Montag, 10. September 2018

Der Zeitpunkt einer Herausforderung und der Gedanke an ein Coaching

Warum besser zuvor ins Coaching?

Eigentlich liegt es auf der Hand, aber im Moment, wo einem bei der Arbeit oder im Leben sich "alles" aufdrängt, verdrängt dies auch den Gedanken an ein Coaching.

Nicht selten sieht es nach dem Spruch aus: "Ich habe keine Zeit mit Ihnen über Zäune zu reden, ich bin gerade darum besorgt, die Hühner einzufangen."

Menschen, die schon etwas Coachingerfahrung haben, verändern ihr Verhalten. Sie erkennen den grossen Vorteil, so dass sie VOR ihren Konfrontationen, Gesprächen, Herausforderungen und Lösungsfindung ins Coaching kommen.

Das hat mehrere Vorteile:
  • Sie sehen im Coaching die eigene Lage besser.
  • Sie erkennen Stärken und Schwächen, Chancen und Gefahren.
  • Sie bilden dabei automatisch eine eigene Willensbildung.
  • Dann entstehen automatisch erste Strategien. 
  • Und eindeutig: die Ziele werden klar und spürbar, 
  • der Wille und die Haltung auch.


Dann schreiten Menschen über ihren "Rubikon".

Danach kann das Gespräch, das Problem, die Herausforderung oder was auch immer auf einem zukommen. Diese Menschen, die das Coaching FÜR SICH NUTZEN, sind dann vorbereitet.

Schier unnötig dabei zu erwähnen, dass der Coachingaufwand von Auftrag zu Auftrag kleiner, geringer wird. Ob zeitlich oder finanziell. Denn mit jedem Gespräch steigt die Selbstkompetenz, die Fähigkeit, sich selber zu kennen und einzuschätzen. Und es steigt dabei die Erkenntnis, dass man bei den eigenen Schwächen nachgelassen und bei den persönlichen Stärken zugewonnen hat.

Fragen Sie lieber nach, ob der Coach für Sie auch Mal morgens um 05:00 Uhr oder sonntags Zeit hat, als dass Sie ungeklärt früh am Morgen in den Wirren des Tages stehen, vom Stau, dem Bahnausfall, dem Meetingdruck oder falschen Erwartungen bedrängt. Mit klaren Gedanken prallt das alles von Ihnen ab - der Lead in der Sache bleibt Ihrer.

Das Beauftragen Ihres Coachings wirkt meist schon wie Leitplanken. Ideal, wenn Sie hierfür Ihren Coach haben.

Jona Jakob
Senior Coach

Aschaffenburg
humanness-coaching.de

Montag, 3. September 2018

Die Freiheit, das ist mein eigenes Ich. Wo aber kann ich mich festmachen, wenn der Boden der Gesellschaft einbricht?

Die Jahre, Monate und eskalierend die letzten Tage sind für jemanden, der sich Gedanken macht, im höchsten Mass Unruhe stiftend und schier übergriffig darin, dass man sich mit diesen Zeiten beschäftigen muss. Heute fasst man das kurz zusammen und schreibt als Status: Es ist kompliziert.

Der ganze Wust an Gutmeinen, Aufstehen, Ankämpfen, Fahne zeigen, etc. verbleibt mE ziemlich wirkungslos. Warum? Weil die Aktion oder deren Appell sich gegen andere richtet (fachlich: fremdverantwortend ist) - und damit nicht unähnlich richtet, wie die Abgelehnten, die uns ablehnen.

Wenn also Links gegen Rechts demonstriert, ergibt das nur eine geringe Wirkung. Was soll denn am Schluss geschehen, wäre einer der Flügel übermächtig? Soll er alle "Andersartigen" an die Wand stellen? Die Linken tun den Rechten was genau? Und umgekehrt?

Und dazwischen wabbert eine unendlich viel grössere Masse an Menschen, die sich nicht hervortun, egal welcher Richtung sie sich innerlich zugehörig fühlen, anteilsweise deren Argumente für gut und richtig findet und die, jeder für sich, einfach keine Lösung wissen.

Jotter by JJ / Sony Ericcson P800


Einfach keine Lösung wissen, ist vielleicht der Gleichung gemeinsame Nenner.

In altbekannter Manier, einem Handlungsmuster anerzogener Schule, Wettkampf und Matches greift man den "Feind" an.  Soll ich also nun einen wirklich schwer zu ertragenden Nazi in mir "wegrasieren" wollen? Soll der wegen seiner Nazitümmelei und seiner Aggression von mir ausgelöscht werden, weggesperrt, mundtot gemacht sein? Der Gedanke geht so nicht und ist auf keine Weise so klärbar, selbst bei einem Bürgerkrieg nicht. Im Krieg gibt es keine Sieger. Schon gar nicht, wenn am Schluss ein Friede abgezeichnet werden müsste. Friedenverträge sind die gröbsten Win-Lose-Dokumente, die es demütigend gibt.

Nein, ich möchte keinen Nazi erschlagen. Ich möchte viel mehr, dass jene, die wie ich keine Lösung finden - und dann vielleicht erst einmal Nazi werden, früher waren es rote Brigaden oder irgendwer, der einfach dagegen war - ich möchte, dass die in demokratischen Verhältnissen gut und mitwirkend leben können, den Nazi wieder abgestreift, da man ins Leben involviert ist. Ich möchte, dass aus dem Nazi wieder ein Mensch, ein Nachbar, ein Mitglied unserer Gesellschaft geworden ist.

Das möchte ich alleine schon, um auch für mich wieder eine Lösung zu haben, jedenfalls eine, die mich nicht dazu aufruft, zum Kampf anzutreten, wo Sieg oder Niederlage das Faustrecht und die Macht des Stärkeren regelt.

Wenn ich das funktionierende Miteinander haben möchte, macht es null Sinn, gegen Nazis anzuschreien. Das widerspricht jedem Kommunikationsfortschritt, jeder Gewaltfreiheit, jeder Heilung oder jedem Frieden. Es entspräche in keiner Weise unserem Entwicklungsstand und stellt nur einen eher hilflos wirkenden Rückschritt dar, den in die Barbarei.


Was kann ich tun?

Ich kann mich vielleicht aktuell etwas vergessener Schulen zuwenden, die wie trockene Felsen in der Landschaft stehen. Nicht, um gleich schon wen bekehren zu wollen. Nein, im ersten Schritt kann ich mich diesen alten Schulen zuwenden, um nicht in eigene Unwürdigkeit zu verfallen und ähnlich zu werden, wie die krakeelenden Stimmen, die uns erschütternd entgegenschlagen und sich rotten.

Auch in diesem Konflikt bleibt der selbstverantwortende Ansatz das Mass der Dinge - WAS KANN ICH BEI MIR TUN? Konflikte sind wie Umweltverschmutzung, wie Plastik und Müll. Wo fängt das bei mir an? Was kann ich tun? Wo kann ich etwas bewirken?

Was man für sich selber tun kann, ist

  • sich seiner christlichen Werte bewusst werden
  • sich seiner Erziehung und Tugenden bewusst werden
  • die Philosophie nicht vergessen
  • den Humanismus neu nachlesen
  • die Geschichte der Aufklärung rekapitulieren
  • die Chancen der Demokratie vorm inneren Auge tragen
  • in allem den Aspekt der persönlichen Freiheit spüren lernen
  • die Art und Weise menschlichen Umgangs in Erinnerung rufen
  • das Grundgesetz reflektieren
  • sich über Begriffe wie Ehre vs. Würde Gedanken machen
  • sich mit dem Ich und dem Wir beschäftigen
  • sich mit Schulen des Zen, des Taos, des Katholischen und Protestantischen
  • sich auf unsere Europäischen Werte besinnen
  • sich als einflussnehmende Eltern sehen
  • sich als Partner, Mitmensch, Gesellschaft und Gesprächspartner verstehen

Das sind Dinge, die man selbst still und leise für sich tun kann. Dort kriegt man Raum dafür, was man vertreten und argumentieren kann: Für unser Sein in Würde und Freiheit. Dann sind da alle dabei. Alles andere schließt schlicht nur aus, egal von welcher Seite. Und ehrlich gesagt, das kann nicht mein Ziel sein. Sonst bin ich jetzt schon, wie diese "Anderen".

Die Klarheit und ein begehbarer Weg liegt in meinem Bewusstsein und in der dann selbst'bewussten Pflege und dem Hochhalten um unsere freiheitlichen Errungenschaften. Nicht in Zucht und Ordnung, die immer irgend wen knechtet.

Die durch uns geschaffene Freiheit der letzten 300 Jahre ist eine europäische. Es ist unsere Geschichte. Wir sind darin die Expertinnen und Experten, Europa. Was lassen wir uns da gleich vom Tisch wegreden? Warum vermögen wir es nicht viel mehr, zuzuhören und zu fragen: Was brauchst du, damit du wieder anders sein magst? Ab welcher Veränderung würdest du wieder mit uns, statt gegen uns sein?

Wir werden diese alten Schulen und Lehren benötigen. Benötigen, sie bewusst zu halten, vertretbar und verargumentierbar. Weil sie alle eine würdevolle Idee tragen, die alle Wesen bestehen lässt. Ehre tut das nicht, Ehre klagt immer nur ein.
Würde ist die Tür zum Miteinander. Und nebenbei gesagt: Unsere Feinde für den Verlust unserer Freiheit, sind weit sublimer und so richtig lautlos, als jeder rechtsradikale Kern.

Zum Ende von zwei Tagen Fokus-Ethik-Forum in Thun (Schweiz) sprachen die ExpertInnen der Digitalisierung. Und spätestens dann entstand die Wende, ob es nicht vielmehr so ausschaut, dass anstelle des "Hauptsache-Ich" die Frage zu stellen ist: "Haben wir auf diese Weise dann noch ein Ich?"

Diese Freiheit, für die Sie viel lesen und denken  und argumentieren müssen (um nicht zuschlagen zu müssen), ist nicht weniger als Ihr eigenes Ich, so wie das ihrer Partner, Kinder, Familien usw.

Tun Sie was dafür, jetzt schon. Lernen Sie nochmals, wie es damit auf sich hält, frei sein zu dürfen. Ob sonntags in der Kirche, im Lesestoff, in Foren der Philosophie und der Ethik - lernen Sie nochmals, selber zu denken, bevor der Algorithmus es für Sie tut. Und dem ist egal, ob Sie Links oder Rechts sind.

Jona Jakob
Senior Coach, Aschaffenburg

humanness-coaching.de
humanness-coaching.ch


Mittwoch, 25. Juli 2018

"Ich bin schon gespannt, was auf mich zukommt / abwarten / das Universum wird sich erweisen / ..." - Klares Nein.

Man kann an die Widerfahrnis von Schicksal oder einer Bestimmung glauben. Klar. Und ich kann gemäss dem Gesetz der Anziehung und mit anderen Techniken versuchen, Einfluss darauf auszuüben - zumindest kann man getrost einen Wunsch ans Universum senden. No problem, wenn man das als "unterstützende Maßnahmen" einordnet.


Doch zwei Dinge sollte man mir als Coach nicht zu erklären versuchen, einer muss schließlich nüchtern bleiben: Erzählen Sie nicht, dass Sie die Vorsehung steuern könnten!

