. März 2017

Der Unterschied zwischen Umziehen und Einziehen, zwischen Ankunft und Fortgang.

Einziehen stellt viel mehr dar, als Umziehen.

Das ist in Coachings das Bild vom 'einzunehmenden Brückenkopf'. Es macht keinen Sinn über die Brücke zu kommen, ohne dann weiteres Terrain zu gewinnen und zu sichern. Erklimmt man eine Stufe, macht dieses nur Sinn, wenn ich auf der neuen Stufe ein nächstes Wegstück gehe.

Bild: (c) bei Jona Jakob, privat.

Wo einziehen ist also viel mehr, als Lampen hochhängen. Man geht neu weiter.

Was genau man 'da' tut, dafür muss man einen Blick haben.

... sie sind schon dort.

Es gibt Menschen, die setzen sich ein Ziel. Ist es erreicht, setzen sie ein nächstes Ziel. Mit den Jahren haben sie viele Ziele erreicht. Dennoch hoffen sie "weiter nur".

Es gibt Menschen, die in sich eine klar gefühlte Vorstellung davon tragen, was eines Tages im Sinne einer Vision sein wird. Für die sind all die Ziele keine Ziele, sondern "bloss" logische Massnahmen. Die wissen heute, sie sind schon dort.

Jona Jakob, 2017



Sonntag, 12. März 2017

Hören, wenn dich das Leben coacht: Die Geschichte vom Grünen Salat

Mit 15 Jahren trat ich 1977 in eine Berufslehre zum Koch ein. Mein Arbeitgeber war das Restaurant Bären in Köniz bei Bern (Schweiz). Ich hatte den Lehrvertrag schon seit der achten Klasse.

Im ersten Lehrjahr war ich sozusagen im Bereich 'Kalte Küche' engagiert. Täglich galt es, Salat zu rüsten, zu waschen, zuzubereiten. Salatsauce, gemischte Salate, kalte Teller, Tellergarinituren, Zitronen- und Tomatenschnitze, gehackte Petersilie. Auch alle kalten Teller und Desserts.

Was 'Grünen Salat' anging, so gab es
- den kleinen Menu-Salat
- den 'Grünen Salat'
- einen Salat 'mêlé'
- den gemischten Salat
- und den grossen Salatteller

Ein einfacher Grüner Salat bestand aus einem Frühstücksteller, etwas frischem grünen Kopf- oder Saisonsalat, darüber Salatsauce, einen Tomatenschnitz und etwas Petersilie. Vermutlich das simpelste Gericht auf der Speisekarte.

Bild: (c) bei Jona Jakob, privat.

In den 70er arbeitete ich als Lehrling im ersten Lehrjahr noch gegen 10 Stunden. Ich begann gegen 09:00 Uhr und der Tag endete, inkl. Zimmerstunde, gegen 22:00 Uhr. In dieser Zeit unterstand ich dem Küchenchef, dem Herrn Netzband, ein guter Küchenchef.

Nur in den stressigen Servicezeiten kam auch der Patron, Herr Schwyter, der Inhaber des Restaurants, in die Küche. Er hatte die Unart, die Kuh vom Schwanz aufzuzäumen (am Bon-Brett von hinten anfangen / Prinzip LIFO) und nicht zu selten massiv Stress zu machen und Druck zu erzeugen. Er hat uns Lehrlinge bestimmt eingeschüchtert - bei mir hat das auf jeden Fall Wirkung gezeigt. Ich wurde teilweise handlungsunfähig, zitterte, wusste im Moment nicht ein noch aus.

Es gab einen Nachmittag während der Zimmerstunde, wo mich der Patron bei einer Gelegenheit fragte: "Sag mal Jona, hast du eigentlich Angst vor mir?"

Ich: "Ja."

Er: "Warum? Brauchst du doch nicht?!"