Nehmen wir einen Prozess aus einem Coaching an:
*****************************************

Ausgangslage (meist Komfortzone)                                         Coachingziel: Neue Situation B

A______>______(hier sollte die Veränderung stattfinden = Prozess)______>________B


Sie können für die Veränderung:
a) etwas aktiv tun / handeln / ändern / machen
b) so lala etwas dafür tun, weil es nicht leicht fällt, aber doch, es wird anteilweise
c) sie können nichts tun und die Entwicklung den Umständen zuschreiben, z.B. dem "schlechten/bösen" Coach ;-)

und was Sie noch tun können:

d) Sie können in einer Endlosschlaufe alles für die anvisierte Veränderung "analysieren / besprechen / klären / zeigen / bedenken / reflektieren / durchkauen / etc etc" - aber in Wirklichkeit tun Sie nichts - außer:

SIE FESTIGEN SICH IHRE SEHR KOMFORTABLE KOMFORTZONE A, da Sie von dort nicht wirklich weg wollen. Sie führen also einen ziemlichen Tanz auf, um zu verschleiern, dass Sie keinen Ansatz haben, sich von A zu lösen und fortzukommen. Solche Gespräche fallen mir auf, wenn diese mich besonders beschwören, mich tiefer ins Esoterische ziehen, ich noch mehr Verständnis haben soll, über bekannte Schwächen hinwegsehen möchte, etc, etc.

Es ist so: Ob Sie etwas selbstbestimmt tun (handeln) oder es schicksalüberlassen nicht tun - die Widerfahrnis macht mit Ihnen, was sie will. Man kann also das Schicksal nicht seine eigenen Aufgaben machen lassen - an der Stelle ist Schluss mit Schönreden und Esoterik. An der Stelle ist auch keine Fehlinterpretation zulässig - sie ist dann nur eine strategische Option (P. Sloterdijk) - um "entschuldigt" zurück ins Körbchen zu gelangen.

Auf Veränderung zu hoffen,
ohne etwas dafür zu tun,
ist wie am Bahnhof zu stehen
und auf ein Schiff zu warten.

Quelle: Internet

Ich muss Sie da wachrütteln, denn solches Verhalten ist purer Blödsinn, da für Sie wie für mich ein riesen Beschiss entsteht und unangenehmer Klärungsbedarf. Es gibt kaum einen grösseren Selbstbetrug, um es mal so zu sagen. Man könnte nun erwarten, dass ich das als Coach rücksichtsvoller ausdrücke, aber die gemachten Erfahrungen zeigen, dass dieser Selbstverwöhnungsmodus Cocoons schafft, die kaum noch zu durchbrechen sind.

Ich klage nicht. Ich zeige an dieser Stelle trotzdem auf, was das mit meiner Funktion als Coach macht:

  • Sie belügen sich / ich sollte verständnisvoll sein / ich sollte Sie wachrütteln
  • Ich sollte authentisch bleiben / ich sollte mich transparent machen / das konfrontiert Sie
  • Ich sollte Ihnen nicht das Geld aus der Tasche zaubern / Ich sollte für Sie da sein
  • Ich sollte mich von Ihnen distanzieren / Ich sollte Ihre Vertrauensperson sein
  • Ich sollte ethische Grundsätze wahren / Ich sollte ein Lieber sein
  • Ich selber möchte mich und meine Grundsätze nicht verraten / Ich möchte Sie nicht plagen
  • etc. 
Denn wenn ich Sie nun bestärke, fangen Sie noch an zu glauben, Ihr Kakao schmecke prima, durch den Sie sich selber ziehen. Und mich möchten Sie zur falschen Bestätigung kumpelhaft und als Dienstleister mit reinziehen. Ich würde bei meinem falschen Ja dazu in Ihren Cocoon miteingesponnen. Nein. 

Ich muss das nicht bewerten, aber ich habe mich zu klären und Stellung zu beziehen, sonst bin ich kein gefasster Coach: 
  • Ich habe Ihnen das so weit transparent zu machen, dass Sie kein Missverständnis haben, was ich Ihnen zeigen will. Warum? Damit Sie sich selber ins Gericht nehmen können. 
  • Ich habe Sie zu entlarven, als würde ich Sie aus dem gemachten Nest werfen, damit Sie von dort aus dann entscheiden, ob Sie wieder ins Nest zurückkriechen oder sich doch in Richtung Veränderung zusammenreissen - kein Schleck, aber da mag ich gerne bei Ihnen sein.
  • Ich habe, wenn Sie ins Nest kriechen, mich gänzlich von Ihnen zu distanzieren. Das ist dann mein bester Beitrag, den ich Ihnen auf Ihrem Weg leisten kann: Mich gibt es für Ihren Selbstbetrug nicht als Kompagnon. Nur in der kritischen Distanz bin ich für Sie noch verwendbar.  
  • Wenn Sie nun ankommen, Sie würden Ihr Fortgehen vom Punkt A nicht schaffen, dann kann es an der Stelle sehr wohl sein, dass dies auch nicht mehr in ein Coaching gehört, sondern in eine Therapie. Und Coachings sind nun mal kein Therapieersatz. 
Denn es sei gesagt: Wer einen Coachingprozess vollzieht, ist meist bei guter innerer Orientierung und schafft sein Fortkommen von Punkt A nach Punkt B durch erkanntes Handel. Da braucht es nicht viel Einsicht und Verständnis, da reagiert jemand aus gesundem Menschenverstand und hat wegen der Einsicht schier Lust darauf, es zu packen und zu verändern. 

Es ist menschlich, eine Veränderung nicht zu schaffen (z.B. bei hartnäckigen Abhängigkeiten). Doch der Wille, FORTZUKOMMEN ist selbst für einen stark Süchtigen immer noch dem sein ganz eigener Antrieb. Auf uns Menschen "kommt nichts zu", auch wenn noch so esoterisch oder gläubig hoffen. 

Von A nach B zu gelangen ist ein FORT-gehen, ein FORT-kommen, ein FORT-schritt. Fort bedeutet sowohl aufs Neue zugehen. Was es aber noch viel mehr bedeutet ist, DAS ALTE ZU VERLASSEN. 

Fürs Mitschreiben: A verlassen! / Basta / Weg dort / fort!

Und mit A vielleicht Job, Freunde, Partner, Ungeklärtes, sogar die eigenen Eltern ... es kann radikal alles Betreffen, was man (ver)lässt. Verlassen ist einer der schmerzlichsten Prozesse, den Menschen durchschreiten: raus aus der Lehrstelle / raus aus dem Zuhause / raus vom Geburtsort / raus aus einer Beziehung / raus aus einem sicheren Hafen / etc. 

Alles ok, wenn das nicht wird. Aber dann stehen Sie dazu. Beschäftigen Sie aber keinen Coach und coachen Sie auch niemanden (wegen der "ich-bin-so-verständnisvoll-Illusion", wenn es doch nichts wird mit Ihrem Absprung. Denn ein Coach kann und darf Sie, wenn ein solches Ersatzverhalten erkennbar wird und sich als Hypothese in den Raum stellt, zwar noch darauf ansprechen, aber wenn dann nichts passiert, ist das Coach-Klient*in-System nicht wirklich mehr aufrecht zu halten. Und zwar relativ brüsk, jedenfalls für Menschen, die schiere Profis darin sind, sich komfortable Situationen einzurichten, um nicht an sich selber ran zu müssen. 

Das ist kein schönes Thema, weder für Klient'Innen noch für die Coaches. Aber eine Seite muss klar und nüchtern bleiben. Es ist die Seite, die zu verantworten hat, dass ein Coachingprozess stattfindet. Das ist die Seite der Coaches. 

Proforma-Getue ist also von der Seite des Coaches geklärt zu beenden. Daher nicht zu selten der Satz von Coaches, dass sie Menschen suchen, die sich verändern wollen. Das ist keine leere Phrase. Hoffende sind im Coaching nicht wirklich aufgehoben - Ändernde sind jene, die von dem Prozess profitieren. 

Zudem sind generell Erfolgreiche solche, die nicht nur Handeln, sondern die ganz besonders wo weg gehen / fort-fahren / fort-schreiten. Sie verlassen den alten Status sofort oder eine Zusammenarbeit, die sich nicht anzupassen vermag. Sie wissen, warum das (A)lte tot ist und Neues im (B)eginn liegt. 

Und um auf den Esoterik-Trick nochmals zurückzukommen: Ein Prüfung, ob sich das Schicksal günstig erwiesen hat, zeigt sich zwar meist, aber doch nur unter der Bedingung, dass was geändert wurde. Ich muss bei B sein, um B auf Schicksal hin prüfen zu können. Dann werde ich vermutlich auch Anteile finden, die meine Illusion positiv beeinflussen, auf dass ich glücklich bin. Gerne. :-)


Jona Jakob
Senior Coach, Aschaffenburg






Freitag, 13. Juli 2018

InhaberInnen / UnternehmerInnen - haben i.d.R. keine Möglichkeit feierlich zu feiern ...

Ich beobachte weibliche und männliche Gründer / Inhaber / Unternehmer. 

Die Beobachtung ist: GründerInnen, InhaberInnen, UnternehmerInnen und leitende Personen haben kaum eine / keine passende Möglichkeit, sich über ihre Erfolge feierlich bzw. emotional zu freuen. Es ist eher verklemmt, wenn überhaupt etwas davon sichtbar wird. 

Das ist keine schöne Erfahrung am Unternehmertum, das ist mit den Jahren im unschönen Fall tendenziell verbitternd und zermürbend. Die Seele, die wegen der Sache kein 'Inneres Kind' haben darf, verhärtet sich. Zu Weihnachten schauen wir dann als Ersatzhandlung den ewig gleichen kleinen blonden Jungen im Fernsehen, der seinen verbiesterten Großvater herzerfrischend zu mehr Menschlichkeit bewegt. Das finden fast alle toll.

Bild (r) Jona Jakob / Raum für Gespräche, Aschaffenburg

InhaberInnen und UnternehmerInnen sind Menschen wie du und ich. Sie haben dieselbe seelische Konstruktion in sich. Sie hätten auch gerne mal Freude und würden noch so gerne, wie beim Fußball, aufspringen und die Arme hochreißen. Aber das tun sie nicht. Sie verabschieden sich ins Wochenende, wünschen alles Gute und sonst lassen sie sich in der Regel nichts anmerken. 

Dass sie sich so auch verhalten, wenn es umgekehrt um Herausforderungen, Probleme, Krisen und Konflikte geht - das erwartet man, das gehört zum Geschäft. Aber dass die gar nicht feiern dürfen, haben Sie als AG wie AN vielleicht noch nie bedacht. 

Ein paar Beispiele: 

> UnternehmerInnen dürfen kein Wort verlieren, wenn Sie für einen Mitarbeiter etwas mit den Sozialleistungen regeln konnten: Wiedereingliederung bei Krankenkassen, einrichten einer Altersvorsorge, jemandem frei geben, damit der privat seine Not regeln kann, von Kindern, Frauen bis Eltern oder sonst Familie. All die guten Taten unterliegen der Schweigepflicht. Etwas Anerkennung wäre aber schön.

> UnternehmerInnen dürfen aus strategischen Gründen sich nichts anmerken lassen, wenn ihnen ein Unternehmen zum Kauf angeboten wurde / wenn eine Finanzierung bewilligt wurde / wenn ein Ziel erreicht wurde / ein Deal zustande kam oder ein juristischer Streit siegreich beendet werden konnte. Dinge, die einem im Vorfeld so sehr anspannen, stressen, beängstigen und über Wochen, manchmal Monate schlaflose Nächte und angespannte Wochenenden aufnötigen. Einmal erfolgreich abgewickelt, ist der Mund zu halten. 

> UnternehmerInnen werden kaum wo transparent werden, wenn Sie ein gutes Jahr hatten. Vielleicht gibt es ein anderes Auto, aber Gewinne können so mächtig sein, dass man sie mit 10 Autos nicht ausgleichen könnte. Man macht dann mit der eigenen Partnerin abends still eine gute Flasche Wein auf oder geht zwar mit (aber eher für) die Mitarbeitenden zu einem schöneren Weihnachtsessen. Man ist etwas spendabler. Aber mal Jauchzen? Mal umarmt werden? Es sei einem gegönnt oder man hätte es verdient? - Nö. 

> UnternehmerInnen, gerade in Gründungszeiten, haben endlos Hürden zu bewältigen: Verträge kriegen, Kapital kriegen, Personal finden, Abschlüsse machen, Aufträge erhalten, Steuer und Sozialabgaben stemmen ... es ist eine never ending story ... aber, bitte niemandem was davon erzählen, in strengen Fällen nicht einmal den privaten Partnern, ob ganz persönlich oder auch mal Eltern, Onkel, Freund und Buddy. 

Das Ventil darf nicht auf. 

Für die Seele ist  das eine Katastrophe. 

Jedes einzelne Mal. 

Und nur, weil Sie sich das gewohnt sind, das Sie und alle das "immer schon" so machen, ist es keinesfalls gesund oder lebenswert, not at all!

Auch wenn Sie sich bei Erfolg dennoch glücklich fühlen, gedeckelte Glücksgefühle sind nicht gering intoxinierend - vergiftend. Das mag man vielleicht erst in einigen Jahren von sich feststellen, aber man stumpft ab, erlaubt es sich nicht, damit es nicht wieder weh tut, man kauft sich Haus und Boot und Golfclub, aber das wirkt weder spontan noch eben kindlich, wie es das Innere Kind benötigen würde: Ok zu sein, alle zum Eis und auf ein Glas Champagner einzuladen und laut zu rufen CHAKKAH! Das macht man dann höchstens mal für sich alleine, im Cocoon der Edelkarosse, hinterm Steuerrad. 

KennerInnen werden mir beipflichten: Dieses gesuchte Gefühl von Komfort einer grossen Limousine oder einer Edelkarosse ist selten als Glück und Selbstverwirklichung empfunden. Viel öfter sitzt man seelenalleien in dem Ding, sagt leise: "Bring mich einfach nur noch nach Hause", und meint damit viel mehr, ich bin dir so dankbar, dass du, Auto, jetzt für mich da bist und mich halten tust und mich trägst. Viel lieber würde man sich vom Team tragen lassen oder noch lieber von seinen Gegnern und Feinden, denen jedenfalls, denen man zuvorgekommen ist. Denn die gibt es doch immer wieder, auch wenn wir uns innerlich ändern mögen. 

Alleine es einmal dem Vater oder der Mutter beweisen können - geht nicht. Auch diesmal nicht. Heutzutage gibt es 40-Jährige Managerinnen, welche im Jahr 200.000.-- oder mehr verdienen. Die sitzen bei mir im Coaching und sagen dann: 

> "Das kann ich meiner Mutter nicht mitteilen, die würde das gar nicht begreifen." 

Wer dann im Millionenbereich jährlich vergütet wird, den versteht überhaupt niemand mehr, ausser Seinesgleichen. Lässt man dort mal die Sau raus und organisiert man die ganz grosse Sause ... dann eher mit Fremden, bis hin zu den Gespielinnen, als mit den nahestehenden Vertrauten zu feiern. 

Genug veranschaulicht. 

Seinen Erfolg zu feiern, nehmen wir als Beispiel die Zusage einer Finanzierung von 150.000.-- für Ihr Unternehmen. Dahinter steckt ja meist ein noch geheimes Projekt, der Erfolgsdruck, mit dem Geld auch die gefühlte "Hypothek" als Belastung und Verantwortung ... dann könnten Sie das mit einem Coach feiern. Sagen sie ihm: Kann ich heute vorbeikommen? Ich habe etwas zu feiern, darf aber nicht wirklich darüber reden.

Und dann erzählen Sie von Ihren schweren Nächten davor, von den Strategien, den Dingen, die Sie zuvor eingefädelt haben. Erzählen Sie von sich - als Conductor. Erzählen Sie, dass es einfach "geil" ist, dass die Bank jetzt mitmacht und die Investition unterstützt, was so viel persönliche Anerkennung bedeuten kann, dass man danach auch mal auf den Friedhof könnte, um (auch in meiner Begleitung) dann zu sagen: "He Mutter, ich bin durchaus ok und angenommen, ob als Mensch oder UnternehmerIn. Cheers, bei allem ständigen Gemäkel, ich würde es zu Nichts bringen." 

Danach kann man bei mir in Aschaffenburg bei Florian 'Zum Goldenen Ochsen´ oder bei Katharina in die 'Weinstube Kitz'. 

> Feiern Sie zumindest per Aussprache - Sie werden für Ihren geliebten Partner(in), wie für das Team sofort eine sehr goldene Aura versprühen. Sonst bleiben Sie eher wie in einem Panzer - dafür lohnt sich aber das eigen Unternommene nicht. Das macht für den gleich nächst folgenden Erfolg einen entscheidenden Unterschied. Erfolg kann ja - bitte bedenken - positiv wie negativ angezeigt sein. 

Sag ich mal. 

Ich wünsche viel Erfolg und eine Möglichkeit, den Spass mit jemandem zu teilen, der einem liebt oder von Herzen gerne mag. Jemand, der einem annehmen kann, wenn man schlicht SiegerIn und GewinnerIn ist. 

Jona Jakob, Senior Coach


Donnerstag, 14. Juni 2018

Was wäre der Auftrag ans Ich?

Verschiedene Philosophen haben zu ganz unterschiedlichen Zeiten und zu massiv unterschiedlichen Bedingungen Gedanken verfasst, während des eigenen Lebens so weit als möglich sich selber zu werden. Das versuchen wir heute noch.

Heute, 2020, sind es zwei Strömungen, die am stärksten Einfluss auf unsere Lebensweise nehmen:

a) der Ruf nach dem Prinzip der Selbstverantwortung, und

b) die Optimierung unter dem Deckel einer neoliberalen Entwicklung jeder Ökonomisierung.

Der Songtitel der Band 'Wir sind Helden' lautet: Wir müssen nur wollen.

Diese bittere Zusammenfassung des meist verbreiteten Daseins von Menschen stößt einem erneut auf die philosophische Haltung von tausenden Jahren: Werde dich. Denn damit einher geht: Werde frei.



Viele würden an dieser Stelle wohl äußern, sie täten das bereits. Und gerade die, die vielleicht gar nichts sagen würden, meinen, es sei bei Ihnen alles so, wie es ihnen gefalle. Das Gefühl für die eigene Lage sei gut und daher nicht zu hinterfragen. Positivisten würden dem Auftrag, das alles anzuzweifeln gleich kritisch gegenüber stehen und sagen: Problembetrachtungen schaffen Probleme und Lösungsbetrachtungen nur schaffen Lösungen. Aber "frei zu sein" - also sich selber sein, bedeutet nicht, Problem oder kein Problem. Es bedeutet, von beiden Möglichkeiten UNABHÄNGIG zu sein, so als wäre man eine dritte und damit ganz eigene Position.

Erstens könnte man dann frei wählen, zweitens wäre es einem möglich, alle Positionen in einem selbst anzunehmen und zu vereinbaren. Wenn man als Positivist also nur noch das Gute ins Auge fassen mag, macht einem das nicht wirklich freier ... so als Beispiel.

Freier werden, oder anders vermittelt: sich von Dingen frei machen, das kann
  • die eigene Herkunft betreffen, Ort, Kultur, Umfeld, Usanzen, Moralitäten, etc
  • die eigenen Eltern und die Erziehung sind eine enorm bindende Stelle in der eigenen Person
  • Schule, Lehre, Studium, Anstellungen, Lern- und Berufserfahrungen
  • Glaubensbemühungen, Religionen, Kirchen, Führer, Leiter, Vorgesetzte prägen Korsetts
  • Die aktuelle Lebenssituation, Ehen, Familie, Arbeit, Vermögen, Gesundheit, Zeit
  • Schlechte Erfahrungen, Traumata, Unfälle, Verluste, Krankheit und Tod ... 

Sich von all dem UNABHÄNGIG zu machen, meint nicht, diese Lebenselemente abzulehnen oder sich von ihnen zu distanzieren. Es bedeutet einzig, durch Bewusstmachung den ganz eigenen Standpunkt zu finden. Selber gedanklich und gefühlt zu erarbeiten, wie man zu all dem steht und wie man damit leben mag. Mag man dann das Elterliche oder den kirchlichen Glauben, dann hat man das für sich frei entschieden oder sich bewusst hingezogen gefühlt. So ist dann diese persönliche Erkenntnis eine Erkenntnis und ok. Wenn ich aber unhinterfragt beidem verpflichtet folge, halten mich diese Lebensanteile gefangen und unmündig. 

Daher: Gerade wenn Sie sich eine bequeme Komfortzone geschaffen haben, in der sich aktuell noch so gerne verweilen, möglichst ohne dabei Umtriebe zu schaffen, dann kann es sein, dass sie sich mit allen Verstrickungen und Bindungen so eingerichtet haben, dass es sich "nicht schlecht" anfühlt, wenigstens so weit, dass man keinen Änderungsbedarf sieht oder wahrnimmt. Man verteidigt sich sogar darin, in dem man deutlich macht, dass man "seine Ruhe" haben will. 

Wer sich jedoch leichter und leichter, da erkannt, gelernt und geübt verinnerlicht, seiner Komfortzone entledigt, lebt wesentlich freier, agiler, selbstbestimmter und meist damit einhergehen unabhängiger von Pfründen und Vermögen. Der neue Reichtum kann werden: Mehr Liebe zu haben, mehr Zeit für andere, mehr die Kunst des Zuhörens und Mitfühlens / Empathie vermögen, Musse für Kreatives und Aufziehendes, fürs Geben anbieten zu können. Allenfalls hat man mehr Kraft fürs Demokratische und Humanistische. Und man hat eine Eindeutigkeit, was und worin man sich selber verantwortet. 




www.jonajakob.com



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Sonntag, 3. Juni 2018

Warum Veränderungsprozesse nicht einfach sind, weder für Klienten noch für den Coach

Menschen beauftragen ein Coaching, um etwas an ihrer aktuellen Situation zu ändern. Irgendwas passt nicht oder geht nicht gut genug. Im Coaching selber tun sich aber viele schwer, der Veränderung zu vertrauen und ihr intensiv nachzugehen (sag ich hier mal so, um das Posting skizzieren zu können).

Warum hadern wir zwischen dem Wunsch, es möge sich etwas bessern und dem Zustand, in dem wir gerade bestehen?