Ich: "Nun, ich stehe pro Tag zwischen 10 - 12 Stunden unter der Leitung des Küchenchefs, Hrn. Netzband, und dann kommen Sie in den Service - und dann muss ich so arbeiten, wie Sie das haben wollen. Ich muss dann meine Loyalität gegenüber Herrn Netzband fallen lassen, da ja letztendlich das Restaurant Ihnen gehört. Ich weiss dann nicht mehr, soll ich nun einen Grünen Salat nach Netzband machen oder Grünen Salat nach Schwyter. Ich zitter dann und habe Angst."

Da legte er lächelnd seine Hand auf meine Schulter und sagte: "Hör mal zu, du musst keine Angst vor mir haben. Denn es kommt der Tag, da machst du weder Grünen Salat nach Schwyter noch Grünen Salat nach Netzband - da machst du deinen ganz eigenen Grünen Salat."

Das sitzt bis heute.

Samstag, 21. Januar 2017

Welche Vorbilder? Und wer ich gerne für einen Tag gewesen wäre?


Das Vorbild hat für mich keinen Inhalt, wenn ich diesen nicht zerkaue und wiederkäue, um daraus das werden zu lassen, wer und was ich bin und sein mag. So ist es mir nie ein Vor'Bild. Es ist mehr eine seitliche Wegmarke. Meine Lieblinge habe meist elend gelebt, um an jenen Geist zu gelangen; deren Tage reizen mich nicht. 

Aber das Denken und Verfassen, dort hin, wo es schon übel riecht,
ja, das will auch ich in der Weise versuchen, 
dass ein Mensch darin bei Würde bleibt. 
So viel ist zu zollen, meine ich.

Jona Jakob - 2017

Montag, 9. Januar 2017

Was ist (m)ein Ziel? Wie erhöhe ich mir die gedankliche Wirkung?

Jemand notierte zum Jahresbeginn im Internet: "Mein langfristiges Ziel ist, bis ins hohe Alter auf natürliche Weise, dass maximale aus meinem Körper herauszuholen." (copy/paste)

Mir scheint das kein Ziel. Mir scheint das einzig ein Resultat. Nicht einmal eine Massnahme. Für mich macht der Satz keine erkennbare Aussage. Nichts.

Mit Blick auf Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, Ziel in Coachings, möchte ich ausloten, was Resultat, Massnahme, Erreichung und Ziel ist. Denn eine Klärung tut mE Not. Verfehlt man sich an der Stelle, kann einem das Gelingen nicht wirklich gelingen. Es würde Mumpitz produziert - daher meine Prüfung. Ich schrieb dem Menschen folgenden Kommentar

  • Als kritischer Mensch kann ich das Inhaltliche des von Ihnen formulierten "Ziels" nicht erkennen. Für mich wäre das nur ein Resultat ohne jeden Zweck oder Nutzen, es wäre also nicht einmal eine Massnahme zur Erfüllung einer Strategie - ich zitiere Sie: 'Mein langfristiges Ziel ist, bis ins hohe Alter auf natürliche Weise, dass maximale aus meinem Körper herauszuholen.'
  • Was holt man denn aus seinem Körper raus? frage ich mich. Wenn Sie mit Ihrer Körperkraft Schulen oder Brücken bauen würden oder Bäume pflanzen, sowas in der Art, dann würde ich ein Rausholen verstehen können. Auch Denkleistung ist ein Aus-dem-Körper-Rausholen. Aber 'just so'?
  • Und wenn Das-Meiste-rausholen das Ziel ist, was fangen Sie damit an? Was ist Zweck oder Nutzen? Wenn im Krieg der gegenüberliegende Brückenkopf errungen werden sollte, machte das alleine keinen Sinn. Ein errungener Brückenkopf macht nur Sinn, wenn man gleich noch Terrain einnimmt und dann mit Nachschub vorrückt um als ZIEL auf der Gegenseite zu verbleiben bzw. den Feind dort zu verdrängen. Es ist eine Leistung, eine nächst höhere Stufe hochzugelangen, aber wozu, wenn man auf deren Absatz nichts will oder tut. Das Ziel ist für mich nicht das Erringen oder Ankommen, sondern das WOFÜR-meines-Verbleibens-an-der-neuen-Stelle. Aber was Sie oben schreiben - bleibt unbewertet ok, ich frage ernsthaft um es zu verstehen - ist nur das Erreichen der Stufe (jedenfalls lese ich so etwas auf diese Weise). Wie also "muss" ich das versehen? 
Welche Zielformulierungen / -aussagen erfüllen mir wirksam das Gefühl, es anstreben zu mögen?