Der Zustand, in dem wir gerade bestehen kann eine ausgewachsene Komfortzone sein. Ein etablierter Zustand all der Anteile, Macken, Marotten, Stärken und Schwächen, und last but not least Strategien, mit denen wir meinen, "am besten fahren zu können" - sprich: am erfolgreichsten leben zu können. Das ist manchmal gar nicht so glorreich, aber es ist gefühlt "immer noch besser", meist mit dem Zusatz verbunden "als früher". Das Eingericht der Komfortzone ist aus Erfahrungen der Vergangenheit gebildet, angefangen in der Kindheit und entwickelt bis zum heutigen Tag, egal ob Sie bereits 50+ sind.

In ein Coaching geht man, wenn Bücher, Kurse oder Fortbildungen nicht weiterhelfen. Wenn das Kopflastige bei allem Wissen keine Erkenntnis bewirkt. Die Therapie lasse ich an dieser Stelle für einmal weg. Man sucht also nach einer persönlichen Veränderung (Coachingziel), die in keinem Fachbuch "so" ausgelegt ist, wie man es fürs Eigene bräuchte. Man sitzt mit dem Coach (es sind fortgesetzt alle Geschlechter gemeint) und hofft auf Veränderung.

Es mag an dieser Stelle gleich schon mal dahin falsch laufen, als dass der (zahlende) Klient [alle Geschlechter] vor lauter Aufregung und Ängsten seiner Gewohnheiten in die Rolle des Konsumenten, der Konsumentin verfällt. Man geht in die subordinierende Rolle als Schüler vor dem Meister - dem Coach. Ist der dämlich genug, übernimmt er seine Rolle als Meister und kurz gesagt: Sie hätten sich noch einen Ratgeber als Buch kaufen können. Dann ist es auch kein Coaching mehr, sondern eine direktive Beratung. Alles läuft falsch und Ihr Erfolg mag dahin gestellt sein, ausser Sie neigen zu Hörigkeit. Bloss weil Sie nicht genug Biss hatten, an sich zu arbeiten, von der ersten Sekunde an - und weil Sie sich in der Komfortzone gewohnt sind, wenn Sie bezahlen, bedient zu werden. Nicht zuletzt auch, weil Sie als Baby froh waren, dass andere Sie genährt, gepflegt, warm gehalten, beschützt und geliebt - sprich gestreichelt - haben. Man kann sich auch mit 50+ mehr als dem halben Leben unterwerfen. Man hat sich dann nie wirklich emanzipiert.

Warum dann ist der Veränderungsprozeß am Eigenen so schwer? 


a) Da mögen die "Autobahnen persönlichster Prägungen" der Vergangenheit eine bremsende Wirkung haben, schliesslich ist man damit irgendwie "nicht schlecht gefahren". Vor allem: Man kennt es, es ist einem vertraut, gewohnt - es ist abschätzbar und bekannt. Sonst wäre es keine Komfortzone.

b) Wesentlicher sind aber die eigenen, vergangenheitsorientierten Befürchtungen aufs NEUE, Fremde. Die Veränderung würde bedeuten, neue, unbekannte Anteile würden ins Eigene gefügt - und die kennt man schlicht nicht. Man läuft mit verbundenen Augen aufs gefrorene Wasser.

Die Unkenntnis am Neuen ist sowohl als Unerfahrenheit, als Nichtwissen, als Fremd befürchtet, wie auch als Unsicherheit, Scheu, Hemmung und Schämen - kurz: man getraut sich nicht oder wenn doch, ist es alles andere als komfortabel. Es ist einem vielmehr unangenehm.

Die echte Veränderung [wörtlich im Sinn der 'echten Alternative'] ist in den meisten Fällen

c) eine aus Fremdsicht erkannte Sache (siehe Johari-Fenster: Fremdsicht), die also meinem blinden Flecken zum Beispiel als Aussage, gerne auch gleich Konflikt, gegenüber steht - oder:

d) eine Sache, die aus dem Unbewussten ins mein eigenes Bewusstsein geploppt ist. Es ist einem irgendwie 'erschienen', ob für sich alleine, im Schlaf, bei Autofahrten, Spaziergängen, oder im Gespräch mit jemandem, einem Feedback, oder der Reflexion mit dem Coach. Man spürt, an der Stelle etwas tun zu sollen, weiss aber kaum noch, was das sein könnte und was zu tun wäre. Und manchmal weiss man auch sehr genau, an was es liegt und was zu tun ist.

Persönliche Erkenntnis ist eher selten ein stiller, fast kontemplativer Prozess, den man sich per Klosterurlaub zu finden hofft. Persönliche Erkenntnis ist vielmehr geprägt durch Konflikte, Misserfolge, Ablehnung und bittere Feedbacks des persönlichen und besonders beruflichen Umfeldes. Jedes Jahresgespräch kann einem "mit'teilen", woran man für andere schwächelt oder unangenehm auffällt. Das ist der Moment, wo man andere wörtlich "stresst". Die Ablehnung folgt auf den Schritt.


Wegen dieser unangenehmen Erfahrungen und Reaktionen der anderen kommt man also ins Coaching. Man möchte die Not nicht. Und macht dann allenfalls, was nicht viel hilft: Man übernimmt zu wenig reflektiert, was das Gespräch ergab. Man legt alles auf das Zeitfenster, welches man mit dem Coach verbringt. Geht man, ist vielleicht schon auf dem Heimweg vieles weg. Ob man dann mit dem Coaching zufrieden ist oder weniger, zeigt sich noch.


Das alles ist und bleibt aber voll und ganz im Verantwortungsbereich als Klientin oder Klient. Ein Coaching ist Hilfe zur Selbsthilfe. Die Selbsthilfe ist es, welche verdeutlicht, wie sehr man sich als Klient darum zu bemühen hat, seinen eigenen Erfolg zu bewerkstelligen. 


Es ist also an Ihnen, diese Neue in Ihrem Leben zu integrieren und Ihr Leben von 'Nord' um 15Grad nach 'Nord-Nord-Ost' umzulegen. Das macht kein Coach, Trainer, Lehrer oder Buch für Sie.

  • Sie müssen beim Ziel des Gewichtsverlustes hungern, sich bewegen oder beides. 
  • Sie müssen beim Ziel der Ordnung aufräumen und wegwerfen.
  • Sie müssen beim Ziel der Integration sich anpassen lernen.
  • Sie müssen beim Ziel des Stellenerhaltes den Gegebenheiten Achtung schenken.
  • Sie müssen beim Ziel des Ehegelübdnisses der Beziehung Achtung schenken.
  • Sie müssen beim Ziel des Doktorates Ihre Arbeit regelkonform und zeitgerecht abgeben.
  • tbc.
Man kann im Coaching viel Erkenntnis gewinnen und verdeutlichen. Man hat schnell für alles Worte und mit leerem Kopf nickt es sich auch leicht. Das sind aber nur Lippenbekenntnisse, wenn Sie sich nicht spätestens auf dem Heimweg Gedanken machen, WIE Sie die Veränderung angehen.

Für Ihren Gewichtsverlust: laufen Sie zwei Tramstationen / für Ihre Ordnung: machen Sie an der Tramhaltestelle Ihre Taschen leer, weg mit alle dem Gerümpel / für Ihre Integration: Halten Sie einfach den Mund und hören  Sie lieber zu / für den Stellenerhalt: Streichen Sie alles aus Ihren Gedanken, was nichts mit Ihrer Stellenbeschreibung zu tun hat; ziehen Sie sich auf Ihr Feld zurück / für Ihre Ehe: was 'sehen' Sie am Partner nicht mehr? Wo sind Sie blind und daher bezugslos? Fragen  Sie den anderen / ... und für die Doktorarbeit: kriegen Sie es geregelt - oder überborden Sie nicht. 

Etwas nicht geregelt zu kriegen, ist in den allermeisten Fällen Umstand des eigens zugebilligten Komforts. Nur selten verhindern einem echte äussere Umstände. "Man müsste halt nur früher aufstehen ..." - Ja, stehen Sie früher auf. Das ist die Veränderung. Ist neu für Sie (und allenfalls Ihre PartnerIn) 

Dass einem Fremdes / Unbekanntes / Neues Unwohlsein verursacht, ist so alt wie die Menschheit selber. Der Schritt in Richtung 'Terra incognita'. Doch erste Erfahrungen, Sicherheit, neues Gewohnen kann und wird nur entstehen, wenn Sie nach dem Coaching das Eine tun, was notwendig ist: 

Man nennt es 'Handeln'. - Danke.





Wenn Sie nur diesen einen Beitrag vorfinden, klicken Sie auf die Rubrik 'Startseite', dann finden Sie weitere Postings für Coachees. - Viel Vergnügen, danke für Ihr Interesse. Jona Jakob

Sonntag, 8. April 2018

Komposition mit Hund ...

... über das vordergründig Imposante; Aber: die wahre Grösse im lebendigen Wesen.

Bild: (c) bei Jona Jakob, privat.
Bild: (c) bei Jona Jakob, privat


Bild: (c) bei Jona Jakob, privat

Bild: (c) bei Jona Jakob, privat

Während alle Güter und der Raum selbst nur das Statische in ihrem Zusammenspiel zeigen, verkörpert der Hund ohne Ausnahme das Dynamische. So hat das Statische in seiner übermacht nur das Quantitative von Haben, der stattlichen Langeweile eines vollen Sparbuches gleich, während in seiner Dynamik das Wesen, Wandelbarkeit, also das Qualitative von Sein wörtlich 'lebendig verkörpert'. Das eine ist eben nur gestellte Komposition, während das andere unberechenbar die Veränderung darstellt.

Oder kurz gesagt: Die Sessel und das ganze Gedöns tun gar nichts - ohne (immerhin) für alles was Leben sein könnte, in der Nichtigkeit ein Gegenteil darstellen, damit das andere hervortreten kann.
Jona Jakob, 2018


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Sonntag, 1. April 2018

Herzliche Ostergrüsse - oder worin täglich Hoffnung liegt

Ich bin ein Kind von 68er-Eltern. Existentialisten. Kein Gott. Bloss keine Kirche. Mit 33 heiratete ich in in der reformierten Bühlkirche Wiedikon, Zürich, Kreis 3. Und später organisierte ich dort jeweils das Frühstück zum Osterfeuer. Durch die Liturgie führten ,in stockdunkler Kirche, die Kirchenmitglieder. 

Damit lernte ich das Sinnbild, das der Tod Jesus mit der Dunkelheit und Verlorenheit der tiefen Nacht verbunden wurde. Und dass man während des Osterfeuers, in welches Wunschzettel geworfen werden konnten, ... dass man während der Auferstehungsfeier in verdunkelter Kirche das Erwachen des Tages, also das langsam aufkommende Tageslicht, als Sinnbild für ewig währende Hoffnung und ein Besserwerden der Lage vermittelte. Ein sehr eindrückliches Erlebnis, wenn durch die Kirchenfenster die Helligkeit drang, kräftespendend gegen die eigene Müdigkeit und erleichternd allein schon für die Augen. Es war stets eine Wohltat, dieses Tagwerden. Und darin die Hoffnung der Auferstehung, ob man es nun glauben mag oder weniger.