Für die Denkweise in Coachings ist es kein wirkliches Ziel, "... 10 Kilo abnehmen!", obwohl die Etappe als quantitative Leistung dann bewältigt werden muss. Im besten Fall ist es das 'Quantitive Ziel' - siehe Grafik. Das Ziel von 10Kg-weniger ist mE, gesünder und leichter zu leben oder besser auszusehen um attraktiver zu wirken.
Und so möchte ich bei solchen Formulierungen unterscheiden:
  • Was sind messbare Resultate
  • Was sind Massnahmen zur Erreichung eines Zieles per Strategie? 
  • Was sind persönliche Ziele?
Aus meiner eigenen Erfahrung wende ich seit über 20 Jahren folgendes Credo an: 

Das Wie ist mir wichtiger als das Was.
Und das Wofür ich mir wichtiger als das Warum.
Jona Jakob - 1990 

Wie geht es Ihnen damit? Ändert sich dabei etwas?

Herzlich
Jona Jakob
Zürich, Bern, Frankfurt

P.S. Das Herausarbeiten, das vertiefte und mit einer Fremdsicht erfühlte und begleitete Herausarbeiten persönlicher qualitativer Ziele, wie z.B. Visionen, Reason-Whys, Haltungen, Format, Persönlichkeit, etc. ist jener Bereich, der durch ein Coaching enorm unterstützt und in seiner Aussage und Wirkung massgeblich und investitionswert exploriert, gefunden, geschöpft und formuliert werden kann. Eine der Stellen, wo die Ausgaben sich um das Zigfache als Return-on-Invest auszahlen. - Prädikat: empfehlenswert. (JJ)



Montag, 26. Dezember 2016

"Man muss sehr wach sein, um träumen zu können."* - Zu 2016 oder 2017 und zu Ihnen selbst.

* Zitat: Hans Willi Klaus Jakob - 1980

Liebe Coachees
Sehr geehrte Kundinnen und Kunden
Geschätzte Interessierte, Leserinnen und Leser

Wir sind 'Zwischen den Jahren'. Es ist eine meiner Lieblingszeiten im Jahr. Weil 2016 besonders intensiv schien, im Aussen, in all seinen Dramen, Vorkommnissen, Verstorbenen und den globalen Wirrnissen - weil es so heftig war und uns als eher schwere Bürde vorkommt - ...

... und weil, wie es mir scheint, so sehr der Wunsch nach einem tollen 2017 in all den Worten steckt,

... aus diesen beiden verzerrenden Eindrücken heraus möchte ich Ihnen schreiben: "Bullshit - na ja, etwas gemässigter schon, aber bitte, verfallen Sie selber nicht dem Blick nach dem Fremden, dem Anderen, dem Nicht-Zugehörigen. Verfallen Sie bitte nicht der Fremdverantwortung, dem Glauben an ein Schicksal oder einer zu hohen Widerfahrnis. Das ist hier mein Anliegen.

Ich selber hatte 2016 vielleicht das beste Jahr seit mehr als 10 oder 15 Jahren. Das kann ich hier nicht ausbreiten, aber für mich ist es ein ultimatives Erfolgsjahr, ein Abschluss, ein spätes aber stimmig verdientes Ankommen an einer Stelle, an die ich mich kaum mehr hätte zu denken gewagt und die ich heute vielleicht besser inne habe, als ohne die monströse Krise zuvor in meinem Leben. Grobe skizziert: 5 Jahre in die Krise reinfahren - 5 Jahre in der Krise ohnmächtig bleiben - 5 Jahre, um aus der Krise wieder rauszukommen. Heute stehe ich wieder da und habe alles gepackt. Ich bin seit 2016 nun 54 Jahre alt und kann getrost nach vorn schauen. Da bleibt noch richtig Zeit.