Bild: Privat von JJ / Glasvase aus Aschaffenburg


Ich bin der Kirche jedenfalls dankbar, dass sie mich damals mitmachen ließ und ich etwas lernen konnte: Täglich geht die Sonne auf. Für jede und jeden. Und immer wieder. Das müsste auch jene erreichen, die Midsummer oder Sonnenwende feiern. Es wird ein neuer Tag und wir haben neue Chancen ... - heute wohnen meine Liebste und ich gegenüber den Toren der St. Agatha Kirche in Aschaffenburg und vor diesen brennt, während ich in meinem Arbeitszimmer hier schreibe, das Osterfeuer ...

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen frohe Ostern und viel guten Grund zur Hoffnung

Jona Jakob

Dienstag, 26. Dezember 2017

Ihnen alles Gute zum neuen Jahr 2018.

Bild: Shutterstock, für 2018 lizenziert / Text: JJ

Der Sänger Falco verfasste einst eine Textzeile, die lautet: 'Wo wir sind, ist vorn. Sind wir hinten, dann ist hinten vorn - schonungslos.' - Ganz unrecht hatte er mit dem Bild nicht. Für ihn war vermutlich eher die New Economy mit ihrem Wettbewerb der 90er-Jahre gemeint. Doch heute, wo das Prinzip der Selbstverantwortung zählt, ist eben dort 'vorn', wo man selber steht - steht man hinten, ist das die eigene Position.

Herausfordernd ist es, in seiner Sache an erster Stelle zu liegen. Kein anderes Boot vorneweg, an dem man sich orientieren könnte. Man darf selber keine Fehler machen. Man muss verstehen, wie die Gegebenheiten zu interpretieren sind. Man sollte für seine Entscheide eigenen Ermessungsspielraum, sogenannte Souveränität, haben, um so frei als möglich entscheiden zu können. Und um zu bestimmen, wovon man sich fernhalten will. Was ist einem wichtig? Wie will man das erlangen? Wozu oder wofür?

Es ist eine Kunst sein Schiff zu führen. Ob alleine oder mit einer Crew. Und es ist ein Alleinsein. Das kann einem niemand abnehmen. Was Sie hingegen haben: Mittel. Mittel wie Sextant, Kompass, Sonne, Mond und Sterne. Sie haben Karten, Pläne, Messeinheiten - und allenfalls eine Positionsbestimmung mit einem Menschen vom Festland.

Wie immer Sie Ihr Schiff führen, ich wünsche Ihnen in 2018 alles Gute, viel Erfolg und möglichst grosse Zufriedenheit.

Jona Jakob, Senior Coach


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Mittwoch, 6. Dezember 2017

Wenn sich Klienten selber belügen ...

Ich nehme an, Sie wären Klientin bzw. Klient. Sie haben Ihr Coaching in angeblicher Selbstverantwortung an mich beauftragt. Sie haben die Selbstvereinbarung bezüglich

  • Selbstverantwortung
  • Coachbarkeit
  • Gesundheit
  • Honorar und Zahlungsbedingungen 

.. unterschrieben und nicken mit dem Kopf, wenn ich frage: "Konnten Sie alles verstehen? Ist für Sie alles klar?" - "Ja, ja - alles gut, ich bin froh, wenn es losgeht."


Jona Jakob - alle Rechte bei JJ

Natürlich ist eines Menschen Situation je nach Problem, Aufgabe, Krise oder Lage instabil, angeschlagen, verletzt oder sonst wie nicht sehr stark, was einem verunsichern kann und man Halt sucht. Das ist im gegebenen Fall ganz normal. Und davon schreibe ich hier nicht. Wovon ich schreibe sind Menschen, die sich über das Coaching hinaus selber belügen und selber betrügen.

Dieser Typ Kundin und Kunde laviert, nicht selten seit vielen Jahren. Es gibt bereits eine vielfältige "Historie" des erfolglosen Geschichtenerzählens. Daher auch eine Art "etablierter Zustand", vor sich selber nicht sauber zu handeln. Solche Menschen

  • machen sich etwas vor
  • bluffen und geben etwas vor, was nicht wirklich ist
  • verstecken / verschweigen / übergehen ihre Schwächen 
  • cachieren Fehlendes, Ungelöstes, Unberichtetes, Aktuelles, etc.
  • übergehen Fakten, Informationen, Ehrlichkeiten, Angaben, etc.
  • umgehen korrekte Vereinbarungen, Abmachungen, Zeit, Geld, Zahlungen, etc.
  • beschönigen Medikamente, Arztzeugnisse, Diagnosen, Therapien, etc.
  • etc. etc. 

Irgendwie haben die Jahre der meist multiplen Krisensituation dazu geführt, Erleichterung darin zu schaffen, als dass man beschönigt - und damit sich und andere betrügt. Aber da niemand so richtig  Einhalt gebietet / anmahnt / zurückweist / klärt, was Not tun würde, scheint diese Strategie den Eindruck zu machen, zu funktionieren. "Läuft." - Die Betroffenen kommen mit ihren luschen Tricks durch, sehen sich bestätigt und hinterlassen nicht zu selten eine lange und breitete Spur unerfüllter Versprechen, Tricksereien, Verklemmungen und Bauchweh zurück. 

Ich kann dafür Verständnis zeigen. Vermutlich verkrafte ich es auch, wenn ich selber mal Opfer oder zumindest Leidender solcher unentdeckter Schummeleien werde. Opfer, wenn ich zum Beispiel gar kein Geld mehr sehe. Leidender, wenn die Zahlungen vereinbart, aber nicht pünktlich eingehalten werden, das Geld verzögert eintrifft, was bedeutet, ich muss für die Restbeträge meine Aufmerksamkeit noch Wochen- oder gar Monatelang aufrecht halten, mahnen, betreiben, etc. 

Aber nicht nur Geld und seine Vereinbarung spielen eine Rolle. Ein Feld für Selbstbetrug von Klienten ist die Krankengeschichte. Es werden Therapien verschwiegen, Resultatlosigkeit, Krisen, Süchte, soziale Missstände, Karriereabbrüche, Rauswürfe, Scheitern, Verluste etc. "Ich arbeite als XY (Funktion)", - dass aber nur 40% gearbeitet werden, wird verschwiegen (Beispiel). 

Die Menschen wollen wo neu beginnen und das Alte hinter sich lassen. Das kann ich verstehen. Aber mit einer Lüge, einem Verschweigen, einem Verdrängen ist für die Betroffenen kein guter Anfang gemacht. Mit Schonen und Selbstverwöhnung ist der Boden für einen gesunden Baum vergiftet, es wächst darauf nichts. 

Worum geht es - bei aller Menschlichkeit, die in solchem Verhalten steckt?


Es geht nicht zuerst um Disziplin, es geht zuerst um Hygiene. 

Wenn diese fehlt oder verloren geht, weicht und sich innerlich verdrängen lässt, wird es in der Folge auch an Disziplin fehlen. Ihr Coaching flopt. 



Mit einer verfaulten Hygiene seiner eigenen Haltung anzutreten, ist bereits einsichtslos. Sie buchen ein Coaching und pfeiffen gleichzeitig auf alles, was hierfür notwendig wäre. Sie betreiben in einem solchen Moment Selbstbefriedigung und damit Selbstverwöhnung. Sie wollen gar nicht an Ihren Themen arbeiten, weil Sie Tricks fanden - statt einen lebenswerten eigenen Weg der Selbstbestimmung. Lavieren, ungreifbar werden, entwischen und flüchtig sein sind Ihre Macht-Werkzeuge, mit denen Sie meinen, leben zu können. Kann man tun und funktioniert vielleicht irgendwie. 

Nur bleiben Sie eine schlechte Partnerin und mieser Partner. Ob für Mietverträge, Konsumkredite, Arbeitsanstellungen, Geldsachen, Pünktlichkeit, Abmachungen und privaten Kontakt, ob als Freund oder Beziehungspartner, etc. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Sie für nichts mehr zu gebrauchen sind. Dann spätestens fängt man an, den Behörden und Ämtern einen Scheiss zu erzählen, da die nun nicht nur für einem bezahlen, die übernehmen plötzlich auch Ihre Bestimmung, machen sich zum Vormund - und Sie, Sie geben sich in deren Hände. 

Auch hierfür kann ich Verständnis haben - selbst wenn ich damit nicht einverstanden bin. Ok. 

Doch ich schreibe hier für eine Berufsaufgabe und honorierbare Dienstleistung, eine Branche und Fachleute - für die Sache 'Coaching'. Wir Coaches sind nicht günstig, aber was gerade als Coaches unsere grösste Schwäche ist: Wir sind käuflich. Man kann uns einfach beauftragen und buchen. Und man kann uns als "Weltmeister in der eigenen Sache" unverfrohren Ihre Lebenslüge auftischen, so dass wir meinen, mit jemandem im guten Kontakt zu stehen und einem entwicklungsorientierten Coaching entgegenzusehen. Damit meine ich: NICHT SO, wenn Sie als Auftraggeberin bzw. Auftraggeber jetzt schon Halbwahrheiten von sich als Angaben machen. 

Dass ich als Coach "kaufbar" bin, also nicht wie bei einem Arzt oder Psychologen getestet und analysiert wird, dass wir Coaches wie ein Maler oder Buchhalter "buchbar" sind, verführt Sie, sich "den Zauber mal so zu leisten", womöglich mit Geld, welches Sie nicht haben, aber mit einer Status-Attitüde von wegen "mein Coach". Wie sehr mögen Sie sich selber bzw. "Ihr Coaching" verarschen? 

Wenn in Ihnen keine Haltung mehr besteht, Ihre persönliche Hygiene in Haltungs- und Verantwortungsfragen korrekt transparent zu machen, wenn Sie nicht aufhören wollen, zu spekulieren und Sie lieber "mal einfach zu schauen, was wird", dann sind Sie alles, nur keine Klientin oder ein Klient. Sie sind kein Coachee und auch sonst niemand, der auch nur einen Schritt weiter käme, ob in seiner Entwicklung noch in seinem Lebensglück. Sie stehen dann auf falschem Gleis, keine Ahnung, wohin Ihre Reise geht. Schlaumeier. 

Sich per Selbstbetrügerei ein Coaching zu beauftragen ist ein endloser Verlust! Ihr endloser Verlust! Denn als Coach mag ich das Geld verlieren oder auch Zeit und Energie. Aber ich werde  daraus lernen und immer deutlicher all das zuvor abklären, bis hin zu Forderungen von Vorauszahlungen oder Bargeld mitbringen - egal, meine Verträge werden härter. 

Aber was Ihre Situation betrifft: Sie ist so sehr besorgniserregend, wie wenn Sie in einem Schlammloch oder in Treibsand stecken würden. Mit jeder Bewegung sinken Sie weiter in der Bodenlosigkeit Ihrer verklärten Konstruktionen ein und gehen auf die eine oder andere Weise unter. Hierfür gib es keine schönen Worte. Hierfür gibt es nur den die unbeschönigte Klarheit, eine ganz eigene Form von Hygiene. Wenigstens von meiner Seite. 

Dass der Mensch sich vorteilhafter präsentieren möchte, als dass es um ihn bestellt ist, angefangen vom Profilfoto, Zeugnissen, sexueller Attraktivität, bis hin zu Markenprodukten, Titel oder zum Auto - Ja. Ist so. Doch für einen Coachingprozess müssen Sie das in der Weise ablegen, als dass Sie im Gespräch und im Vereinbarungsprozess mit mir mehr als ehrlich sind und mir offen legen, wo genau Sie mehr vorgeben, als Sie allenfalls einhalten können bzw. vermögen. 

Sie fangen also noch vor dem ersten Telefonat oder Kontakt an,
ins Coaching zu gehen.


Schaffen Sie es, mir einen Bluff vorzumachen, den ich nicht oder zu spät bemerke, schneiden Sie sich ins eigene Fleisch. Ich habe mit der ersten Silbe eine Schweigepflicht und auch als Coach genau diese Professionalität, bei der man seine grössten Schwächen zeigen / offenlegen / ansprechen darf. Genau hier können Sie Ihr Haus aufmachen und zeigen, wie es aktuell in der Situation um Sie steht. Möchten Sie aber Ihren Hausschwamm, den schwarzen Schimmelpilz und die brüchigen Stellen "dank dem Coaching" nur mit weisser Farbe übermalen, vergiften Sie sich in Ihrer Ruine selber. Es ist dann Ihr Geld, Ihre Zeit und Ihre Energie, die noch vor der Kontaktaufnahme zwischen Ihren Fingern zerrinnt, es ist Ihr Verlust. 

Es geht zuerst um die Hygiene, mit Selbstbetrug aufhören zu wollen. Hier muss in Ihnen und vor Ihnen eine klare Antwort liegen. An dieser Stelle muss das 'Neue' beginnen. Hier wendet sich für Sie das Blatt. Haben Sie hierfür vor sich (und mir) den Mut und die Grösse, fängt es für Sie an, damit zu leben, mit dieser Hygiene. Dann wird daraus Disziplin, Haltung und eigener Anspruch. Das wächst gesund.

Und egal welches Thema Sie im Coaching angehen wollten - sie spüren lesend jetzt schon, was sich ändert, wenn Sie sich in der Sache korrekt stellen und es lassen, tricksend um die Zusammenarbeit zu fragen. Kommen Sie und sagen Sie: "DAS ist meine Not. Wenn ich diese nicht aussprechen darf, muss ich Sie belügen. Und das möchte ich nicht. Ich möchte weder Ihnen noch besonders mir selbst gleich schon etwas Falsches auftischen." - Fühlt sich gut an - und ist massgeblich wirksam. Ist Ihr Coaching, nicht meines. 


Mit aller Achtung vor Menschen und ihren Nöten oder Strategien. 

Mit aller Achtung aber auch vor dem Coaching, dem Aufwand, dem Honorar und mir als Coach. 


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Samstag, 25. November 2017

Das Problem und/oder die Beklemmung. Das sind zwei ...

Oft erklären mir Menschen in Coachings oder bei der Auftragsklärung (Vorgespräch), sie wären gestresst / müde / ratlos / ohnmächtig / bis hin zu physischen Symptomen wie Schlaflosigkeit, Kopfkarussell, Ängste, Unwohlsein, Konzentrationsmangel, Abschweifen, Aufschieben, etc. etc.

Dann erklären Sie mir oft, es läge an zwischenmenschlichen Situation/en (oft eine Vielzahl und lange angestaut). In den meisten Fällen geht es um etwas, was man nicht gerne bespricht, aufdeckt, klärt und regelt: Altelterliche Übergriffe bis ins eigene, reife Erwachsenenalter, Schamthemen, Partnerschaftliches, Wünsche, Hygienisches, - aber auch Teamsachen, Führungsdinge, Kollegenzeug, Geschlechter-Dingsda. - Heikles -

Bild skizziert von JJ - Jotter by SonyEricsson P800
 

Was sich dann im Gespräch zu gerne zeigt: Das WAS, das Problem / Umstand / Konflikt ist gar nicht so schwerwiegend / schlimm / unlösbar. Was auf den Magen schlägt, ist, dass man wegen Konventionen, Anerzogenem, Konditionierungen etc. keinen Weg sieht, die Sache zu lösen. Man kennt das Was, weiss aber nicht WIE.

Es ist nicht das Problem, welches einem krümmt und krank macht, es ist die empfundene "Ausichts'losigkeit", wo man erst einmal meint, man werde aus der Sache nicht rauskommen und müsse sie weiter ertragen. Dieses "Drin-stecken".

Notfalls fängt man an, Ersatzstrategien zu entwickeln. Wenn nicht bewusst, dann eben schon mal vom Körper ausgehend. Der wehrt sich mit Unwohlsein.

GesprächspartnerInnen hellen in solchen Momenten bereits bei dem Vorgespräch auf. Spricht man die ungelöste Situation an, kommt ein ausgestossener Atemzug, wie so ein gepresstes "Hau... - genau dort hakt es." Trenne ich das Gefühl der 'Gefangenheit' vom Problem, hört man eher einen Schnaufer wie wenn jemand durch die Nase einatmet, was den Brustkasten öffnet und füllt. Die Stimme wird sicherer und gehaltvoller. Ich sehe vor dem inneren Auge, wie sich dieser Mensch gleich etwas aufrichtet, der Rücken streckt sich, der Kopf mit Nacken und Hals gehen hoch ...(beschreibe ich mal so).


Warum entsteht bereits Erleichterung?


Auf den ersten Blick würde man vielleicht antworten: Weil die Situation nun klarer vorliegt und man spürt, dass es machbar werden könnte. Ja. Auch.

Ich sage, wichtiger ist, dass sich der Mensch im Gespräch ehrlich, transparent, unbewertet und authentisch geben konnte: einfach mal OFFEN sein, ohne Bedenken oder Befürchtungen. Die Person durfte sich selber sein - und musste sich nicht krümmen / schämen / zweifeln / sorgen.

Das ist für jeden von uns ein sagenhaftes Glück und eine klare Wahrnehmung von echtem und damit stimmig eigenem Leben.

Wer wünsch sich das nicht?


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Freitag, 22. September 2017

Feedback an den Coach - Wie nun genau?

Wenn man ein Feedback für andere sichtbar macht, zum Beispiel veröffentlicht, wird daraus eine Bewertung.

Die Bewertung an sich vollzieht sich so lange nicht, als die FeedbackgeberInnen ihr Feedback an den Feedbackgeber kommunizieren. Erstens sollte Feedback (FB) nicht ungefragt erteilt werden, und wenn doch, dann gelten weiter zwei Regeln, welche eine Bewertung nicht wirklich bewirken:
  • Die FB-Geber sollten sich in Ich-Botschaften ausdrücken, so dass keine Verurteilung kommuniziert wird (4-Ohren); und
  • Es gilt durchwegs die FB-Regel, dass die oder der FB-Empfänger mit dem FB machen kann, was man mag: nichts, gar nichts, vielleicht etwas davon - allenfalls sagen: "Danke fürs FB."
So auf jeden Fall bleibt die Bewertung von Coachees an den Coach geregelt und bewertungsfrei. Wird das Feedback - mit Einwilligung der AutorInnen - nun aber veröffentlicht, wird aus den meist originären Worten ein Werten und Bewerten. Es sagt die Kundschaft, was sie von der Dienstleistung hält im Rahmen einer Beurteilung von Leistung.

Dabei nehmen Leserinnen und Leser diese Botschaften meist 'wie üblich' über, als würde ein Essen, ein Produkt oder zwei Wochen Urlaub bewertet. Und das ist nun mal falsch. Daher sind auch Bewertungsportale, Sterne, etc. fragwürdig, weil wir gewohnt sind, erst einmal auf den Bewertungsgegenstand zu schauen - aber wie ist das in einem Coaching denn wirklich?

Bleiben wir dabei, dass ein Coaching Hilfe zur Selbsthilfe ist und auch, dass die selbststeuerungskompetente Klientschaft den Coachingprozess eigens verantwortet, gäbe es sozusagen keine Situation, wo Klienten den Coach bewerten. Und doch ... :-)

Bei sich bleiben als Königsweg / Bild: (c) bei Jona Jakob, privat
Man kann dem Coach ein Feedback ausstellen, wie ideal und wie wirksam dessen Erstellung des Klienten-Coach-Systems war und seine Begleitung den des Klienten eigenen Prozess gefördert hat. Dazu lässt sich etwas zurückgeben.

Aber sonst müsste ein Feedback viel mehr aussagen, was genau der bzw. die KlientIn für sich selber schaffte - das Feedback müsste an sich selbst gerichtet sein, so dass wenn man es liest, man lesen kann, wie mehr oder weniger der/die KlientIn sich ordnete, klärte, verstand, fühlte, erkannte, löste und entwickelte. DAS wäre eine adäquate und dem Coaching-Prozess gerechte Mitteilung, was man damit gewann, was man gut für sich erlebte, was man optimieren möchte und worin der Dank gerichtet ist.

Denn auch nur so würden Worte für die Wirksamkeit im Coaching gerecht, was das Setting, den Vertrag, die Präsenz des Coaches und dessen Interventionen betrifft. Und bitte, kein Feedback an Methoden oder sonstige Mittel. Dass Sicherheitsleinen und Steigleitern, Brücken und Beiträge super sind, na ja, dafür hat man sie gewählt. Aber die haben weder etwas mit dem Coach noch mit der Klientel zu tun. Das ist niemandes Leistung.

Wenn Sie also Kundin oder Kunde in einem Coaching sind oder waren, schreiben Sie nicht zu sehr, was alles auf Seiten des Coachings oder Coaches so wunderbar war, bis hin zu netten Räumen und gutem Kaffee - das ist aussagelos.

Schreiben Sie, ob Sie sich

  • darlegen vermochten
  • öffnen konnten
  • verstanden gefühlt haben
  • was Sie empfanden, von schwer ertragbar bis wunderschön
  • was Sie in sich finden konnten
  • worin Sie sich erkannt haben
  •  was Sie neu oder wiederfanden
  • was Sie abgestossen, hinter sich gelassen haben
  • was Sie als Ziele angehen mögen
  • was Sie erreicht haben und es jetzt für sich implementieren
  • etc.
Schreiben Sie von Ihrem Gewinn, Ihrem Wandel, Ihren Werten und neuen Ausrichtungen. Schreiben Sie von Ihrer Veränderung. Was konkret ging? Was wurde? Was ist heute?

Und danken Sie sich selber. Ja. Danke Sie sich selber, dass Sie ein Coaching begonnen haben. Danken Sie sich, dass Sie den Aufwand an Geld, Zeit und Kräften aufgebracht haben. Dass Sie sich mit sich auseinandergesetzt haben. Finden Sie sich gut, besser, grossartig - oder auf dem Weg. 


All solches wird dann zu einer Aussage, ob der Coach, der diese Zeilen veröffentlichen darf, für Sie wirksam war und Menschen zu sich zu bringen vermag. Ob ich ein Netter, ein Lieber oder sonstwas bin, sagt, mit spezieller Hinsicht auf die persönliche Entwicklung, nicht viel. Denn es ist nicht wichtig, ob ich lieb oder nicht so lieb bin - wichtig ist, ob Sie Ihren Shift, Ihre Veränderung machen konnten. Ob Sie nun einen Weg haben oder bereits Ziele erreichen konnten. Und wie es sich damit lebt und anfühlt. 