Das wichtigste in den Coachings für die Klienten ist die Erfahrung, selber ok zu sein. Das ist der Kern aller Betrachtungen. Wenn man selber nicht daran zweifelt, egal wie die Lage ist, dass man selber ok ist, entzieht einem das von jedem Zweifel. So ist es vielleicht anstrengend, aber doch auch befreiend, den Blick auf sich selber gerichtet zu halten, oft ohne viele Referenzen oder Leuchtsignale, an denen man sich orientieren könnte. Denn um wahrhaftig zu fühlen, dass ich gut bin, ist es eben wichtig, dass einem das niemand sagt! - Ansonsten hat es wieder wer anderes einem gesagt und man glaubt es sich selber weiter nicht (genug). Um zu wissen, ob Sie gut sind, müssen Sie mit sich alleine verbleiben. Das Gefühl dabei kann dann schon mal sein, als würde Ihnen jemand dabei das Herz aus lebender Brust reissen. Aber danach ist gut. Denn sagt einem wer, man sei gut, hat man dessen fremde Fettfinger aufm eigenen Kristallglas, das man ist.

Demnach ist es mir nichtssagend, was mir die Propheten, Wahrsager, Freunde und Kontakte fürs 2017 wünschen und schreiben. Was wissen die schon? Nichts. Das klingt arrogant und unfreundlich. So ist es herzlich nicht gemeint - danke für die wohlgesonnenen Grüsse. Aber dennoch ist es so: die wissen das nicht - nur ich weiss das.

Und so bleiben Sie bitte zwischen den Jahren weder beim Blick auf 2016, noch beim Blick für 2017. Bitte bleiben Sie beim Blick auf die nächsten Schritte bei sich selber, als wären Sie ein segelndes Boot und Skipper zugleich.

Schauen Sie nach Wind, Wasser und Wetter. Wie gut ist das Boot noch? Seine Planken? Sein Mast? Die Segel? Die gebunkerten Güter? Trinkwasser? Trockenheit? Karten? Messgeräte? Alles intakt?

Und last but not least: Wie geht es Ihnen selber? Würde eine Pause gut tun? Ausschlafen? Ordnen? Klären? Ziele finden? Was würde sich gut anfühlen? Was sind zu erfüllende Bedürfnisse? Was fehlt?

Was ist erreicht? Was konnte gewonnen werden? Wer ist man selbst? Wer möchte man noch sein? Was soll in wenig Zeit entstehen? Wo könnte es hart werden? Welche Verluste sind denkbar, welche möglich?

SIE sind Ihre Jahre, ob die vergangenen oder die kommenden. Es mag hartes Schicksal geben: das Haus brennt ab, man erkrankt, man verliert jemanden. Es gibt Dinge, die grösser sind als die eigene Liebe, die man hat. Ja. Doch auch im schlimmsten Moment haben Sie Raum, den Sie gestalten - und dort ist der Kerze Licht.

Bitte verstehen Sie besonders mich, JJ, nicht falsch. Ich schreibe hier nicht vom positiven Denken. Wenn ich wovon schreibe, dann davon, dass das Leben die ganze Strasse ist, auch mit ihrer Gegenfahrbahn, den beiden Randstreifen und Gehwegen. Man kommt - man geht. Und wir Menschen würden viel gewinnen, sähen wir uns reif und in der Lage, auch dann Mut hätten und Leben um zu leben, wenn es unangenehm und schwer ist, wenn uns der Bus überrollt und die Gegenströmung von Zielen abbringt. Leben ist das Ganze - nicht nur das Schöne.

Und damit Sie die Kraft und den Mut hierfür haben, wäre es zu dumb zu meinen, nach dem Fremden schielen zu können und es so zu schaffen. Wer wirklich sein Jahr macht und es dann das seine zu nennen vermag, verdient, stolz und errungen, die wie der sind bei sich geblieben, haben nicht fremdgeschielt, sondern in sich gespürt, was fühlt und anliegt und hungert - und haben dem Zucker gegeben, bis Ruhe einkehrte.


Sehr geehrte Leserinnen, sehr geehrte Leser

Das neue Jahr sind Sie. Und wer sind Sie denn nun, wenn das so ist? Sie sollen nicht mir antworten. Sie sollen sich antworten. Schreiben Sie es nieder, formulieren Sie eigene Worte, Sätze, Antworten. Und dann tun Sie das.

Was ich tun werde? Das weiss ich ganz genau.

Herzlich

Jona Jakob

Zur Person:
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Samstag, 19. November 2016

Resonanz - Wichtige Antworten fürs Ich

Ich fand heute im Internet diesen Auszug aus einem Interview zum Begriff der Resonanz.

"Ich verstehe Resonanz als eine bestimmte Weise, mit der Welt in Verbindung zu treten. Resonanz ist kein Gefühlszustand, sondern ein Beziehungsmodus. Diese Beziehung zur Welt ist dadurch gekennzeichnet, dass uns da draussen etwas anspricht, bewegt oder berührt. Und dass wir umgekehrt das Gefühl haben, wir können die Welt erreichen und eine Art Spur hinterlassen", sagt der Soziologe Hartmut Rosa in einem Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung. Und er fügt hinzu: "Ich glaube tatsächlich, Grundbestandteil eines gelungenen Lebens ist ein dialogisches Antwortverhältnis zur Welt."

Nach Coachingsessionen verabschiedet man sich, man geht auseinander. Dabei ist ungewiss, was von dem bleibt, was man bearbeitet hat. Aus diesem Grund habe ich begonnen, mit etwas zeitlichem Abstand die Coachees per eMail nach Ihren Gedanken zu fragen:
  • Wie geht es heute?
  • Was wurde daraus?
  • Was tun Sie nun?
  • Was wird?
  • Wie geht es Ihnen damit?
  • etc. 
Und dann darf ich hier schreiben, dass meist wunderbare Antworten zurück gelangen, Worte und Zeilen, die mich spüren lassen, wie sehr jemand das Eigene nun bewusst und geklärt für sich festlegen und auch auszudrücken vermag. Stimmigkeit und Klarheit sind lesbar. Ein grosses Glück. 

Eine Reflexion niederzuschreiben ist keine stupende "Coaching-Aufgabe" - nein, die eigenen Worte für die eigene Lebenssituation zu suchen und ausudrücken, ist wie das Ernten der Früchte aus dem aufgewendeten Coaching. Dort ist der Gewinn. 

Ich kann Sie zu Ihren eigenen Worten, Gedanken, Gefühlen und Berichten wie Annahmen nur einladen, um auf diese Weise an Ihr eigenes Ich zu gelangen. 

Mit herzlichen Grüssen
Jona Jakob

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Donnerstag, 29. September 2016

Warum Coaching keine Konsumation ist, sondern eine Investition mit Rendite

Coaching ist eine wunderbare Sache. Coaching ist zwar nicht ausgerichtet, wie ein genüsslich verwöhnendes Angebot, Behandlungen, Massagen, Wellness oder sonst ein feiner Konsum, bei dem man selber kaum etwas beitragen muss.

Coaching verlangt von Beginn weg, dass jemand 'coachbar' ist. Dahinter steckt die Kondition, dass jemand in seiner Situation eine intakte Selbstbestimmungskompetenz hat.

Selbstbestimmung wofür?

  • Für den eigenen Entscheid, ob man ein Coaching beauftragen möchte oder nicht.
  • Für den eigenen Entscheid, im Coaching an sich selber zu arbeiten und Lösungen zu finden 
  • Für den eigenen Entscheid, aus der selbstgewonnenen Lösung auch die Veränderung anzugehen.
  • Für den eigenen Entscheid, als selbstzahlende Person unabhängig gestellt sein zu wollen. 

Diese vier wichtigen Grundvoraussetzungen für ein korrektes Verstehen von 'Coaching' machen spürbar, dass man selber reichlich gefordert werden könnte, alleine schon des selber verantworteten Geldes wegen.