Da gibt es aus meinem Nähkästchen die Erfahrung dazu, dass ich gleichzeitig eine Abend- und eine Samstagsklasse mit jeweils ca. 16 Teilnehmenden im 'Leadership-Zertifikaten' unterrichtete bzw. entwickelte. Die Abendklasse hatte am Institut einen sehr negativen Beginn, alles lief falsch. Die Samstagsklasse hingegen startete optimal. Und so wurden es intensive sechs Monate, denn die Abendklasse war bis zuletzt kaum noch zufriedenzustellen, es war abends richtig mühsam, ärgerlich, ein Kampf und beständiges Ringen, Thema für Thema durch. Nicht so samstags: da flutschte es in Empathie, Zuhören, Verstehen - ein Genuss immer. Beim Abschluss hingegen zeigte sich, dass in beiden Klassen die Erfolgsquote bei über 90% lag, auch bei denen, die ständig quängelten und die mich oft nicht sympathisch oder angenehm fanden. Aber so, wie die positiv Eingestellten motiviert mitmachten, rangen sich die Widerspenstigen den Stoff mit viel Reibung ab. Sie hatten sich nicht weniger auseinandergesetzt, sich wütend reingeschmissen, kritisiert und in Frage gestellt. Sie waren anstrengend - ja. Ich für die ja auch. Aber was dennoch erfolgte: wir prozessierten die nötige Entwicklung hin. 

Ich muss also gar nicht immer so ein Feiner sein, das sagt nichts aus. Was zählt ist Ihr Schub, den Sie anfänglich signierend (Coaching-Vertrag) zum Punkt Selbstverantwortung gezeichnet haben - Sie also, ganz besonder SIE sind daher auszuzeichnen. Daher. 

Alles andere ist entweder Schmus oder Folgen. Ich bin kein Fan von 'Folgen', weder mir noch der Konvention, wenn Sie das nicht aus freier Position formuliert haben, sondern bloss, weil Sie erneut nett sein möchten. Mir ist lieber, Sie zeigen sich frank und in Fragen zu sich selber firm. 


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Donnerstag, 29. Juni 2017

Vom Vater

Mein Vater floh 1960/61 bei Thüringen aus dem Osten, als dort nur ein Zaun stand und die innerdeutsche Grenze sonst bewacht wurde. Es gab zwar noch keine 'Mauer' oder die üble Grenzanlage, aber geschossen wurde schon.  Das muss er zwei Monate vor seinem Abitur gemacht haben und so verblieb er den Rest seines Lebens ohne jeden Berufsausweis. Er wurde Angestellter in einem Vermessungsbüro, setzte im Sommer Marksteine, vermass das ganze Napfgebiet (Emmental, Schweiz) und zeichnete im Winter präzise Pläne von Hand. Er konnte rechnen, denken, liebte es, draussen zu arbeiten. Und er zog jeden in wenigen Sätzen Schachmatt, ob im Spiel, in meiner Erziehung oder der Frage, nach dem Sein und dem ganzen Unsinn. Das Einzige, was ihn vereinnahmte, war seine Vorstellung von einer Freiheit, die ihn bis in seinen gewählten Tod antrieb, ordentlich, bewusst, aufrecht - und in weissem Hemd und heller Hose. Er stand wie eine Eins, eisblau sein Blick, wachsam sein Schweigen. Er konnte mich fertig machen. Dann lachte er mit uns am liebsten, wenn ihm was schief ging.

Im Buch 'Fokus Self Leadership', (Wallner & Völkl) würde man ihn heute als 'naszierend' beschreiben, eine ideale Mischung von Gelassenheit und Wachheit wie Achtsamkeit. Falls Ihnen sowas auf den Wecker geht, dann halt bildlich: Er bewegte sich langsam, bedacht, sorgfältig, leise, einfühlend. Er war mein Yul Brinner, mein Lee Van Cleef, mein Clint Eastwood, mein Charles Bronson, mein Steve McQueen. Er war niemals Eli Wallach.

Sie können sich auch fragen, wie oft Sie schon den Atlantik mit einem Segelboot gequert haben, wie oft sie mit einer Segelyacht in der Antarktis überschlugen? Wie oft haben Sie es darauf ankommen lassen? Er hat. Und ganz ohne jeden Ausweis. Keinen Segelschein, keinen Kletterschein, keinen Navigationsschein, kein Funkschein. Ich hab hier seine Bücher zur Antarktis, zum Schwerwetter Segeln, zum Überleben.

Hans Willi Klaus 'Chlöisu' Jakob / Bild: (c) bei Jona Jakob, privat
Nun ist er seit ein paar Jahren tot und ich bin unterdessen bald 55. Ich glaube, er mochte mich die letzten 15 Jahre, weil er es irgendwie kommen sah, dass ich scheiterte. Das fand er besser, als all die Fürze, von denen ich hungrig erzählte. Ich aber wurde über die Jahre Koch, Diätkoch, Marketingplaner, Marketingleiter, Gesprächsberater und Coach. So viel zu meinen Ausweisen. Ich machte den Schnupperlehrling, den Lehrling, den Jungkoch, den Koch, den Diätkoch, den Junior Product Manager, den Product Manager, den Exportleiter, den Area Sales Manager Middle East und wurde ad interim CEO in Kopenhagen sowie Chief of the Board. Dann Selbständigkeit, Scheitern, Sterben. Danach aufstehen und Krone richten. Das dauerte nun 40 Jahre.

Ich bin re'etabliert. Alles seit einigen Jahren wieder da. Und ich sollte noch 10 - 20 Jahre arbeiten. Wer sein? oder was darstellen? Lehrcoaches fragen blind, ob ich nicht in die Ausbildung kommen möchte. Andere absolvieren Nachdiplome. Selber beschäftigen mich Fragen, was gebe ich für eine Antwort, wenn ich gefragt werde, wer ich sei oder was ich mache. Mein Vater antwortete er auf diese Frage mit, 'Mein Vater war der Erfinder des Würfelzuckers'. Das wars.

Last but not least lassen neueste Erkenntnisse das Verstehen der eigenen Rolle von der Fremdverantwortung zur Selbstverantwortung wechseln, von der Abhängigkeit zur eigenen Konstruktion. Vom Top-Down aus erzieherischem Zuckerbrot und Peitsche zum Ich ok und Du ok, von der Du-Botschaft zur Ich-Botschaft und zu den Fragen nach meinen Gefühlen und meinen Bedürfnissen. Und wenn dem so ist, was ich für mich übernommen habe, dann bedeutet das, dass kein Wisch mich noch ausmachen kann, egal wie 'Top' der auch sein mag. Ich bin im Reigen meines Zenits, auf dem Lebenszyklus in der Reife-Phase, nicht mehr durch einen Beleg zu anerkennen.

Das Einzige, was mich - auch mit Blick auf Diffusionen, Digitalisierung, Umwälzungen - auszumachen vermag, ist meine täglich Haltung. Der gelassene, achtsame aufrechte Gang. Ich bin bestenfalls mein eigener David Carradine - um nochmals zu den Bildern zurück ... Ich bin dann Pfadfinder, Kollege, Kapitän, Mitmacher, Denker, Brückenbauer, Troubleshooter, Zampano, Schreiber, Massstab, Querulant und Fragensteller. Ich bin Experte, Löli, Liebhaber und Leidenschaftler, wie Hundehalter. Ich kann Zelte bauen, Feuer machen, Schuhe trocknen, Wunden verbinden. Ich kann schauspielern und zuhören. Andere lassen .. gerade noch, aber da bin ich mir noch nicht sicher. Und ich weiss, wie man untergeht oder besser nicht. Wach wie ich bin, frage ich mich seit einiger Zeit, wie und womit ich wieder Koch würde, wenn viele nicht mehr zur Arbeit fahren.

Damit stelle ich mich nächstens. Die Haltung. Die bewusste Haltung macht jemanden. Da kann auch einer ohne Zettel kommen. Und bestimmt, ich möchte einen Arzt mit Zettel, aber lieber einer mit einer Arzt-Haltung als einen ohne. Einen CEO mit CEO-Haltung als einen ohne. Einen Coach mit einer humanistischen Haltung als einen ohne. Einen Coach, der die Finger davon lässt, als einen, der schon mit seinem Ausweis fingert. Lieber jemanden, der das Format hat zu sagen: "Ach, lass mal, wir sind da und schauen recht."

In seiner Ausweislosigkeit steckt eine Menge, wo nicht dran ran gelassen worden zu sein. Das hat seine Fähigkeit und Kompetenz, ohne den Zugang zu erhalten jemand zu sein, voll genährt. Man konnte Vater nichts vormachen. Und staunter er, staunte er wirklich, da war er dann gerührt. Aber Eiern - nö.

Langsam begreife ich meinen Vater: Fast alles was man sein möchte, ist keine Frage der Funktion, des Titels oder Diploms - es ist eine Frage der Haltung. 

Jona Jakob - 2017




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Samstag, 3. Juni 2017

... for he stands ahead ...

If you don't follow "herd" consciousness, but rather your own destiny, you will be able to unlock your true potential and discover, at last, a sense of personal wholeness. - Only the outcast can lead, for he stands ahead and above the rest... and from that place can contribute back to the group 
and lead.

 - Dr. Gail Gross.


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Sonntag, 30. April 2017

Verwechseln Sie 'Netzwerken' nicht mit einer Mitgliedschaft in einem Automobil-Club

Guten Tag

Man sollte Netzwerken nicht mit einer Mitgliedschaft in einem Automobil-Club verwechseln, hoffend, es zöge einem wer wo raus.

Pflegen Sie lieber nur 3-5 Leute, so dass Ihnen jener Anteil realistisch "gross / aufwendig" bleibt, den Sie für ihre NetzwerkpartnerInnen einbringen. Leisten Sie eine Art Vorschuss, Gartenpflege, Verdichtung, Mitarbeit oder Beitrag und Nachhaltigkeit.

Denken Sie an Ihre nächsten Partner, z.B. die persönlichen Beziehungspartner. Aber auch Freunde, Familie, Mentor'innen, lebensbegleitende Berater. Geldgeber. Taxis.
Umzugskollegen. Reparierer. Grippepflegerinnen.

Entscheidend am Netzwerken ist, dass man selber was zu geben hat. Man kann mit blanken Tüchern nicht netzwerken. Viel erfolgreicher sind Sie, wenn Sie auf ganz unterschiedlichen Konten was drauf haben. Das macht Sie attraktiver:

  • ein offenes Ohr
  • Bereitschaft und eine Tasse Tee oder Kaffee
  • ein offenes Haus
  • etwas Geld, so dass Sie hinfahren, mitmachen, Obulus zahlen, Getränke übernehmen, ...
  • von etwas Ahnung und Kenntnisse haben
  • Erfahrungen zählen und Geschichten - Erzählungen eben
  • einen kühlen Kopf haben
  • eine starke Hand
  • ein warmes Herz
  • zuhörendes Fragen, was nach Verstehen sucht ist schwer beliebt ...
  • Ideen anbieten
  • Machertum, aber nur wenn gefragt
  • ... und etwas dann auch tun, wenn es getan werden muss


Und tun Sie das auch viral - lesen Sie nicht nur, sondern tragen Sie etwas bei. Sie könnten eine Frage stellen. Oder auf eine feine Sache hinweisen, auf ein Buch, neue Musik, ein Lokal oder sonst etwas, was andere kennen lernen könnten.

Erzählen Sie mir nicht, es gäbe bei Ihnen nix zu erzählen.