Konsum oder Investition - was ist der Unterschied?

Konsum ist, wenn Sie wofür Geld ausgeben, was Sie sozusagen "verzehren". Eine Massage ist zum Beispiel ein Konsum. Irgendwie verbraucht sich der Effekt der Massage in kurzer Zeit. Um sich dann neu wohl zu fühlen, braucht es einen nächsten Massagetermin. Das ist Konsum.

Investition ist, wenn Sie z.B. 1'000 Euro wofür bezahlen, damit sich diese Zahlung rendiert, Sie also irgendwie mehr als die 1'000 Euro aus einer Sache zurück erhalten. Beispiele: Sie kaufen einen Computer für 1'000.-- und machen damit für Kunden Schreib- oder Übersetzungsarbeit im Auftrag. Mit der Zeit verdienen Sie sich das Geld zurück, was Sie für den Computer ausgegeben haben. Dann sind die Ausgaben für den Computer eine Investition - sie enthält eine Rendite!

Coaching ist keine Geldausgabe, sondern ein Geldeinsatz, eine Investition mit Rendite

Viele Menschen fürchten hohe Kosten für ein Coaching. Sie scheuen die Vorstellung, es könnte 1'000 oder 2'000 Euro kosten. Die Erfahrung zeigt:

a) die meisten Coachings kosten zwischen 900 und 1'500.-- Euros
b) dieser Betrag stückelt sich in 2-3 Rechnungen

Warum nicht?

Weil man in einem professionellen Coaching folgende Anteile gewinnt:

  1. Man gelangt in seiner Situation zu seiner eigenen Lösung.
  2. Durch die Erkenntnisorientierung (Reflexion) gewinnt man neue Handlungskompetenzen
    - Selbstkompetenz
    - Sozialkompetenz
    - Führungskompetenz
  3. Durch das eigene Erarbeiten von neuem Bewusstsein gewinnt man sozusagen 'Neuland seiner Persönlichkeit': Sicherheit, Klarheit, Souveränität, Authentizität - damit entwickelt sich also die eigene Persönlichkeit. Das kann Ihnen nicht verloren gehen.
  4. Give Away: Alle Methoden / Perspektiven / Alternativen und die angewendeten Tools aus dem Coaching können behalten werden. Diese kann man sozusagen mitnehmen, um sie zukünftig wieder zu nutzen.
  5. Der grösste Gewinn aber ist meist
    - die gefundene Lösung
    - der getroffene Entscheid mit seinen Gewinn- oder verhinderten Verlustanteilen
    - das neu mögliche bewusste Handeln
    - verhinderte Entscheide, die einem geschadet hätten
    - stabilisierte Situationen, die einem hätten kaputt gehen können, z.B. Verhältnisse
    - gewonnene Möglichkeiten, Chancen und Angebote, die einem weiter kommen lassen
  6. Der allergrösste Gewinn ist: ALLES, WAS UNBEZAHLBAR IST. 

Grafik von Jona Jakob - Consensus Coaching, Frankfurt 2016

Coaching ist Erkenntnisorientierung. Das ist wie eine Vulkaninsel, die Lava ausstösst und wächst und wächst. Die Lava kühlt ab, lässt die Insel und Pflanzen wachsen und neue Sachen gedeihen. Das ist zuletzt ein lebenslanger Prozess. 

Daher sind die Ausgaben für ein Coaching a) zu stückeln und b) auf den Personal- & Monetary-Value zu bewerten, für den das Anliegen im eigenen Leben steht. Eine Stelle nicht zu verlieren, eine Ehe zu retten, die Gesundheit zu bewahren oder einen neuen Job zu ergattern ... das sind Standards in Coachings, die das Geld alleweil wert sind. 

Sind Sie in diesen Erwägungen unsicher, fragen Sie mich gerne. Ich habe Erfahrungen aus über 400 Aufträgen. (2016)

Mit besten Grüssen

Jona Jakob

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