Denn es zählt nicht wirklich, was Sie liefern und anbieten - was zählt ist Ihr Bemühen, fürs Miteinander ein vor'sichtiges bzw. achtsames Bewusstsein, eine Art Bereitschaft oder Wachsein zu leben. Vergessen Sie, es perfekt zu machen.

Auch in einer XING-Gruppe ist man Mitglied. Man ist da nicht Konsument oder Schnorrer. Sie könnten mir lange argumentieren: Wenn Sie Mitglied sind, lass ich mir darin nichts erklären oder rechtfertigen oder sonst wie verklamüsern. Sie haben jede Chance, was beizutragen.

Das gilt auch für die Jungen, die Studierenden. Nicht zum Abschluss hier antreten und um meine Meinung fragen, per Umfrage oder sonst einer Arbeit, welche Ihre Kompetenzen darstellen soll. Schreiben Sie vorher zu dem Thema, eröffnen Sie einen Thread, thematisieren Sie das Thema, regen Sie an, werden Sie Gastgeber, Zampano und eben - werden Sie überhaupt wer. Dann mag ich auch Ihren Fragebogen ausfüllen oder die Arbeit abschliessend lesen.

Netzwerken bedeutet, für den anderen einstehen. Man ist der Bezugsperson aktiv zugewandt. Man empfiehlt so jemanden, weil man weiss, was man an der empfohlendne Person hat. Man ruft diese Person an, auch wenn es ein erstes Mal ist. Man scheut den Kontakt nicht, zeigt sich, wagt sich, stellt sich vor.

Auch als stille Mitleserin und Mitleser gebe ich mal ein Zeichen. Man kann nur 1 Punkt setzen (.), als Antwort auf einen Beitrag. Oder hinschreiben: 'Gelesen - danke'.

Jetzt denken Sie vielleicht, was beklagt der gute Mensch da?
Nö. Ich nicht, ich pflege meine Netzwerke, von Wien bis Regensburg, von Frankfurt bis Zürich, von Aschaffenburg bis nach Nantes. Ich kenne mich da als a) umtriebig und b) ausdauernd.

Worauf ich hinweise: 
Ihr angebliches "Netzwerk" ist keines. Es gibt darin keine Seilschaften und keine Rolltreppe. Ganz und gar haben Sie keine Partner, kein echtes Netz, welches Sie auffängt. Wenn Sie nichts verlauten lassen, hört Ihnen auch niemand zu. An Ihnen ist wörtlich nichts festzumachen.

Warum? 
Weil es Sie nicht gibt. Bleiben Sie unerkennbar, wird nicht ein Deut Ihrer Handschrift, Ihres Wesens oder Handlungsweise erkennbar. Und in der Not dann anzukommen, ist kein idealer Ansatz, Sie aufzugreifen. In der Geschäfts- und Arbeitswelt sind wir keine Hilfsorganisation wie so ein Automobil-Club oder das THW. Wir arbeiten. Miteinander. Es ist also grundlegend an Ihnen, Bezüge zu bilden und wachsen zu lassen, auf dass diese Geflechte dann tragen, wenn Sie Farbe bekennen müssen. Ohne sich zuvor gezeigt zu haben, funzt das in den wenigsten Fällen.

Geben Sie vor - tragen Sie bei - werden Sie an Ihrer Handschrift erkennbar.

Es hilft dabei ungemein, erst einmal sich selber bewusst zu werden. Wer man ist, sein möchte, was zählt und was bewegt. Werte, Orientierungen, das Mass an Ablösung vom "Sozialisierenden", dem was als 'Erziehung' weitum für "genügend" gehalten wird. Hat man schon oder noch ein Profil? Oder hat man nur das Substitut irgendwelcher Ausweise, die noch nie einen Menschen ausgemacht haben, jedenfalls nicht dann, wenn man trotz der Papiere in Schieflagen des Lebens gerät.

Was zählt:
Es sagt mir jeder, der zwei Jagdhunde gelassen über den Markt führt, mehr von sich. Oder wer sein Boot am Steg ordentlich vertäut. Da kenne ich noch nicht einmal seinen Namen, weiss aber, was ich von der Person habe. Und also: Ihr grauer Anzug reicht da nicht.

Sich da bewusst werden. Sich.



humanness-coaching.de

humanness-coaching.ch


Aschaffenburg | Frankfurt | Zürich | Bern



Mittwoch, 5. April 2017

'Gut und Schlecht' als Bewertungen - Wie kann ich meine eigene Haltung finden?

Willkommen

Wir werden mit 'gut + schlecht' erzogen, ob elterlich, kirchlich, schulisch. Wir sind es durch und durch gewöhnt, Signale zu empfangen, die uns

a) ausdrücken, ob man für gut oder schlecht, richtig oder falsch empfunden / gesehen / bewertet wird

oder

b) ob wir uns gleich selber bewerten und uns selbst gut oder schlecht, richtig oder falsch finden.

Das Thema 'Gut + Schlecht' ist unerschöpflich. Worauf ich heute hinaus will ist Wie kann man dem entweichen? Wir komme ich aus der Falle raus?

Wenn ich bewertet werde, wenn das "so" tatsächlich stattfindet (jemand findet mich gut / schlecht), dann unterliege ich einer Bewertung. Meist bestimmen Bewertungen mein Selbst'Wert'Gefühl.

Selbst wenn keine fremde Bewertung vollzogen wurde, so kann es sein, dass ich mich im selben Sinn gleich selber bewerte, mich selber tadle oder lobe, mich gut oder schlecht finde. Zu gerne empfinde ich mich eher negativ, stelle mich zurück oder stelle mir kein tolles Zeugnis aus - aus welchen Gründen auch immer.

Und je nach Selbst'Vertrauen oder Vertrauenserfahrungen an sich, je nach Liebe und Zuwendung, Stärkung und Annahme, die ich in meinem Leben bis hin ins späte Erwachsensein erfahren habe, kann es sein, dass ich auf diese Pole des Dualismus 'Gut / Schlecht' oder 'Richtig / Falsch' schon schier fixiert bin - ich kenne nichts anderes. Ich meine in einer Art Unbewusstheit oder Blindheit, es gäbe nichts anderes. Eigentlich flippe ich zwischen diesen beiden Bewertungen ununterbrochen hin und her (zwischen grüner und roter Zone) und bediene allenfalls ein ganzes Orchester an Instrumenten, für lieb, gut und gefällig befunden zu werden (3. Bedürfnisebene Maslow: Soziale Anerkennung / Annahme / Akzeptanz / Liebe).
Skizze von Jona Jakob, 2017 - alle Rechte vorbehalten

Ein Ausweg ist es, sich bewusst OK zu sehen. Okay-Sein ist ohne jede Bewertung. Es ist einfache und vorbehaltlose, bewertungsfreie Annahme. Wenn ich diesen Gedanken und das damit verbundene Gefühl für mich aufbauen und erhalten kann, entziehe ich mich möglichen Bewertungen und bleibe im Gedanken: Ich bin ok und bei mir. Dieser gefühlte Zustand nenne ich 'Selbstgefühl'.

Das "Verrückte" an der Sache ist, dass es eine Art Hype geben mag, "gut sein zu wollen". Wir stellen uns dar, machen uns hübsch, fotografieren uns, fragen andere Menschen direkt, was sie von uns halten, etc. Aber spätestens von dem Moment an, wo uns das wirklich keine Ruhe mehr lässt, für gut befunden zu werden - oder auch nicht für gut befunden zu werden - sollte die Frage gestellt werden: Wie gesund ist das seelisch noch? Es ist nicht "krank" - so schnell geht das nicht. Aber es könnte tendenziell sowas wie "süchtig / minderwertig / Komplimente haschend / nervend / etc" wirken - genau das Gegenteil von dem, was wir uns als Bewertung wünschen. Eine Art unendliches Spiel, Zwang, Fixierung und Ohnmacht irgendwie. In seiner jeweils neu auslösenden Art könnte das Bild eines Wirbelsturms dargestellt werden, ob durch uns selbst künstlich konstruiert und aufrecht erhalten oder ob durch systemische Zusammenhänge plötzlich entstanden. Wer sehr oft damit befasst ist, sich nach seinem Gut-Schlecht-Befund zu fragen, kann sich achten, ob das nicht auch ein Stück weit 'Thrill' darstellt, 'Drama', 'Thema', 'Ach-Huch-Ich-so', 'Aufmerksamkeit', 'Anerkennung' etc.?

Ringelnatz schrieb in einer Verszeile:

"Aber wer sich darauf versteht, hört in der Schlägerei Herzen schlagen."

Wer sich also "darauf versteht", wer sich selber gut betrachten und sich selbst einfühlen kann (Selbst-Empathie), hat die Chance, sich einfach ok zu finden. Da ist kein Hype mehr. Da ist Ruhe und Stille. Wenn ich mich nicht frage, ob ich gut oder schlecht bin, weil ich ok bin, schiele ich nicht länger nach dem, was Fremde von mir halten. Ich fühle nach, was mein Selbstgefühl im Moment ist, was ich allenfalls für Bedürfnisse habe, sorge für mich und bleibe. Ich bin. Basta. Kein Tanz, kein Verdrehen, kein 'fishing for compliments'.

Und es geht hier im Blog-Post nicht darum, was ich lassen soll, weil das irgendwie kontaminiert und andere fordert (Wäre anderes Thema). Es geht darum, was ich ohne jede Zuwendung in Selbstverantwortung für mich selber tun (auch: ändern) kann, auf dass ich meine Erfüllung mir selber erstelle, gebe und lebe. Ich bin mit mir rund, mittig, stimmig, geerdet, befriedet, ruhig. (Blaue Zone).

Es ist nicht zu selten richtig schwer, sich selber ok zu finden. Oft muss man das lange erringen und immer wieder üben. Viel leichter scheint uns, andere ok zu finden - das ist eine Erziehungsidee, andere erst einmal positiv zu sehen und ihnen wohlgesonnen zu begegnen, alleine des "lieben" Friedens willen, der sogenannten "Harmonie" wegen (ist aber eigentlich verklärt // ist dafür sozial konform: gefällig / lieb sein eben).

Wenn man sich also dabei ertappt, sich wieder einen Kopf oder auch einen verkrampften Bauch zu machen, ob man gut oder schlecht, richtig oder falsch sei, kann es helfen, sich mit dem Gedanken zu erden, dass man vorbehaltlos ok ist und alles Gute in sich trägt (humanistische Grund'Haltung).

Was vielleicht auch nicht so einfach ist - da ungewohnt: Plötzlich ist dann alles still. Man ist nicht mehr der Mittelpunkt, man ist nicht mehr der Schmusebär, der Sonyboy, Liebkind oder Everybody's Darling, man ist dann sich. Kein Wirbelsturm, keine Abhängigkeit, kein Hoch-und-Runter zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Man ist raus aus dem Spiel - das kann verunsichernd langweilig wirken. Bitte dann nicht wieder mit dem +/--Spiel anfangen.

Denn sich nicht wieder in dieses fremdverantwortende Spiel fremder Bewertungen zu begeben, sondern bewusst im Selbstgefühl des eigenen Ok-Seins zu verbleiben, ist

a) der Entzug von fremden Bewertungen als Abhängige/r und spielball der Umstände

und

b) eben dann eine eigene Haltung - ein klarer Gewinn an Persönlichkeit. 

Herzlich
Jona Jakob
Bern Zürich Frankfurt Aschaffenburg